Die heikle Gewichtsfrage.

„Man darf doch eine Frau nicht nach ihrem Gewicht fragen!“ –  habt ihr diesen Spruch auch schon einmal gehört? Ich hasse ihn, macht nicht genau das, das Gewicht zu einem so wichtigen Thema? Einem Thema , welches man ja nicht ansprechen darf? Das Gewicht ist doch sowieso nicht vergleichbar: jeder ist unterschiedlich groß, anders gebaut und nur weil ich schwerer bin als jemand anders heißt das doch noch lange nicht, dass ich ungesünder lebe?! Dann habe ich halt mehr Sport gemacht und dadurch mehr Muskelmasse.

Der Gesundheitstrend wird durch Instagram mit den Bildern von glücklichen Salatessern und Posts von gesunder Ernährung sowieso ständig weiter aufgebauscht. Und wehe es wagt jemand auch nur 2 mal die Woche Fast Food zu essen! Was ist mit all dem Fett, dem Cholesterinspiegel, der Figur? Poste doch lieber ein Bild aus dem Fitnessstudio und zeige den anderen wie zielstrebig du an deiner tollen Sommerfigur arbeitest! – (Ironie Ende.) Es ist natürlich wichtig, sich in dem eigenen Körper wohlzufühlen, selbstbewusst seinem Umfeld entgegenzutreten und mit sich selbst zufrieden zu sein. Sich aber nur durch seine Figur zu definieren, Komplimente fischen zu gehen und Menschen mit anderer Lebenseinstellung zu diskriminieren ist nicht richtig.

Leider gibt es jedoch nicht nur die eine extreme Einstellung, sondern auch die Andere, die diejenigen Menschen bilden, die unter Adipositas leiden. Laut dem Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung leiden in den USA ungefähr zwei Drittel der Menschen an Übergewicht. Und das ist nicht nur furchtbar, wegen den Folgen wie Mobbing und Ausgrenzung, sondern auch, da Betroffene eher an Diabetes oder Bluthochdruck leiden.

Was kann man also selbst tun? Ich sage ganz salopp: Sei nicht der-/diejenige, der/die den Mitschülern Beleidigungen auf dem Schulhof hinterher rufen muss! Sei nicht abschätzig, da Gewichtsprobleme egal in welcher Weise nicht zwangsläufig bedeuten, dass die jeweilige Person schwach ist und „sein Leben nicht auf die Reihe bekommt“! Hinter Gewichtsproblemen können immer auch Krankheiten stecken und nein, das sieht man den Menschen nicht an. Sei nicht nur auf Äußerlichkeiten bedacht und versuche die Menschen kennenzulernen bevor du dir auch nur irgendein Urteil erlauben darfst. Denke einfach darüber nach, was du tust und sagst.

16 Kommentare zu „Die heikle Gewichtsfrage.

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  1. Richtige Einstellung, aber die muss man eben auch erst lernen. Manchen gelingt es, anderen nicht. Irgendwie gab es das schon immer, dass sich über Dicke lustig gemacht wurde, (was es natürlich nicht rechtfertigt).Durch Social Media wurde das auf eine neue Stufe gehoben. Was sich früher in einem relativ kleinen, sehr übersichtlichen Kreis abspielte, wird durch die neuen Medien öffentlich. Die Anonymität im Netz macht es möglich, dass sich viel mehr am Bashing beteiligen, schon weil sie den / die Betroffenen nicht in die Augen sehen müssen. Schmerzen verursacht es auf diese und auf jene Weise. Ob man sich deswegen nun in jedem Fall der Diktatur von Instagram & Co. unterwerfen muss, muss letztendlich jeder für sich allein entscheiden. Ein Außenstehender erkennt auch nicht, aus welchem Grund jemand Übergewicht hat. Ein Thema war das jedenfalls schon immer, schließlich sang schon 1978 Marius Müller-Westernhagen „Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin ..“ Das Bild, das man im Allgemeinen von Dicken hat, hat sich in den Zeiten von Fast Food nicht wesentlich geändert. Es gibt jetzt wahrscheinlich mehr als früher. Die Frage ist eben, wie man damit umgeht, und manchmal ist’s nur eine Stilfrage.
    Herzliche Grüße, Eberhard

  2. Ja, dass dem Gewicht viel zu viel Bedeutung eingeräumt wird, ob nun in TV, Netz oder Alltagsleben, ist ganz klar und schon lange ein (nicht gerade einfaches) Thema. Vor allem der Twiggy Wahn, der bis heute anhält, ist problematisch. Nicht nur, weil dadurch Menschen mit durchaus normalem, gesunden Gewicht oft schon als „fett“ und Adipöse sowieso von vorneherein als „undisziplinierte Schweine“ angesehen werden, sondern auch weil ungesund Schlanke im Endeffekt immer in ihrer Meinung bestärkt werden, sie müssten technisch gesehen sogar noch schlanker werden.

