Cybermobbing und der moderne Lebensstil.

Nein, das war keine Blog-Pause, aber das scheint entweder niemand gemerkt zu haben oder meine Beiträge wurden einfach nicht vermisst. Jedenfalls hoffe ich dank meiner mittlerweile wieder ordentlichen Internetverbindung wieder regelmäßig schreiben zu können. Daher schreibe ich heute über ein Thema, dass ich bereits des öfteren angeschnitten habe und immer thematisieren wollte, jedoch fällt es unglaublich schwer für diese sensiblen Themen die richtigen Worte zu finden.

Trotz der Tatsache, dass Cybermobbing in bestimmten Fällen strafbar ist, ist es natürlich sehr schwer diejenigen Menschen strafrechtlich zu verfolgen und zuerst aufzufinden, die glauben, andere Menschen im Internet anonym beleidigen zu müssen. Das scheint auch schon das erste Problem zu sein: Jeder Mensch ist in der Lage, Bilder aus dem Internet zu kopieren, sich einen anderen Namen auszudenken und ein Internetprofil beispielsweise auf Facebook anzulegen, bekannte Menschen anzuschreiben und zu versuchen deren Vertrauen zu erlangen. Jeder Mensch wurde in seinem Leben von jemand anderem schon einmal verletzt und viele wollen dann Rache üben und „zurückverletzen“. Andere wiederum testen die Treue des Partners indem sie mit einem „Fakeprofil“ testen, ob derjenige fremd gehen würde.

IMG_1281Gerade junge Mädchen, die sich von netten Nachrichten geschmeichelt fühlen und diesen „freundlichen Jungs“ aus dem Internet geradezu vertrauen wollen, fallen oft auf diese falschen Identitäten herein, weil sie sich beliebt und geliebt fühlen wollen. Und Trends wie „Sexting“, wobei Nacktbilder über das Internet verschickt werden, sind für gerade diese Gruppe unglaublich gefährlich und führen sehr schnell zu Mobbing durch die Verbreitung der Bilder und nahezu jeder scheint an seiner Schule schon einmal einen solchen Fall bemerkt haben.

Es ist einfach – fast langweilig einfach- Menschen, denen man es niemals im echten Leben in das Gesicht sagen könnte, im Internet zu beleidigen oder Gerüchte zu verbreiten. Solche Nachrichten auf Facebook können dann kaum verhindert werden, da sobald ein Profil gesperrt wurde innerhalb weniger Sekunden eben ein Neues angelegt werden kann. Zudem kann man sich im wahren Leben durch Freunde, Respektspersonen, Eltern und im Notfall den juristischen Weg währen. Im Internet ist man den gemeinen Aussagen komplett ausgeliefert. Wer einmal Bilder hochlädt kann sie nur schwer wieder heraus bekommen und wer Spaß an Beleidigungen findet, ist nur schwer zu stoppen.

Die Opfer werden immer wieder mit dem Erlebten konfrontiert, können im schlimmsten Fall später nur schwer einen Beruf finden, da Arbeitgeber in der Lage sind sehr schnell unangenehme Bilder zu finden und seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Zudem sind sogar Langzeitschäden möglich, da sich logischerweise das Selbstwertgefühl der Betroffenen durch jeden Kommentar, jede Beleidigung verringert und sich das furchtbare Gefühl und die schlechten Erfahrungen in das Gedächtnis brennen. Deshalb sollte jeder Überlegen, wie wichtig es ihm ist sich selbst für 3 Minuten besonders cool zu fühlen, weil er sich rächen will, es ihm Spaß macht oder er seine Langeweile besiegt hat, und über die Folgen seines eigenen Verhaltens nachzudenken.

18 Kommentare zu „Cybermobbing und der moderne Lebensstil.

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  1. Ein wirklich wahnsinnig wichtiges Thema, das viel öfter angeschnitten werden sollte. Die Meisten machen sich keine Gedanken darüber, dass Läster-Whats-App-Gruppen schon zum Mobbing gehören und das ist eben wirklich das problematische. Wie du geschrieben hast, ist Mobben im Internet einfach total leicht und passiert schnell, aber die Folgen …
    Lg innenlebendesreiters

