Über Angewohnheiten und Möglichkeiten darauf zu reagieren.

„Hör doch endlich auf damit! Es nervt!“ Das denken sich wohl die meisten, die nicht alleine wohnen und mit den Angewohnheiten ihrer Mitbewohner oder Familienmitglieder kämpfen. Die meisten Angewohnheiten sind ertragbar und wenn man die Person mit dem Makel mag, dann kann man schon einmal darüber hinwegsehen. Wahrscheinlich fragen sich die meisten von welcher Art Angewohnheit ich spreche. Beispiele wären: sehr lautes schnarchen, mit dem Fuß wackeln, lautes singen im Haus (vor allen Dingen abends oder morgens), an den Fingernägeln kauen, ständiges schimpfen/schreien, Putzzwang, Rauchen, zu spät kommen, ungewöhnlich lautes Essen und ständige Ja-Sager.

Allgemein sind Angewohnheiten, Dinge die wir regelmäßig wiederholen, die wir uns wie das Wort sagt mit der Zeit angewöhnt haben. Das ist meistens ein Prozess der uns selbst kaum oder gar nicht auffällt und uns nicht unbedingt gut tut, wie das Rauchen. Warum gewöhnen wir sie uns dann denn an? – das ist eine Frage die ich mir sofort gestellt habe. Nach langem Überlegen konnte ich keine einzelne Ursache festmachen aber verschiedene Beispiele finden. Ursachen könnten unter anderem Langeweile, Unzufriedenheit und eventuell Vereinsamung sein. Meistens merkt man jedoch selbst nicht, welche Angewohnheiten man hat und realisiert es erst, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird und man die Chance hat, es zu beobachten. Logischerweise kann man jedoch erst an sich selbst arbeiten, wenn man weiß, was man denn verbessern soll.

IMG_1297[1]Man sagt auch: „Man kann Angewohnheiten nicht einfach die Treppe herunter stoßen. Man muss sie jede einzelne Stufe einzeln heruntertreten.“

Also: auch wenn man weiß, welche Macken man aus der Sicht der Mitmenschen hat, ist es nicht einfach, diese ein für alle mal abzulegen, sondern ein langwieriges und schwieriges Geschehen. Man kann nicht von einem Tag auf den Anderen aufhören Raucher zu sein (zumindest für gewöhnlich), daher gibt es ja verschiedene elektronische Zigaretten, die meist nur eine Art „Placebo“ Effekt haben, trotzdem aber beim Abgewöhnen helfen.

Ist es also sinnvoll auf unangenehme Angewohnheiten zu reagieren? Auf jeden Fall! Egal wie nervig die Angewohnheit ist oder wie schwierig es ist, sie aufzugeben: Ich persönlich würde immer gerne darüber bescheid wissen, was Andere von mir denken. Ob man letztendlich daran arbeiten möchte ist natürlich die eigene Entscheidung und man sollte trotz allem niemanden dazu zwingen, egal ob man Lehrer, Elternteil oder Freund ist. Ich für meinen Teil finde jedoch, dass es einen Versuch wert wäre.

14 Kommentare zu „Über Angewohnheiten und Möglichkeiten darauf zu reagieren.

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  1. Es ist wirklich nicht leicht, an Angewohnheiten zu arbeiten, aber es geht, man muss eben anfangen und braucht eigentlich Hilfe von Freunden, die einen immer wieder erinnern und anstupsen. Angewohnheiten sind einfach nervig oder im Beispiel Rauchen eben sogar schädlich. Ich kenne viele Leute, die ständig am Zappeln sind, mit dem Bein wackeln, in der Schule ist das ziemlich anstrengend, wenn da jemand neben einem nicht still sitzt.
    Ich hatte das auch schon mehr als einmal, eine Zeit lang habe ich ständig geschnipst, im Sekundentakt – echt komisch … Zum Glück habe ich’s mir inzwischen abgewöhnt 😀
    Wie immer interessante Gedanken!
    Lg innenlebendesreiters

  2. Ich glaube jede Gewohnheit hat ihre ganz eigene Ursache. Man kann (schlechte) Angewohnheiten nicht verallgemeinern.
    Manche haben biologische Ursachen (wie beispielsweise lautes Schnarchen), andere macht man aus Langeweile und Bewegungsdrang (wie das wackeln mit dem Fuß), es kann einem auch einfach Spaß machen (z.B. singen) oder man hat es so vorgelebt bekommen und kennt es nicht anders (wie beim schimpfen oder schreien)
    Warum wir uns an sie gewöhnen? Weil es für den Menschen einfacher ist, wenn er nicht über jede Tätigkeit nachdenken muss – wenn er schnell handeln kann ohne lange abzuwägen. Wir speichern bestimmte Denkmuster im Unterbewusstsein ab. Deshalb bilden wir Gewohnheiten aus, die nicht alle immer gut sind.
    Das ist zumindest meine Erklärung 😉

  3. Ich stelle einfach mal die …
    Frage: Was ist eigentlich schlimm an den Angewohnheiten anderer?
    Antwort: Nur wir selbst, da wir es nicht schaffen sie zu akzeptieren.

