Was bedeutet heute schon Freiheit?

Freiheit= Leben ohne Zwänge; das ist wohl die einfachste Definition, die man für das Wort Freiheit findet. Ich muss ehrlich sagen, dass ich schon lange über Freiheit schreiben wollte und viele unstrukturierte Gedanken zu dem Thema hatte, wobei wenig dabei war, was wirklich „gut genug“ für einen Blogeintrag ist. Daher habe ich ein schönes Zitat herausgesucht, dass meinen Vorstellungen am ehesten zusagt:

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will. – Jean Jacques Rousseau

Schließlich sieht jeder den Begriff anders und die Meinungen zu diesem Begriff gehen sehr weit auseinander – sowohl bei Menschen verschiedener Nationen als auch innerhalb der Kulturen.
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Für einige bedeutet Freiheit, die eigenen Menschenrechte uneingeschränkt ausleben zu können und darauf zu vertrauen, dass diese berücksichtigt werden. Das ist natürlich eher in Ländern der Fall, in denen das schwierig ermöglicht werden kann.

Für andere ist Freiheit die Chance reisen zu können und sich Lebensträume zu ermöglichen. Und für Kinder kann es schon Freiheit sein, einige Süßigkeiten essen zu dürfen oder länger als bis 6 Uhr draußen mit den Freunden zu spielen. Subjektiv eben.

Aber Freiheit wird nur dann es kostbares Gut betrachtet, wenn sie einem genommen wird und deshalb ist es umso wichtiger, sich darüber Gedanken zu machen BEVOR sie weggenommen werden kann. So kann das Wahlrecht verloren gehen, wenn man es nicht ausnutzt und beispielsweise „die Falsche“ Partei an die Macht kommt. Wie ich schon mehrmals beschrieben habe bin ich eine der Personen, die sich sehr gerne alles aufschreiben und Listen zu allen möglichen Sachen verfassen.

Wie wäre es also mit einer Liste von Freiheiten, die mir wichtig sind? Schließlich kann man nur dafür kämpfen, dass sie erhalten bleiben, wenn man weiß wofür man kämpft.IMG_0320

Meine Freiheiten:

-Mobilität durch mein Auto

-die Menschenrechte als höchstes Gut

-das Wahlrecht

-Handlungsfreiheit, solange niemand der Mitmenschen dadurch beeinträchtigt wird

-freie Entfaltung, ich kann werden wer ich will und wann ich will

und wahrscheinlich noch viel mehr, aber das ist all das, was mir im Moment einfällt. Diese Liste muss man sich nicht über das Bett hängen, aber man sollte sich immer bewusst sein, was einem wichtig ist und achtsam sein, falls es einem genommen werden könnte.

18 Kommentare zu „Was bedeutet heute schon Freiheit?

Gib deinen ab

  1. Und besonders die Freiheit, seine Meinung frei zu äussern ohne dafür eingesperrt zu werden oder daß man dafür getötet wird. Der Anschlag auf „Charlie“ im Januar ist immer noch aktuell – auch wenn nicht darüber berichtet wird.
    LbG Isi

  2. Ja, das ist eine sehr wichtige Freiheit und wir, die wir in einem demokratischen Land leben, sind sicher dafür dankbar. Aber richtig „FREI“ sind wir nicht, denn wir werden in eine soziale Schicht hineingeboren. Diese Schicht hat bestimmte Regeln, an die man sich halten muss, wenn man der Gesellschaft angehören will. Wir werden in eine Familie hineingeboren, gegenüber der wir auch Pflichten haben, denen wir uns nicht entziehen können, oder sollen – denn daraus haben sich schon viele Menschen „befreit.“ Wir haben vielleicht selbst eine Familie gegründet, Kinder bekommen, für die wir Verantwortung und Sorge tragen.
    In diesem Rahmen beanspruchen wir „Freiheiten“, wie SOPHIE sie meint.
    Die Menschenrechte, die währen der französischen Revolution beschlossen wurden: Egalité. Liberté et Fraternité sind hohe ideale Ziele, aber erreicht sind sie auch bei uns nicht völlig.
    Trotzdem sind wir froh, dass wir hier in Europa leben und unsere Meinung frei äußern dürfen, außer den Neonazis. (Korrigiert mich , wenn ich irre – wurde die Partei nicht verboten?)