  2. Ich hab vor ein paar Jahren einen Film mit Emily Osment synchronisiert, der genau dieses Thema behandelt. Ich muss gestehen, dass ich – dadurch, dass ich mit dem Thema bis dahin nicht wirklich in Berührung gekommen war – geschockt war. Fluch und Segen des Internets. Das Resumee des Filmes war, offen darüber zu reden, wenn einem so etwas passiert.
    Wen die Thematik interessiert, dem kann ich den Film sehr ans Herz legen.
    http://www.imdb.com/title/tt1930315/?ref_=nv_sr_2
    Ja, das Internet vergisst nichts, deshalb sollte man ganz genau überlegen, was man schreibt und postet.
    Und ich finde, dass ein altes Sprichwort mehr denn je Aktualität hat: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu!“

    1. Ich habe den Film gesehen! Krass, dass du ihn synchronisieren durftest! 🙂 Aber egal.
      Wie man auch sieht, ist der Film eher ein kleiner (also nicht so populärer) geblieben. Daran sieht man doch schon, dass man das Thema viel öfter ansprechen sollte…
      Der Film, jedenfalls, hat mir gefallen, er hat genau die richtigen Töne getroffen und gezeigt, dass nicht nur das Selbstwertgefühl angekratzt sein kann, sondern dass es zu verheerenden Folgen kommen kann.
      Ganz wichtig solche Filme, Blogbeiträge oder Berichte!
      Lg

  3. Das Problem ist doch, dass die Opfer des Cybermobbings meistens zu jung sind, um sich über die Konsequenzen bewusst zu sein. In der Altersgruppe kann man vermutlich nur mit direkter Konfrontation etwas erreichen. Schwieriges Thema und der richtige Umgang mit dem Internet sollte Eltern und Lehrern ein ganz besonderes Thema sein.

  4. Hello
    Ich habe es schon bemerkt. Viele Blogger machen mal eine kreative Pause. Gewollt oder ungewollt.
    Das Dasein eines Blogs und das eines Bloggers erweist sich oft ganz anders, als er/sie sich es vorgestellt hat.
    Es gibt hier, in der Blogszene, keinen Blog-Hoster bei dem ich noch nicht war. Die meisten sitzen ja im Ausland. (Frankreich) Viele Blogger preschen vor und … Nur wenige halten es lange durch. Man muss schon ein Ziel vor Augen haben.
    Target. Bastel dir ein Ziel, „was will ich erreichen“.
    Google+,facebook,twitter und so weiter hatte ich auch schon. Am Ende ist man für alle nur ein Werbeträger. Die bringen einem nicht viel.
    Der reellste ist WordPress.
    Mit Blogs angefangen hatte die Telekom. Die haben es aber sehr schnell wieder eingestellt. Da gab es noch sehr viele echte, emotionale Blogs. Das war denen wohl zu echt?
    Würde ich heute „echt“ bloggen, dann würde ich damit auch Geld verdienen wollen.
    Da gibt es sehr viele Möglichkeiten.
    Dein Thema heute finde ich gut. 1996 hatten sie mal einen Mitschüler fertig gemacht. In den Pausen reichten sie immer die neuesten Bilder von ihm herum. Er stand da im Pausenraum, ganz allein und viele andere lachten. Über ihn. Das fiese war, die Bilder waren allesamt Fakes. Ich traf ihn ein paar Jahre später noch einmal. Die anderen auch. Er hatte einen guten Job, durch die Ausbildung. Die anderen, die „Geschichtenerzähler“ und die Lacher sind fast alle ohne Anstellung geblieben oder hangelten sich so durch. Bei mir kommt dann die Frage auf, gibt es so etwas wie eine höhere Gerechtigkeit?
    Lüge und Wahrheit kann man im Alltag kaum auseinander halten, im Netz ist es vollkommen unmöglich. Besonders bei Bildern.
    Ciao und schönen Abend noch.

  5. Ich habe Cybermobbing vor einem knappen Jahr sehr, sehr bitter am eigenen Leib erleben müssen. Die mobbende Person konnte ich identifizieren. Ihr Agieren hörte erst mit der Androhung rechtlicher Konsequenzen auf. Da ich eine „Person des Öffentlichen Lebens“ bin, war es heikel und bitter. Doch bei Jugendlichen ist es noch prekärer, da es persönlich in besonderer Weise trifft. Daher habe ich in der Vergangenheit im KU eine Einheit zur „Sicherheit im Netz“ gemacht. Passt wunderbar zum 5. und 8.Gebot.

  6. Das Problem ist auch, dass die Opfer nicht nur zu jung sind; sondern so beeinflusst werden, dass Opfer zu Tätern werden. Und dieser Teufelskreis des Schweigens, ist noch so schwierig zu brechen.

  7. Ich denke immer, dass wir es früher – vorm Kriech – in vieler Hinsicht einfacher hatten. Natürlich gab es Leute, die „in“ waren, und solche, die nicht dazugehörten. Aber der Rahmen war ohne Smartphones und Internet einfach wesentlich kleiner.
    Eine Kollegin hat mir vor einigen Wochen mal erzählt, dass die Mutter einer Mitschülerin ihrer Tochter sie davon in Kenntnis gesetzt hat, dass ihre Tochter wiederum (die der anderen Mutter) im Rahmen einer What’s-App-Gruppe gemobbt wurde. Und die Kinder sind erst 11 Jahre …

  8. Ich stimme dir voll zu!!! Man macht die Welt kein Stückchen besser, wenn man jemand anderen „beleidigt“ oder etwas verbietet zu tun, und weiß gott ist niemand berechtigt jemand anderen etwas zu verbieten oder gar zu beleidigen!!

  9. Ja die gefahren des Internet werden von der Jugend unterschätzt. Deshalb sage ich immer das ich froh bin geboren zu sein in einer Zeit ohne Internet und Smartphone.

  10. Deine Beiträge gefallen mir, obwohl ich eine ganz andere Generation bin. Du machst dir wenigstens Gedanken und beschäftigst dich mit deiner Umwelt. Leider tun das zur Zeit viele junge Menschen nicht, als 68er kann ich das gar nicht verstehen. Mach du auf alle Fälle weiter so!

  11. Ein sehr interessanter Beitrag. Zum Glück habe Ich seit der Grundschule (Ich studiere gerade) persönlich nichts mehr von Mobbing mitbekommen. Für mich war dieses Phänomen ausgestorben und Ich war der Meinung, dass es keine Menschen gibt, die so gelangweilt und unzufrieden sind, dass sie es an anderen auslassen müssen und man sich notfalls dem Mobbing entziehen kann, wenn man nicht darauf eingeht. Der zweite Punkt ist gerade für einen jungen Menschen schwer aber vielleicht hilft es auch sich ein wenig aus dem Netz und vor allem den sozialen Netzwerken zu entziehen. Da Mobbing ja häufig dort stattfindet!? Ich habe dann letztens vom kleinen Bruder meiner Freundin erfahren, dass er in seiner Klasse gemobbt wird / wurde. Ich kann leider nicht aus Erfahrung reden aber Ich gab ihm den Tipp einfach nicht darauf zu hören. Ist so etwas denn unmöglich für einen Gemobbten?

  12. Ein wichtiges Thema. Nehme demnächst an einem Elternabend zum Thema Internet und Kinder teil. Hoffe, da noch etwas dazulernen zu können. Meine Tochter wird zwölf.
    Wie können Eltern ihre Kids besser schützen? Letztens fragte sie mich, ob sie Instagram auf ihr Handy laden dürfe. Sie verstand, dass ich verneinte, weil ich finde, dass sie noch zu jung ist, um verantwortungsvoll auf den social network-Plattformen unterwegs zu sein.
    Kinder wachsen heute mit dem Medium Internet auf. Es gehört mit dazu. Darum ist gute Aufklärung über die Risiken so wichtig.

    Zum Thema: Mich vermisst keiner…
    Weißt Du doch garnich…😉
    Schön weitermachen.
    Danke für den Beitrag!

  13. Liebe Sophie
    ich hab deine Beiträge sehr vermisst – weil du immer so interessante Themen hast und sehr gut und auch ehrlich darüber schreibst. 🙂
    Ich freue mich immer wenn ich etwas von dir lesen kann.

    Liebe Grüße

    Monja

  14. cybermobbing ist echt ein sehr heikles und extrem schwieriges thema. ich denk mir oft, dass ich froh bin, in den 00er-jahren teenager gewesen zu sein und nicht jetzt. vor youtube und snapchat und facebook und allem anderen. es ist wohl schwierig, kindern und jugendlichen klarzumachen, welche konsequenzen online-verhalten haben kann 😦

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