    Wer sich zu lange und intensiv mit dem Thema Essen beschäftigt, ob nun zu viel oder zu wenig, verliert oft gänzlich den Blick dafür, was „normales Essen“ eigentlich ist, was es bedeutet zu essen, wenn man hungrig ist und es zu lassen, wenn man es nicht ist.

    Gesundes, ausgewogenes Essen, dafür braucht man heute fast schon einen Ernährungsberater und Wohlfühlgewicht, was war das nochmal?

    Ich bin beileibe keine Vorzeigefrau, was das betrifft, aber immerhin kann ich auf die Frage nach meinem Gewicht ehrlich behaupten:“Ich habe nicht die geringste Ahnung“ weil die Waage schon vor Jahren aus unserer Wohnung verbannt wurde. Ich merk auch so, wenn ich mehr Bauch hab als mir lieb ist, und mein Körpergefühl unterscheidet auch viel besser als sie (eine klassische, nicht eine Körperfettwaage) ob da jetzt Muskel dazugekommen ist oder ob das Gulasch und die Pizza es sich in meinem Fettgewebe bequem gemacht haben.

    Die Frage ist wohl wirklich, wie wir alle zu einem natürlicheren Umgang mit dem Gewicht kommen können. Ein Schritt dahin ist sicher, der Frage nach dem Gewicht nicht mehr so viel Bedeutung beizumessen.

  3. Ich finde es ganz fürchterlich, wenn andere über irgend jemand urteilen. Oft habe ich es auch schon getan, irgend welche Vorurteile vorschnell rausgeschossen und im gleichen Moment habe ich es bereut. Gerade beim Gewicht ist es schnell da, das Vorurteil.
    Ciao und einen schönen Tag noch.

  4. Ein schwieriges Thema. Ich finde es schon richtig, nach einem gesunden Körper zu streben und dabei auch in gewissem Maße auf seine Ernährung zu achten und Sport zu machen, übertreiben sollte man es aber nicht, das geht dann schnell wieder in die ungesunde Richtung. Das wichtigste ist einfach, sich und seinen Körper zu akzeptieren und sich wohl zu fühlen, unabhängig davon, ob man jetzt eine Modelfigur hat oder eben nicht.
    Liebe Grüße innenlebendesreiters

  5. Ähnlich ist es mit der Alterssache. Frauen – und das habe ich oft gehört – darf man nicht nach dem Alter fragen, da sie sich sonst alt, hässlich und unbegehrt fühlen. Dabei verstehe ich nicht, wieso man sein Selbstwertgefühl nach dem Alter richtet und bei zunehmenden Alter das Selbstwertgefühl sinkt, wenn man es anspricht. Frauen sind keine Sexobjekte, die sich durch ihre Äußerlichkeit definieren lassen.

  6. In unserer Gesellschaft wird sowieso nur auf das Äußerliche geschaut und ob sich derjenige in seiner dünnen/dicken/normalen Figur wohlfühlt weiß sowieso keiner…
    und wer definiert überhaupt dünn/dick/normal & co.?

  7. Du sprichst mir aus der Seele. Es ist wirklich wahr, das wenn man nur nen Kilo zuviel auf den Rippen hat teilweise echt blöd angeguckt wird. Gerade als heranwachsende Person, nimmt einen sowas doch schon mit. Ich war nie richtig schlank, hatte immer ein bisschen mehr auf den Rippen. In meiner Jugend und vor allem in meiner damligen Clique war ich immer die „dumme“ die der Bauch gestreichelt worden war, und bei aller Liebe habe ich mit meinen damals 75kg bei 1,79m Körpergröße kein Übergewicht gehabt. Heute habe ich Seelenfrieden mit meiner Figur gefunden. Jeder sollte so Leben wie er es für richtig hält. Andere zu verurteilen nur weil sie dem eigenen Maß nicht entsprechen ist mehr als unfair und deutet von fehlender Intelligenz und ja, vielleicht auch Erziehung hin.

  8. Im Großen und Ganzen teile ich Deine Gedanken, allerdings sehe ich noch ein anderes, dem entgegengesetztes Problem: Es gibt einen Haufen Leute, die tatsächlich an ihrem Körperumfang arbeiten sollten, einfach aus gesundheitlichen Gründen. Als ich noch zur Schule ging, war tatsächlich nahezu jedes dicke Kind in unserer Schule „krank“. Ich kenne einige Menschen, auch Familienmitglieder, die tatsächlich Krankheiten haben, die zu Ihrer Fettleibigkeit führen, aber zumindest damals (nun gut 20 Jahre her) war das auch eine bequeme Ausrede für die, die sich schlicht und einfach besser hätten ernähren und mehr hätten bewegen können.
    Mir fehlt eine gesellschaftliche Debatte über selbstverschuldete Probleme mit dem Körpergewicht, die respektvoll geführt wird und dadurch – insbesondere bei Jugendlichen – ernsthaft etwas ändert.
    Das Problem hat m.M.n. heutzutage zwei Richtungen. Dank allzu aggressiver Werbebotschaften und Fernsehsendungen à la Frau Klums Mädchenverachtung gibt es mittlerweile viel zu viele – erneut insbesondere jugendliche – Menschen beiderlei Geschlechts, die gesundheitsgefährdend mager sind.