  3. Ich hatte schon oft den Ansatz, etwas dazu / darüber zu schreiben. Bislang fehlte der gewisse Moment. Freiheit, die wir meinen, ist ein Kompromiss glaube ich. Weil sie dort an ihre Grenzen stößt, wo andere Dinge Einfluss auf uns nehmen, Bedürfnisse nahestehender Menschen, Erwartungshaltungen der Gesellschaft, ununterbrochene Werbebestrahlung allüberall… Allerdings stellt sich beim Infragestellen dieser Dinge die Frage nach der – unerfüllbaren – absoluten Freiheit.

    1. Nicht erst die Bedürfnisse Anderer beeinflussen unsere Freiheit, auch unsere eigenen, wie Müdigkeit oder Hunger. Eine absolute Freiheit kann es also nicht geben.

    1. Das stimmt, gerade heute habe ich eine demenzkranke Frau gesehen und hatte neben Mitleid auch ein unvorstellbar großes Glücksgefühl, dass ich und meine Lieben zur Zeit alle gesund sind.

  4. @sophieleben Bedeutet Freiheit nicht viel eher Verantwortung? Für mich sind diese beiden unwiederruflich miteinander verbunden. Man kann nicht frei sein, wenn man sich nicht der anderen Lebewesen um sich herum bewusst ist. – Nur ein kleiner Gedanke hierzu 🙂

  5. Ich finde es auch sehr wichtig und richtig, über Freiheit im Kleinen, also angefangen bei mir) nachzudenken. Ich habe mir darüber z.B. bei der Gründung einer Internet-Gruppe Gedanken gemacht und dort geschrieben:

    Lass jedem anderen Menschen hier in der Gruppe genau die gleiche Freiheit, die Du Dir auch selbst gönnen möchtest, ohne bei Deinem Tun die Freiheit der anderen einzugrenzen.

    oder anders (verneinend) ausgedrückt:

    Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu.
    (letztere als Goldene Regel bekannt aus dem neuen Testament)

    Ich kenne den Spruch jedoch von einem Bildchen, das meine Oma aufgehängt hatte und dessen Inhaltsvielfalt ich nach und nach im Leben begriff.

    Da ich ja auch einen Blog über Projekte schreibe, möchte ich das Thema auch dort gerne aufgreifen, da Projektregeln oft dahin tendieren, Freiheiten einzugrenzen im Sinne der Zielerreichung. Ich selbst habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, jedem in einem Projektteam so viel Freiheit wie möglich zu lassen und mich mit allzu vielen Vorgaben und Richtlinien zurückzuhalten, so lange eben nicht die Gruppe und das Projekt an sich eingeschränkt wird durch die (vielleicht manchmal auch falsch verstandene) Freiheit eines einzelnen.

    Freiheit kann ja nicht bedeuten, dass jeder tun und lassen kann, was er gerade möchte. Denn das würde zumeist die Freiheit anderer einschränken und eben auch die Lebenswege von gleich mehreren Menschen behindern können.

    Ich merke gerade selbst, wie schwierig das Thema ist und werde mir sicher noch mehr Gedanken dazu machen.

    Danke für die Anregung
    Erhard Schrebb

  6. Sehr schöner Beitrag! Man muss sich sowas immer wieder bewusst werden. Meine Freiheit ist, immer und überall kreativ sein zu können. Ich kann immer und überall schreiben und meinen Gedanken sowie Fantasie freien Lauf lassen.
    Liebe grüße!

  7. Eine der schönsten und wichtigsten Freiheiten ist denken zu können, was immer man möchte. Niemand sieht es, niemand hört es und niemand wird es je erfahren, wenn es denn nicht möchte. „Die Gedanken sind frei.“

  8. Die Grenzen setzen wir uns oftmals selbst. Auch in einem freien Land, kann man unfrei Leben, wenn man seine eigenen berechtigten Bedürfnisse zu sehr gesellschaftlichen Zwängen unterordnet.

    Oft höre ich, dass dies und jenes nicht geht. Dann frage ich: „Wer sagt das?“ und „Warum?“ Einem Impuls nach zu spüren, der einen vielleicht auf neue Wege führt, die einen aus seinem Hamsterrad rausholen, ist gut. Nichts überstürzen, aber in sich wirken lassen. Ruhen lassen. Los lassen.

    Viele Menschen fühlen sich in ihren eigenen Beziehungen gefangen. Sie kommen nicht raus. Eine der meisten Gründe, warum Menschen in eine psychosomatische Klinik gehen sind Beziehungsprobleme, die einem die Luft zum Atmen nehmen.

    Es gibt unendlich viele Aspekte unter diesem Thema. Freiheit ist das, was wir daraus machen. Und mache können sich gar nicht vorstellen, wie sehr viele gefangen sind in diesem unserem demokratischen Land.

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