Die digitale Gefahr – wurdest du schon ausspioniert?

Ich weiß, dass die Enthüllung der globalen Überwachungs- und Spionageaffäre durch die NSA schon eine ganze Weile zurückliegt, aber da ich mich sowieso in letzter Zeit besonders mit Medien beschäftigt habe und immer an dieses Thema zurückdenken muss, wollte ich unbedingt einen Blogpost hierzu erstellen. Im Prinzip geht es darum, dass Edward Snowden 2013 enthüllt hatte, die National Security Agency in den USA überwache Telefone und das Internet unter dem Vorsatz, terroristische Anschläge zu verhindern. Das klingt ja auf den ersten Blick rühmlich und eine gewisse Angst der Amerikaner bezüglich weiterer Anschläge ist nicht zu unterschlagen. Allerdings soll auch Angela Merkel laut Spiegelonline in über 300 Berichten überwacht worden sein. Ebenfalls sollen Internet-Profile „normaler Bürger“ ohne Grund oder eben aus unbegründeten Verdachten heraus überprüft worden sein.

The Internet is watching you...
The Internet is watching you…

Wenn also jeder Mensch durch Staatsorgane überwacht werden darf, ohne einen besonderen Anlass oder spezifischen Verdacht, so werden die Menschenrechte mit Füßen getreten. Denn Artikel 12 der Menschenrechte befasst sich genauer mit der Freiheits- und Privatsphäre und besagt, „Staatliche Ein­griffe sind danach nur zulässig, wenn sie auf der Grund­lage eines Geset­zes geschehen, dass sein­er­seits wieder gerechte — nicht willkür­liche — Eingriffsvoraus­set­zun­gen beschreibt.“ Der Artikel ist natürlich länger und breiter gefächert aber dieser Ausschnitt zeigt nun einmal die Kernaussage.Nun ist sich die Frage zu stellen, ob das Handeln der NSA willkürlich ist, aber ich denke diese Frage kann jeder Einzelne für sich selbst beantworten.

Leider kann ein normaler Student, wie ich es bin, kein Einblick in die NSA-Datenbank erlangen, um genauer darüber zu urteilen, inwiefern die Spionage gerechtfertigt ist. Allerdings ist mir in meinem Umfeld aufgefallen, dass zwar jedem bewusst ist, dass er/sie in jeder Sekunde im Internet überwacht werden kann, aber das denken der Menschen pendelt zwischen Gleichgültigkeit und Faulheit, etwas dagegen zu tun/sagen. Das Menschenrecht eines jeden Menschen kann in dieser Sekunde verletzt werden und haben wir nicht aus der Geschichte gelernt, dass es ungemein wichtig ist, die eigene Meinung kundzutun und auf die persönlichen Rechte zu bestehen? Vielleicht werde ich ja jetzt auch Opfer, aber mir ist es nicht egal…

5 Kommentare zu „Die digitale Gefahr – wurdest du schon ausspioniert?

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  1. Es stellt sich schnell die Frage, was man tun kann. Es ist doch interessant, dass wir uns nicht einmal als Land oder die dritthöchste Person (vermutlich hat man Bundespräsident und Bundesratspräsident auch hie und da mal belauscht) im Staate zu schützen weiß. Es gibt mittlerweile Computer und Programme, die einem eine gewisse Anonymität verschaffen. Das ist eine Möglichkeit, doch inwiefern auch diese Maßnahmen problemlos umgangen werden können, ist noch die Frage. Es gibt nur einen Schutz und das ist der, nicht alles im Internet zu teilen. Sich wieder stärker auf das persönliche und direkte Gespräch zu besinnen und dabei das Handy einfach Zuhause liegen zu lassen. Ich mache das und das Leben funktioniert auch ohne diese Nervteil sehr gut 😉