  9. Mir geht gerade das in den social media auf den Keks. Man hat den Eindruck jeder würde sich gesund ernähren. Und mich kann man gerne nach meinem Gewicht fragen, ich weiß es nämlich nicht, ich habe keine Waage, weil Gewicht nicht das wichtigeste ist (und ich habe gute Gene 😉 aber trotzdem)

  10. Mädels…..
    Fangt bloss nicht an, sich jedes ach so vermeintliche Kilo „Übergewicht“ runterhungern zu wollen. Den meisten Männern … und ich rede von Männern und nicht von Jünglingen, sind 10 Kilo mehr an Gewicht lieber als auch nur fünf zu wenig. Den gesundheitlichen Aspekt sollte man allerdings wirklich nicht ausser acht lassen. Ich selber schlepp bei 175 Größe auch gut an die 25 Kilo zuviel mit mir rum, aber mir gehts trotzdem gut dabei.

  11. Komisch für Frauen ist das Gewicht und das Alter immer ein Thema, neben den Problemen in Bauch, Beine und Po. Ich werde das nie verstehen, was sicherlich daran liegt das ich ein Mann bin. Männer haben Adepositas und reden nicht darüber weil es wichtigeres gibt zum Beispiel wie der Verein in der Bundesliga spielt.

  12. Da stimme ich dir vollkommen zu, liebe Sophie. Es ist ja sogar die Rede davon, dass Gesundheit und die Beschäftigung mit Ernährung, Fitness etc. für unsere Generation so etwas wie eine „Ersatzreligion“ werden könnte. Vielleicht habe ich als jemand, der lange Zeit unter einer Essstörung gelitten hat, eine nochmal etwas andere Sicht auf dieses Thema. Trotzdem finde ich es erschreckend, wie der Fokus sich gerade verschiebt – dass wir uns nicht mehr an intellektuellen oder zwischenmenschlichen Maßstäben messen und vergleichen, sondern an äußerlichen. An messbaren, wie Kalorien, Oberarmumfang oder eben Gewicht.

  13. wie Recht du hast, immer diese Menschen die alles in Kategorien und Körperformen einteilen müssen, du sprichst mir aus der Seele.Die Waage gibt es auch hier nicht mehr, zeigt sie doch eh immer dattselbe an.
    Alles hängt mittig zusammen, sodaß ich seit mindestens 10 Jahren für schwanger gehalten werde, was ziemlich nervt..für Sport zu faul, ich „renne “ täglich auf der Arbeit schon genug umher.
    Leben und leben lassen, so soll es sein!

  14. Liebe Sophie ich finde diesen Beitrag sehr gut, vor allem spricht er wohl vielen aus der Seele. Ich finde aber, dass es nicht nur ein Gesellschaftsthema ist, was gerade durch Instagram etc groß raus kommt, sondern, dass es vor allem ein Thema ist, was tief in unseren Köpfen verankert ist. Was bringt es mir, wenn ich mich über Sportposts oder Leute die ihr ganzes Leben zum social media Lifestyle machen, aufrege? In erster Linie muss jeder lernen mit sich selbst zufrieden zu sein -als wären es die Lifestyler. Wer eine gesunde Einstellung zu seinem Körper hat, ist auch auf einem guten Weg ein gesunden Körper zu haben. Es ist nicht nur, dass mir die Leute Vorurteilslos begegnen, sondern auch, dass ich mir an die eigene Nase fasse und mich akzeptiere egal wie ich derzeit aussehe, sonst akzeptieren mich andere auch nicht.. Vielleicht etwas geschwollen 😉
    Vielelicht interessiert dich das hier: https://lautgedachtlautgelacht.wordpress.com/2015/05/12/der-angewinkelte-arm/

    Alles Gute dir

  15. Ich finde deine Einstellung sehr vorbildlich und teile sie mit dir . Leider ist es schwierig in der Welt von Heute, eine Balance zu findedn zwischen „Ich will gesund leben und mein Körper ist mir wichtig“ und „Ich muss dünn sein, sonst will/liebt mich niemand“. Es ist sehr traurig aber wahr. In meiner bisherigen Schulzeit wurde ich mit vielen Mobbing Situationen konfrontiert, die genau dieses Thema des Gewichts anschneideten. Diese Momente sind stark in meinem Gedächtnis verankert. Dein Blogbeitrag hat mir sehr gut gefallen… Behalte diese Einstellung 🙂

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