Netzwerke – der Weg zur Vereinsamung

Hält das Netz uns gefangen?!
Hält das Netz uns gefangen?!

Gestern war ich so geschockt und empört über mich selbst und meine Mitmenschen oder auch meine Generation generell, dass ich mir jetzt erst einmal alles von der Seele schreiben muss. Ich besuche derzeit für mein Studium eine relativ kleine Hochschule, welche ich wie gewöhnlich auch gestern morgen erreichte. Da die Räume wie jeden morgen noch zu geschlossen waren, setzte ich mich zu meinen Freunden und Bekannten an einen gemeinsamen runden Tisch. Während wir da so warteten, habe ich mir die neuesten Instagram Bilder und Facebook Posts angesehen und mit Freunden geschrieben. Als ich dann nach oben geblickt habe merkte ich, dass jeder Einzelne von diesen zehn Menschen, die gemeinsam an einem Tisch saßen, nur mit ihrem Handy beschäftigt waren. Es herrschte vollkommene Stille – als wäre man alleine in einem Raum – einsam.

Das Internet und „soziale“ Netzwerke, sind doch mit dem Grundgedanken entstanden Menschen zu verbinden, also Freundschaften auch bei Distanz pflegen zu können und am Leben der Freunde teilhaben zu können. Aber ist das wirklich möglich oder ist dieses Ziel fehlgeschlagen?

Im Prinzip bin ich persönlich auf Facebook aktiv, um mir lustige Videos oder Bilder anzusehen, die auf Entertainer-Profilen gepostet werden. Das macht zwar Spaß, allerdings nimmt es auch unnötigerweise sehr viel Zeit in Anspruch, vor allen Dingen eben diese Zeit, die ich zum Lernen oder Freunde treffen nutzen könnte. Ich schreibe tatsächlich nur sehr wenig mit Freunden auf diesen Plattformen, denn die Menschen, mit denen ich gerne schreiben möchte, kennen meine Handynummer und schreiben hierüber. Ebenso sind die Foren wie zum Beispiel Twitter, Instagram und Ask, usw. bei genauerem Hinsehen nur Zeitfresser.

Ich finde, dass sich jeder selbst die Frage stellen muss, ob es sinnvoll ist, bei diesen Foren angemeldet zu bleiben. Seit ein paar Tagen, in denen mich das Thema mehr und mehr beschäftigt hat, rücke ich der Entscheidung näher „abzuschalten“.Das bedeutet für mich nicht, jedes einzelne Internet-Profil zu löschen, aber zumindest die beschriebenen Apps auf dem Smartphone. Ich will schließlich den Menschen nah sein und nicht ihrem Facebook-Profil.


Bildquellen:

10 Kommentare zu „Netzwerke – der Weg zur Vereinsamung

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  1. ja … ätzend diese sachen … ich hasse es. ich bin auf instagram, allerdings auch nich wirklich viel aktiv dort. ich benutz es an sich nur um zeichnungen hochzuladen und mir dafür auch diverse ideen ‚abzuholen‘ und ich hab ’n blog .. auf fb bin ich nich vertreten …. ich muss sagen … ich hasse es, dass die menschheit ihr internet in der tasche mit rumschleppt. man kann nirgends mehr hingehen .. überall sitzen menschen an ihrem handy rum … ich bin mittlerweile auch echt der meinung, bevor man überhaupt nur ansatzweise miteinander redet, muss man erstmal auf fb das profil abklären scheinbar … is doch kein wunder, dass die leute immer bekloppter werden …. und ich dacht immer ich wär bekloppt …

  2. Aus genau diesen Gründen habe ich kein facebook, twitter, google+ usw. Nicht einmal ein Fernseher steht bei mir zu Hause herum.
    Doch auch bei mir ist das Smartphone/Computer ein Zeitfresser. Vor allem wegen Newsapps (Zeitungen, WordPress) und Whatsapp.
    Wenn ich im ÖV sitze oder an einem Bahnhof auf den Zug warte, schaue ich herum, ob ich jemanden kenne und denke das Smartphone bleibt heute in der Tasche. Doch ich kenne meist niemanden und da da alle anderen auf ihren Bildschirm blicken, was bleibt mir dann anderes übrig?

