Generation gleichgültig

Generation gleichgültig, so nenne ich einfach mal die Menschen meines Alters, also diejenigen zwischen 16 und 24 Jahren. Das ist der Teil der Bevölkerung, der keine krassen politischen Situationen, wie zum Beispiel Kriege oder Unterdrückung mitbekommen haben. Man hat also niemals mitbekommen, wie furchtbar es sein muss, in Angst zu leben vor Verfolgung und dem ständigen Risiko zu Sterben. Das hat in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass die Menschen bewusster gelebt haben und mit dem zufrieden waren, was sie hatten. Man hatte gar nicht die Chance sich selbst durch seine Arbeit oder dem Erfüllen der Lebensziele zu verwirklichen.

Heutzutage ist das leider anders, was ich auch nicht zu Letzt an mir selbst merke. Viele Schüler erreichen ihr Abitur oder einen anderen hohen Bildungsstand und haben dann die Gelegenheit (fast) alles zu tun, was sie sich jemals erträumt haben. Ein GAP-Year mit Auslandsaufenthalt, Weltreisen und das Studieren, was den Einzelnen glücklich macht. Natürlich gilt das nicht für jeden, aber es scheint meiner Meinung nach auf einen Großteil der Menschen zu zu treffen. Doch dann kommt es zur Frage, was man denn überhaupt machen möchte. Und sobald man etwas anfängt (sei es ein Studium), denkt man darüber nach, ob es denn nicht eventuell einen anderen Studiengang gäbe, der einen selbst noch mehr erfüllen würde oder einem im Berufsleben noch ein bisschen mehr Geld einbringen könnte.

Das liegt daran, dass man ja so viele Möglichkeiten besitzt und man weiß, dass man in Deutschland aufgrund des Sozialsystems nicht obdachlos enden würde, egal wie gut oder schlecht der Versuch endet. Dies führt in meinen Augen zur Einstellung „Weiß noch nicht“ oder „Mal sehen, mir egal“.

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