Druck auf Schüler – Existenzängste bei Kindern?

Schon in der Grundschule fängt es an: zum Stillsitzen gezwungen, schüchtern aber lernwillig sitzen die Kinder im Klassenraum und erwarten die ersten Schulstunden mit Freude. Meist verfliegt dieser Spaß jedoch schon über die ersten Schultage sehr schnell. Und von da an geht es bergab. Zwar dürfen keine Schüler mehr geschlagen werden, aber ist psychischer Druck nicht viel schlimmer als Angst vor körperlicher Züchtigung. Schon als ich in der Grundschule war wurde sehr starker Druck auf die Kinder ausgeübt und gedroht mit Sitzenbleiben, Nachsitzen und Elternsprechtagen.

Kurz gesagt wurden ab diesem Zeitpunkt alle langsamen Schüler nicht mehr beachtet und die potenziellen Gymnasienschüler wurden ohne Ende angetrieben. Aber soll das richtig sein? So hören schon in der Grundschule viele Kinder auf an sich selbst zu glauben, gehen auf die Hauptschule – ohne Lust zu lernen („bringt ja eh nichts“) und landen letztendlich in Berufen, die ihnen nicht im geringsten gefallen.

Auch auf dem Gymnasium und in der Realschule wird natürlich weiter ausgelesen und Angst verbreitet à la „was willst du heutzutage ohne Abitur noch erreichen?“. Ich persönlich hatte zu dieser Zeit quasi kein Privatleben, war nur noch am Lernen und kam trotzdem kaum hinterher, was nicht zu einem geringen Anteil mit dem allseits geschätzten G8-System zusammenhing. 9 Jahre Schule auf 8 verkürzen, um weniger Geld in das Schulsystem stecken zu müssen – super Entscheidung, schließlich kann man dann das Geld für den Berliner Flughafen und andere Geldverschwendungen wieder reinholen. Wer Bildung haben will, der holt sie sich schon selbst irgendwoher.

Glücklicherweise wird ja wieder zurückgerudert und auf das G9 System zurückgestellt, aber ob dies wirklich aus wohlwollenden Gründen passiert oder um die Wählerschaft nicht zu verlieren, ist wiederum ein anderes Thema.

Über den Druck den dann das abschließende Abitur erzeugt, möchte ich gar nicht erst reden. Wen interessiert es schon, dass die Schüler während dem ganzen Schuldruck auch private Probleme lösen müssen – Endphase der Pubertät, eventuelle familiäre Probleme (vor allen Dingen mit den Erziehungsberechtigten), Beziehungen, Gruppenzwang,..

Dabei kann dann schon einmal der Blick auf das Wesentliche verloren gehen: Was passiert nach dem Abitur? Denn wer hat schon Zeit zwischen Abiturprüfungen, Klausuren, Präsentationen und Konflikten mit den Schulkollegen über die berufliche Zukunft und das eventuell folgende Studium nachzudenken? So kommt es das man letztendlich nach dem Abitur da steht: alle Ziele wurden erreicht aber was jetzt? Und man schreibt Bewerbungen an alle möglichen Unis, für Studiengänge von denen man zuvor noch nie gehört hat, ohne die geringste Ahnung was letztendlich für ein Beruf dabei rauskommt. Und wer unterstützt einen Abiturienten dabei: Niemand! Die Aufsicht der Lehrer fällt weg, oft sind die Eltern auch keine Akademiker und so fallen die Abschlussschüler erst einmal in ein Loch.

Das war jetzt sehr viel Input. Was kann man verbessern? Kurz:

-Schulinterne und vor allen Dingen QUALIFIZIERTE Berufs- und Studienberatungen anbieten

-an möglichst vielen Schulen eigene Schul-/Kinderpsychologen anstellen

-auf die Schüler und ihre Probleme hören und nicht wegsehen.

Das würde einiges verändern.

Lernen, Lernen,..
Lernen, Lernen,..

Kommentare sind geschlossen.

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: