Ironic

„Ein alter Mann, wurde 98 gewann im Lotto und einen Tag später starb er.“

Manchmal denkt man, dass der Wurm drin ist und alles, was man anpackt schief geht – egal wie sehr man es versucht. Alles wird angefangen aber nichts beendet und man ist kurz davor aufzugeben. Das Lied berichtet von so vielen Dingen, die falsch laufen können und der Ironie dahinter. Es ist schon etwas älter, wobei ich persönlich Lieder wie diese über alles liebe. Aber ist es nicht immer so, dass man glaubt, für einen selbst ist es am schwersten und alle anderen bekommen ihr Leben mal so nebenbei auf die Reihe?

Man kann so viele Freunde und Bekannte beobachten, die etwas in ihrem Leben gefunden haben, was sie zu einem besonderen Menschen macht, egal ob das ein toller Partner, ein cooler Beruf oder ein erfüllendes Hobby ist und man selbst steht da und weiß nichts mit sich anzufangen? Zumindest ging mir das immer so, wobei ich neben Turbo-Abi und einem Chaos-Leben auch nie wirklich viel Zeit gehabt hätte auch nur über eines der Punkte nachzudenken. Mein Ziel seit der Mittelstufe war es, einfach das Abi zu schaffen, weil mir jeder Lehrer (vor allen Dingen in mathematischen Fächern) gesagt hat, ich würde es nie schaffen. Tja jetzt habe ich mein durchschnittlich gutes Abi im ersten Anlauf geschafft und im G8-System und studiere BWL, was nicht gerade mathelos ist…

Es stimmt schon irgendwie, dass man das schaffen kann, was man erreichen möchte, wenn man nur alles daran setzt, dieses Ziel zu erreichen, fehlen einem jedoch die Ziele oder die Zielstrebigkeit, so ist das etwas ganz anderes. So ist es bei mir gerade. Ich habe NIE einen Gedanken, daran verschwendet, was nach dem Abi passieren würde, weil ich das einfach erst einmal schaffen wollte. Keine Ziele oder genaue Vorstellungen zu haben ist für mich allerdings etwas ganz Neues. Natürlich habe ich jetzt Zeit meine Ziele „für das Privatleben“ zu verfolgen, aber Karriere machen und erfolgreich zu sein war immer meine oberste Priorität und nun weiß ich nicht wie.

Mit einem sehr erfolgreichen BWL Studienabschluss wird man auch mit großer Wahrscheinlichkeit Erfolg haben, aber die Frage ist derzeit, ob ich das wirklich will: a) Als Formelauswendiglerner und Bürohengst erfolgreich sein oder  b) mit „dem eigenen Hobby“ Geld verdienen und zumindest davon leben können?IMG_0443

Der Verstand sagt a) , da es wichtig ist sich die eigene Existenz aufzubauen und unabhängig zu sein, was ziemlich wichtig ist. Das Herz sagt b) , um ein glückliches Leben zu führen. Und die Sorgen sagen, dass beides schief gehen kann. Und ohne das Böse zu meinen, euren guten Rat kann und werde ich dabei nicht berücksichtigen, weil es allein meine Entscheidung sein muss.

17 Kommentare zu „Ironic

Gib deinen ab

  1. und ich wollte gerade einen „guten Rat“ hier rein schreiben, aber der wird dir jetzt für immer und ewig fehlen und irgendwann denkst du mal wenn du älter bist „hätte ich doch früher wie ich noch jung war den Rat von werner lesen können“ Kopf hoch !

  2. Liebe Sophie!
    Du wirst deinen Weg finden, da bin ich sicher, egal wie verschlungen er vielleicht sein wird. Es wird in jedem Fall DEIN Weg sein.
    Allerdings sehe ich das mit den Ratschlägen ein wenig anders.
    Du sollst ja nicht nach dem Fahrplan eines anderen Menschen leben, aber verschiede Blickwinkel können manchmal sehr hilfreich sein seinen eigenen Horizont zu erweitern.
    Und ja, die Verantwortung für dein Leben kann dir niemand abnehmen und letzendlich ist es deine Entscheidung, aber „With a little help from my friends“ kann man hin und wieder auch was entdeckten, was man alleine vielleicht übersehen hätte 😉
    Und es gibt keine falschen Entscheidungen, nur Lernschritte.
    Viel Erfolg und Spaß 😀

  3. Genau die (!) Frage stellte ich mir heute mehrfach in meiner (nicht erfreulichen) Position im beruflichen Hamsterrad . Variante a) für die ich bald keinen Nerv mehr habe, oder b), welches ich derzeit nur in meiner Fantasie auslebe. 😉 Ich wünsche dir für deinen Weg das Ziel, welches du mit Freude erreichen möchtest. 🙂

  4. Nun gut, wenn ich einen Rat hinschreiben darf, den Du natürlich nicht beherzigen sollst, dann ist es dieser. Für jeden möglichen Weg Fakten sammeln, sich informieren, Bücher zu den Themen lesen. Und dann eine Zeit nichts mehr aktiv in irgendeiner Richtung tun, was Lebensziele betrifft. Dein Inneres wird dann irgendwann eine Entscheidung im Unterbewusstsein aufbereitet haben und Dir präsentieren.

    Dies meine Empfehlung, Rat würde ich es auch nicht nennen. Es ist auch ein bisschen Lebenserfahrung, dass es nicht gut ist, reine Bauchentscheidungen ohne Fakten zu treffen, aber ebenso falsch sein kein, allein den Verstand zu nutzen und die Gefühle auszuklammern, Daher halt die Empfehlung des mittleren wegen dazwischen. Gut informieren und dann abwarten.

  5. Liebe Sophie, ich denke, dein Herz hat sich bereits entschieden.
    Natürlich ist es wichtig, sich eine Existenz aufzubauen. Aber wer sagt denn eigentlich, daß es nur ein entweder – oder gibt? Vielleicht läßt sich ja doch beides miteinander kombinieren? Wenn es nicht parallel geht, dann vielleicht ja nacheinander. Am Ende ihres Lebens bereuen viele Menschen, daß sie zu wenig ihren eigenen Zielen gefolgt sind. Ich wünsche dir, daß du bald deinem Herzen folgen kannst.

  6. Liebe Sophie,
    von Ratschlägen halte ich auch nichts. Auch Ratschläge können Schläge sein, zumindest dann, wenn es heißt: „Du musst unbedingt dies und das tun!“
    Ich war damals in der gleichen Situation wie Du, in jedoch anderer Ausprägung. Es kommt jedoch aufs Gleiche raus: Ich wusste nicht -> Was tun? Was will ich? Da war nix!
    Ich bin wohlgemerkt Jahrgang 71 als es noch kein Turboabi und G8 gab. Ich habe in der ersten Jahreshälfte des Jahrgangs 12 die Schule abgebrochen (entgegen aller „Ratschläge“ Dritter), weil ich aufgrund diverser Schicksalschläge zu nix mehr fähig war. Ich habe gejobbt, im Supermarkt Regale mit Dosen gefüllt und dann wieder einen neuen Anlauf gewagt und die 12 fertig gemacht. Danach habe ich wieder „unterborchen“ und eine Lehre angefangen und bereits nach 2,5 Wochen geschmissen, weil es für mich unerträglich war. Dann wieder zurück in die Schule und die 13 beendet (ich kam ja quasi aus den Sommerferien und habe kein Jahr dadurch verloren).
    Nach dem Abi wieder großes Fragezeichen. Ich und Technik? Möglich! Ingenieur? Okay! Also studiert mit vielen vielen Zweifeln und mich so durch gequält. Wieder alles schmeißen? Von null anfangen?
    NEIN!!! Jetzt durchziehen und mal durchbeißen.
    Meine Diplomarbeit war ein Drama. Ich hing tief in den Seilen und musste alle Energie aufbringen, es zu Ende zu bringen. Ich hätte kotzen können: Was habe ich da bloß studiert! Zu Ende gemacht mit Diplom.
    Dann zu arbeiten angefangen in einem Bereich, in dem ich nicht das machen musste, was ich vertieft habe. Behörde! Furchtbar! Oh, das ging gar nicht. Dann in einen Konzern gewechselt und seitdem arbeite ich dort 16 Jahre. Mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Misserfolgen, Freud und Leid.
    Heute stehe ich wieder an der Wegscheide und überlege, ein Psychologiestudium zu beginnen – neben meinem Job. Ich suche mir im Privaten, Dinge, die mich erfüllen. Schreiben, Sport, unter Gleichgesinnten die Freizeit gestalten.
    Jeder hat seine ganz eigene Biographie. Hinterher ist man immer schlauer. Bring alles nichts. Tun, was sich gut anfühlt. Bereut habe ich nie etwas, da ich es – als ich es entschieden habe – für richtig hielt. Punkt. Alles wird gut!

  7. Wo du so erzählst, dass dein Ziel war, deinem Mathelehrer zu zeigen, dass du es DOCH schaffen kannst … weißt du, ich glaube, dass es mindestens drei verschiedene Arten von Zielen gibt:

    1. die, die man setzt, um es anderen zu zeigen,
    2. die, die man setzt, um sich selbst etwas zu beweisen und
    3. die, die sich ergeben, weil sie aus dem Herzen kommen und die tiefsten Wünsche und Sehnsüchte ausdrücken.

    Während das Erreichen der ersten beiden Arten von Zielen zwar schön ist und Genugtuung liefert, wird nur das Erreichen der dritten Art dich mit Zufriedenheit erfüllen. Erfüllung ist das Stich- und Zauberwort!

    Ich glaube auch, dass es besser ist, eine Weile ziellos zu sein, als sich Ziele zu setzen, die vermutlich in Kategorie 1. oder 2. fallen, nur um welche zu haben. Wer schreibt denn bitte vor, dass man immer ein Ziel verfolgen muss, um einen Lebenssinn zu haben oder eine Daseinsberechtigung? Eine Auszeit kann wundervolle Ideen, Wünsche und somit Ziele hervorbringen.

