YOLO.

Jeder Jugendliche kennt das Wort und dessen Bedeutung „YOLO“ was You only live once also wortgemäß „Du lebst nur einmal“ heißt. Eigentlich eine schöne Redewendung, die es auch zuvor als „Carpe Diem“ (Nutze den Tag) gab. Das 2012 zum Jugendwort des Jahres gewählte Kürzel wurde zunächst von sehr wenigen Jugendlichen benutzt und eben so verstanden, wie es jeder zunächst versteht – als eine Art Motto, das zum Antrieb dient. Mit dem aufkommen des Unterschiedes zwischen Mainstream und Hipster wurde das Wort immer gebräuchlicher und wurde nahezu immer und von jedem genutzt, weshalb sich auch die Bedeutung des Wortes veränderte.

Irgendwann wurde „YOLO“ genutzt als Entschuldigung für dumme Entscheidungen, wie Schule abbrechen, für lebensgefährliche Aktionen, zum Beispiel für Mutproben und generell wurde das Wort so „missbraucht“. Meiner Meinung nach ist das sehr schade, da der Gedanke jeden Tag für das eigene Glück zu nutzen und die Erfüllung der eigenen Lebensträume vorne anzustellen, sehr wichtig ist. Es ist absolut richtig jede Situation positiv zu sehen und immer das Beste von sich und seiner Situation zu halten- wie Vollblut-Optimisten.

Optimisten werden oft verurteilt, das Leben nicht ernst zu nehmen, durch eine „rosarote Brille“ zu blicken und den Ernst des Lebens nicht zu realisieren. Aber gibt es das überhaupt? Ich denke, dass es den Ernst des Lebens gar nicht gibt, sondern daran, dass wir ihn uns selbst auferlegen, indem wir das Leben viel zu ernst nehmen. Natürlich ist es wichtig einen Beruf zu haben und mich persönlich würde ein 400 Euro Job auf Dauer wahrscheinlich auch nicht glücklich machen, allerdings ist für mich ein erfolgreiches Leben lediglich ein Leben, dass mich (und nur mich) glücklich macht.

Bildquelle: http://image15.spreadshirtmedia.net/image-server/v1/compositions/111366311/views/1,width=235,height=235,appearanceId=1/-MOUSTACHE+TRIANGLE+YOUNG-WILD-FREE+HIPSTER+EYE-T-Shirts.jpg

15 Kommentare zu „YOLO.

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  1. Ja und nein,.. und wenn es zum Glücklichwerden beiträgt, Menschen, die einem etwas bedeuten, glücklich zu machen. Und ja, wir selbst sind es, die uns auferlegen, zu funktionieren, fängt in unserem maroden, menschenfeindlichen Bildungssystem an und geht bis zum Alter weiter… als Mittel gegen diese Uniformisierung gilt es Selbstbewusstsein zu bilden und einen kritischen Geist zu entwickeln, meine ich. Z. B. Wieviel lebenswerter wäre die Gesellschaft, wenn nur ein kleiner Teil der Arbeitskraft abgezweigt würde zu Gunsten von Kreativität bei jedem einzelnen. Ein weitreichendes Thema. LG ☺

  2. …allerdings ist für mich ein erfolgreiches Leben lediglich ein Leben, dass mich (und nur mich) glücklich macht… ???
    Vielleicht sieht es einmal anders aus, wenn Du Teil einer eigenen Familie sein wirst.

    »Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens liegt im Sinn selbst. Dass es unendlich viel Sinn gibt, den wir erkennen und verändern können, ist schon der Sinn. Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Der Sinn des Lebens ist das Leben, die Auseinandersetzung mit unendlichem Sinn, an der wir glücklicherweise teilnehmen dürfen. Dass wir dabei nicht immer glücklich sind, versteht sich von selbst. Dass es Unglück und unnötiges Leiden gibt, ist ebenfalls wahr und sollte der Anlass dazu sein, das Menschsein neu zu bedenken und uns moralisch zu verbessern. Vor diesem Hintergrund ist es allerdings wichtig, sich Klarheit über unsere ontologische Situation zu verschaffen, da der Mensch sich immer im Zusammenhang damit verändert, was er für die Grundstruktur der Wirklichkeit hält.« (Markus Gabriel: ‚Warum es die Welt nicht gibt‘)
    s. https://www.youtube.com/watch?v=6MeMCMA38_w

  3. Ich finde, dass es den Ernst des Lebens durchaus gibt und dass es vielmehr darauf ankommt, was man daraus macht. So wie das mit der Zitrone und der Limonade. Un gäbe es die Zitrone nicht, gäbe es auch keine Limonade.
    liebe Grüsse

  4. Ein bisschen stimme ich dir zu. Vor allem sollten wir selbst mit unserem Leben glücklich sein.
    Allerdings ist es für manche Menschen gar nicht leicht, herauszufinden, was sie glücklich macht. Oder es umzusetzen. Leider zeigt die Realität oft, dass nicht jede/r die gleichen Chancen hat. Leider. Ein Gedanke von mir dazu: https://kopfueberblog.wordpress.com/2015/03/03/sackgasse-perspektivlosigkeit/

    Vielen Dank für deinen Text, der zum Weiterdenken animiert.

  5. Genau das habe ich auch immer gedacht! Bevor das ganze losging, fand ich es inspirierend.
    Und jetzt: Ein Motto, das von den Jugendlichen völlig missverstanden wurde. Ich kann nicht anders, als genervt mit den Augen zu rollen, wenn ich jemanden „YOLO“ sagen höre als Grund oder Entschuldigung. So macht man’s sich natürlich leicht.
    Aber es gibt ja noch andere Mottos 🙂

  6. Wobei das Wort Yolo schon sehr stark von seinem Ursprungssinn abstrahiert wurde. Meiner Meinung nach genauso wie: „Lebe jeden Tag als wäre es dein Letzter“ – Ein Aufruf den Moment und die Existenz zu genießen und nicht ein Aufruf sein Leben so schnell wie möglich zu (ver)leben.

  7. Aua! Als Überbleibsel der Generation Carpe Diem ist der Aufstieg und Fall von YOLO offenbar völlig an mir vorbei gegangen. Hat zumindest weitaus mehr Substanz als Gammelfleischparty oder Hartzen. Schöner Blog übrigens, weiter so – und immer schön den Tag nutzen!

  8. Es ist nicht ganz einfach die richtige Balance zwischen ernst sein und gelassen sein zu finden. Die Redewendung „Ernst des Lebens“ gibt es nicht ohne Grund, genauso spricht man aber auch von einem „gesunden Optimismus“. Und nur zu leicht driftet man ab. Zwischen ernst oder verbissen sein, beziehungsweise zwischen gelassen oder nachlässig sein ist es dann nur ein schmaler Grat.
    Der Trend unter dem Motto YOLO bewegt sich, wie Du völlig richtig beschreibst, zur Nachlässigkeit, aber was war eigentlich die ursprüngliche Bedeutung?
    Außer dem Gedanken „jeden Tag für das eigene Glück zu nutzen und die Erfüllung der eigenen Lebensträume vorne anzustellen“ hat es für mich nämlich noch einen weiteren, düstereren Leitgedanken: Du musst wieder aufstehen, wenn du fällst! Du lebst in der Tat nur einmal, eine weitere Chance bekommst du nicht.

  9. Genau so ist es. Un die erste Bedeutung ist doch viel schöner. Ich habe mich immer geweigert das zu sagen, weil alle es mit der zweiten Bedeutung aufgefasst haben

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