  3. ich bin selbst erschrocken über mich, dass es inzwischen Routine ist, morgends/abends als erstes/letztes zu sehen, was sich auf diversen Plattformen bewegt hat und ob noch ein Mail gekommen ist (obwohl ich nicht mal ein bestimmtes erwarte). bei mir selbst hat sich der Konsum auch von gelegentlichem Zeitvertreib zu hause verschoben ins lebensechte Unterhaltungen nur in Teilen zu verfolgen und in irgendeiner Form gleichzeitig online zu sein.
    es ist wirklich furchtbar, wenn man bewusst darauf achtet, zu bemerken, wie viel Zeit man seinem Handy widmet, anstatt verrückte Unterhaltungen zu führen. Kurz und bündig und mit den Worten von Rachel Wolcin: “ I think people spend too much time staring into screens and not enough time drinking wine, tongue kissing and dancing under the moon“

  4. Ich glaube mit der Ansicht bist du nicht alleine. Ich finde es auch immer wieder sehr faszinierend, wenn ich die Menschen um mich herum beobachte. Wenn die Menschen irgendwo warten müssen oder mit der Bahn/dem Bus fahren, dann schauen sie alle angestrengt auf ihre Smartphones oder Tablets und sind in den sozialen Netzwerken unterwegs oder Spiele spielen. Ich glaube den jeweiligen Menschen ist das Ganze einfach nicht bewusst. Ich wohl fast das komplette Gegenteil von diesen Menschen, da ich mit meinem uralt Mobiltelefon nur SMS schreiben und telefonieren kann. Aber selbst das Telefon habe ich selten an. Facebook nutze ich eigtl. nur nebenbei bzw. um zu sehen was die anderen Menschen machen. Bei manchen Menschen ist es inzwischen wirklich wie ein Tagebuch, nur das man hier öffentlich lesen kann, was geschrieben wurde. Doch dadurch kann man sich nicht mehr austauschen, wie es dem anderen geht oder was es neues gibt. Vielleicht haben wir heutzutage auch nicht mehr wirklich die Zeit dazu uns entspannt mit anderen Menschen zu treffen und zu reden. Wir sind ständig unterwegs oder haben Dinge die wir erledigen müssen. Wenn ihr dann doch einmal nichts zu tun haben, dann brauchen wir die Zeit auch einfach mal, um für sich zu sein und das zu machen, worauf wir Lust haben.

  5. Siehst Du, und auch wenn ich geschätzt 2.5 mal so alt bin wie Du… Ich seh’s genauso.
    Und eine gezogene Konsequenz: gestern hab ich Facebook deaktiviert, die App gelöscht, und allen anderen Apps den Zugriff auf Facebook entzogen. Geht doch.
    Meine Frau hat es noch und wird es 100% auch nicht verlassen, daher verliere ich auch nicht jeglichen Kontakt zu den Freunden dort. Aber: der Zwang, regelmäßig da „vorbeizuschauen“ ist nun entfallen. Mehr Zeit für anderes ist entstanden. Winning 🙂

  6. Ansprechender Artikel, vor allem, weil ich ebenfalls glaube, dass es wichtig ist, für das Thema zu sensibilisieren. Persönlich bin ich in keinem sozialen Netzwerk mehr vertreten und kommuniziere ausschließlich per Mail – seit einem halben Jahr funktioniert das auch ganz gut.

    Allerdings komme ich immer wieder in Situationen, in denen man ohne Facebook und Co. keinen Zugriff auf wichtige Informationen oder Angebote hat – sei es in der Schule/Uni (Aufgaben und Lösungen), im Privatleben (Partys und Treffen) oder auf bestimmten Online-Plattformen. Ich halte es für wichtig, den Zugang zu Informationen nicht an die Mitgliedschaft bei bestimmten Netzwerken zu binden – was allerdings nur mit einer ausreichen großen Zahl an Menschen funktioniert, die ebenso denken.

  7. Oh ich sehe das genauso!
    Unsere Gesellschaft verändert sich immer mehr zum negativen. Ich persönlich habe keine der oben beschriebenen sozialen Netzwerke. NEIN ich möchte nicht einen auf Moralapostel machen, doch bereue ich es nie (und habe es auch noch nie bereut) mich nirgends anzumelden. Seit neuestem bin ich hier aktiv, doch ich habe mir vorgenommen diese Plattform nicht auf meinem Smartphone zu installieren, dass ich wenn mir langweilig ist, hier nicht „surfen“ kann. Ich weiß noch nicht ob das Sinn macht 😀
    Das einzige Mittel über welches ich zu erreichen bin ist mein E-Mail-Account (oder eben mein Handy wenn es mir nahestehende Menschen sind), doch manchmal denke ich mir schon, dass FB & co. schon auch seine Vorteile haben. Beispielsweise muss ich immer erst Mitschüler fragen ob sie mir nicht freundlicherweise die Unterlagen per Mail schicken könnten, weil es nur auf FB gepostet wurde. Doch auch das ist reine Bequemlichkeit und es ist ja wirklich nicht zeitaufwendig.

    Es ist erschrecken, wie du es beschrieben hast, dass Kinder nebeneinander sitzen und miteinander virtuell „spielen“. Ich denke mir dann immer wieder, redet doch miteinander! Geht raus spielen oder sonstiges. Doch sie sitzen nur herum und hämmern auf ihre Tablets/Smartphones ein.

    Um zum Schluss zu kommen, würde ich an dieser Stelle das Youtube-Video von Gary Turk „Look up“ empfehlen! Das beschreibt meiner Meinung nach genau unsere Gesellschaft und stellt Probleme dar.

    – „Smart phones and dumb people“

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