  2. Nun Sophie, interessantes Thema, ein Stück weit schwierig. Was können wir tun? Unsere Schutzmaßnahmen im Kleinen (nicht alles bei FB posten, Bilder nicht alle instagrammen, etc.) sind das eine, aber das Grundproblem ein Anderes.
    Wenn unser Staat, die Regierung (und ich kritisiere sie eigentlich nur ungerne, weil es schon schlechtere gab) und speziell natürlich eine Betroffene wie Angela Merkel es nicht schaffen „wollen“, überwachungssicher zu sein, dann ist die Schlacht von vorne herein verloren. Schau dir utopisch scheinende Fernsehserien an, wie bspw. 24. Etwas Schlimmes, wie die Überwachung der Kanzlerin kommt heraus und der amerik. Präsident wird damit konfrontiert. Was passiert?
    Nun, ganz wie in der Serie wusste er natürlich nichts davon, er kann es nicht verstehen, es gibt einen berühmten „Untersuchungsausschuss“. Irgendein Geheimdienstchef wird um den Präsi zu schützen (was ein Wortspiel) sein Amt niederlegen und geht in Rente. Der Präsident gelobt Besserung, er ist ja unschuldig, und drei Jahre später kommt raus, dass sie trotzdem weiter gemacht haben. Warum? Weil es sie einen Scheiß interessiert ob uns das passt. Es ist egal, die Chinesen schicken uns Trojaner ins Kanzleramt, die Russen sind das reinste Hacker-Eldorado und Amerikaner und Briten überwachen halb Europa. Sie lassen sich nicht reinreden, sie hören es nie auf. Europa und gerade Deutschland sind ein enormer wirtschaftlicher Faktor weltweit und der kalte Krieg mit Waffen und Atomarsenal aus den 80ern wird nun virtuell fortgesetzt. Unsere Regierung weiß das, deswegen werden pro forma ein paar BND-Mitarbeiter nach Washington geschickt, etc. um des Volkes Seele zu beruhigen, aber hinter den Kulissen ändert sich nichts.
    Würden wir (der Staat) uns sonst weigern Snowden zu befragen, ihn zu unterstützen oder Asyl zu gewähren? Bestimmt nicht. Wenn Snowden ein chinesischer Whistleblower wäre, wir würden ihn als Helden feiern, aber so haben wir Angst vor der eigenen Courage. Wir spielen weiter das Spielchen mit und wissen, dass es sich nie ändern wird.
    Du kannst im Kleinen etwas ändern, aber alles andere ist träumerische Utopie. Ob du am Hauptbahnhof von Kameras erfasst wirst, vielleicht Bewegungsprofile aus deinen Handydaten, Mautsäulen an der Autobahn und deinen Kreditkartendaten erstellt werden, all das kannst du nicht bestimmen. Außer du steigst aus und ziehst als Eremit in die Wüste…. nur aufpassen dass es dort kein Öl gibt, sonst bleibst du nicht lange alleine.

  3. Das mit Frau Merkels Handy war eine Ente. Ausspioniert / „umfassend durchleuchtet“ wurde ich schon mal. Jeder kann jeden „umfassend durchleuchten“ lassen. Denunzieren, am besten anonym.
    Danke für den interessanten Artikel.

  4. Um es mit den Parolen der Partei aus einem meiner Lieblingsromane zu sagen:
    Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke

    Es ist Gleichgültigkeit, und nach dem Motto „YOLO“ sind wird auch zu träge uns mit solchen weniger erfreulichen Themen in unserer Freizeit zu befassen. Erst wenn der Einzelne selbst betroffen ist, wird ein Umdenken stattfinden, mit anderen Worten, wenn zu spät ist.

    Außerdem findet die Überwachung nicht nur in den Zentren der Geheimdienste statt. Keiner von uns weiß genau was Facebook, Google oder andere Internetgiganten alles über uns sammeln. Cookies im Browser, Datenschutzerklärungen von Smartphone Apps, da landen tonnenweise Daten bei Unternehmen, die wiederum Schnittstellen zum Beispiel zur NSA haben.

    Man muss ich nur die tägliches Newsbeiträge von IT-Fachzeitschriften ansehen (nein, nicht Computerbild). Wenn nicht täglich, dann wöchentlich, tauchen neue Nachrichten auf, die beinhalten:
    Dropbox AGBs erlauben dem Konzern unsere Dokumente zu durchwühlen, E-Mail Provider analysieren die Mails ihrer Kunden, die geheimen Schlüssel zur sicheren Kommunikation von SIM-Karten sind irgendwie, keiner weiß warum, an Geheimdienste gelangt, etc.

    Und wer sich darüber aufregt wird mit zwei Argumenten konfrontiert:
    a) Ich habe nichts zu verbergen
    b) Dann nutze es doch einfach nicht mehr

    Zu a)
    Jeder von uns hat etwas zu verbergen, auch wenn einem vielleicht im ersten Moment nichts einfällt.

    Zu b)
    Statt den Datenschutz zu unterstützten oder zumindest die Sammelwut transparenter zu gestalten, soll ich mich in die gesellschaftliche Isolation begeben?

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