    … und das Lied finde ich ebenfalls wunderschön. Ich singe immer laut mit, weil ich es mit Freiheit und Befreiung assoziiere.

  8. Ratschläge und Ziele (mittel- und langfristig) hin oder her: die interessantesten Menschen, die ich getroffen haben, hatten nur kurzfristige Ziele und waren offen für viele Varianten des Lebens. Das entschieden sie dann, wenn es so weit war – der eine, der durch Amerika zog und doch plötzlich häuslich wurde genauso wie jener, der eine Familie gründete und jetzt in der Welt herum reist.

    Einen Masterplan von G bis T zu erstellen und dann ab zu arbeiten – da wird zu viel verpasst und ist auch nicht planbar.

  9. Liebe Sophie,
    ich habe in früheren Zeiten meinen Weg oft genug gefunden, indem ich von (meist ökonomischen) Sachzwängen geleitet wurde. Häufig habe ich darauf gehört, was mir andere empfohlen haben.
    Inzwischen habe ich gelernt, auf meine innere Stimme zu hören. Das habe ich erst lernen müssen.
    Geholfen hat mir dabei ein Übung, die ich bei Robert Betz kennen gelernt habe: Einen Monat lang jeden Morgen als allererstes einen leeren Zettel und einen Bleistift nehmen. Aufschreiben, was einem Wünschenswertes, Erstrebenswertes einfällt. Den Zettel danach wegwerfen.
    Nach einem Monat schreiben die meisten jeden Tag das gleiche auf wie am Vortag, die Wünsche werden klarer und konkreter.
    Als Kür ist es noch hilfreich, sich zu fragen, was auf der Liste mir am wichtigsten ist. Und die Wünsche in der Gegenwart zu formulieren, als habe man sie bereits erreicht.
    Der Verstand wird danach immer noch nicht wissen, wohin die Reise gehen soll.
    Währenddessen hat das Unterbewusstsein in diesen vier Wochen die Weichen gestellt.
    Gute Reise.
    Liebe Grüße,
    Ulf

  10. Fang einfach etwas an, von dem Du denkst, dass es Dir für den Rest Deines Lebens gefallen könnte. Es wird sich schon herausstellen,ob es so sein wird. Wenn nicht, starte neu 🙂 DasLeben ist voller Chancen. Es ist gar nicht schlimm, davon einmal eine zuverpassen…

  11. Lass es einfach mal geschehen. Es kommt die Zeit da geht Dir ein Licht auf. Eile bringt da nix. Das ist jetzt nicht wirklich ein Rat, aber das sollte es auch nicht sein. Es kommt wie es kommt und auch falls Du Dich falsch entscheidest, Türen gehen niemals komplett zu… Hammer Song übrigens 😉
    lg Markus

  12. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich jetzt fühlst, da ich in einem sehr ähnlichen Konflikt stecke. Nur dass ich die „falsche“ Ausbildung leider schon angefangen habe. Jetzt ist sind noch fünf Monate übrig – Abbrechen wäre jetzt also das Blödeste, was man machen könnte! Oder?
    Ich weiß nur eins: Dass dieser Beruf nicht das ist, was ich die nächsten 50 Jahre machen will. Dass er eigentlich etwas ist, was ich garnicht machen will. Und dass es mindestens fünf andere Sachen gibt, die ich super gerne machen will und die mich meinem beruflichen Traum näher bringen.
    Leider kommt diese Erkenntnis etwas viel zu spät. Ich meine: Klar, ich bin auch erst 24 und hab noch mein ganzes Leben Zeit mich durch alle möglichen Berufe zu schlängeln, Nur bin ich in einer Zwickmühle: Schlucke ich die – mittlerweile sehr bittere – Pille und mache meine derzeitige Ausbildung fertig, um eben eine Grundausbildung in der Tasche zu haben – auch wenn die Gefahr besteht, dass ich daran zugrunde gehe, weil sie mich fast schon krank macht? Danach kann ich ja immer noch den anderen Weg gehen. Oder breche ich jetzt ab und gehe sofort den anderen Weg, wodurch ich mich zwar allgemein wohler fühlen würde, aber mich zum Einen in eine finanziell problematische Lage bringen würde und zum Anderen würde ich mir Vorwürfe machen, dass ich die Ausbildung nicht abgeschlossen habe?
    Die Wahl fällt mir wirklich sehr schwer. Die Arbeit macht mich sehr unglücklich. Im Moment sieht es sogar so düster aus, dass ich vermutlich nicht mal zur Abschlussprüfung zugelassen werde. Aber bis jetzt hab ich jede Suppe ausgelöffelt, die ich mir eingebrockt hab. Ich kann nur hoffen, dass ich an dem Dreck nicht kaputt gehe.

    Du siehst, du bist nicht alleine. Ich hoffe, wir finden beide jeweils eine Lösung, die uns glücklich macht.

    Liebe Grüße,
    Steffie von CreaSTYLity

  13. Ich persönlich finde Theologie und Psychologie sehr spannend. Parapsychologie. Unentdeckte Wege. Spannung pur. Neue Wege. Z.B. Walter v. Lucadou.

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