    Der berümte hochgeklappte Toilettendeckel, die offene Zahnpasta, das stetig eingeschaltete Licht, lautes Schmatzen, an den Fingernägeln kauen, mit dem Knie wippen usw. … also die Verhaltensweisen, die wir als richtig, anstößig, nervig, ekelig usw. empfinden. Das Problem ist also unser eigenes, einprogrammiertes Richtig/Falsch-Bewertungssystem. Das z.B. durch unsere eigenen Vorlieben, Geschmack, Gewohnheiten und auch durch unsere Vorbilder geprägt wurden. Denn die Anderen verstoßen dagegen, dies lôst das Gefühl von Unbehagen in uns aus.

    Der Toilettensitz ist oben, was keine Auswirkungen auf den Rest des Universums hat. Trotzdem halten wir diese Belanglosigkeit für so wichtig, das wir deswegen diskutieren? Die offene Zahnpastatube, klaro, die Paste trocknet ein. Aber nur die ersten 0,1 ml/gr., werden dann halt notfalls weggeworfen. (Skandal – Verschwendung) Man sich übrigens auch mit angetrockneter Zahlschmiere die Zähne putzen.
    Kalt gewordenen Kaffee, halbe Biere, den offenen Wein vom Vorabend schütten wir aber weg – ekelig!? Das dies trotzdem jemand getrunken hätte (3. Welt), der sich so etwas nie leisten konnte, sich sogar darüber gefreut hätte, belächeln wir wahrscheinlich. Aber es ist unser verwöhntes Wohlstands-Bewertungssytem das Unwohlsein und Gereiztheit auslöst. Wenn andere etwas verschwenden= Skandal, verschwenden wir selbst, erklären wir dies mit einer Notwendigkeit. Schließlich ist unser Verhalten zu 99% fraglos richtig … oder?

    Wir sind in unsere individuelle Ansicht und Verhaltensweise so verfahren, verklemmt und halten sie für so richtig und wichtig, dass wir uns berufen fühlen unser Gegenüber zu unserem Verhalten zu bekehren. Und an unseren Maßstäben zu messen.

    In einer Wohlstandsgesellschaft, in der jeder auf (s)eine persönliche Entfaltung hineifert, ist die Inkompatibilität der Preis.

    ———-
    ch stelle einfach mal die …
    Frage: Was ist eigentlich schlimm an den Angewohnheiten anderer?
    Antwort: Nur wir selbst, da wir es nicht schaffen, sie vorbehaltlos zu akzeptieren.

    Der berühmte hochgeklappte Toilettendeckel, die offene Zahnpasta, das stetig eingeschaltete Licht, lautes Schmatzen, an den Fingernägeln kauen, mit dem Knie wippen usw. … also die Verhaltensweisen, die wir als richtig, anstößig, nervig, ekelig usw. empfinden. Das Problem ist also unser eigenes, einprogrammiertes Richtig/Falsch-Bewertungssystem. Das z.B. durch unsere eigenen Vorlieben, Geschmack, Gewohnheiten und auch durch unsere Vorbilder geprägt wurden. Denn die Anderen verstoßen dagegen, dies löst das Gefühl von Unbehagen in uns aus.

    Der Toilettensitz ist oben, was keine Auswirkungen auf den Rest des Universums hat. Trotzdem halten wir diese Belanglosigkeit für so wichtig, dass wir deswegen diskutieren? Die offene Zahnpastatube, klaro, die Paste trocknet ein. Aber nur die ersten 0,1 ml/gr., werden dann halt notfalls weggeworfen. (Skandal – Verschwendung) Man kann sich übrigens auch mit angetrockneter Zahlschmiere die Zähne putzen.
    Kalt gewordenen Kaffee, halbe Biere, den offenen Wein vom Vorabend schütten wir aber weg – ekelig!? Dass dies trotzdem jemand getrunken hätte (3. Welt), der sich so etwas nie leisten konnte, sich sogar darüber gefreut hätte, belächeln wir wahrscheinlich. Aber es ist unser verwöhntes Wohlstands-Bewertungssytem, das Unwohlsein und Gereiztheit auslöst.
    Wenn andere etwas verschwenden= Skandal, verschwenden wir selbst, erklären wir dies mit einer Notwendigkeit. Schließlich ist unser Verhalten zu 99% fraglos richtig … oder?

    Wir sind in unsere individuelle Ansicht und Verhaltensweise so verfahren, verklemmt und halten sie für so richtig und wichtig, dass wir uns berufen fühlen, unser Gegenüber zu unserem Verhalten zu bekehren und an unseren Maßstäben zu messen.

    In einer Wohlstandsgesellschaft, in der jeder auf (s)eine persönliche Entfaltung hineifert, ist diese Inkompatibilität untereinander der Preis.

    (Ich schließe mich da nicht aus, sondern habe mich da auch schon erwischt. Und man kann sicherlich nicht alle Angewohnheiten in einen Sack werfen. Rauchen z.B. ist mit Sucht und einer Droge verbunden, gehört meiner Meinung nach in eine andere Kategorie.)

    Schlusswort:
    Bevor wir von anderen erwarten, dass sie sich ändern … wie wäre es damit, das wir uns ändern und andere so akzeptieren, so wie sie sind?

  4. Recht hast Du… Jeder muss selbst wissen wer er ist und wer er sein möchte. Ob die Angewohnheit denjenigen (aus seiner Sicht) charakterisiert oder eben „nur“ eine Angewohnheit ist. Ich hab früher auch ganz oft mit meinen Beinen gewippt. Macht jeden nervös 🙈 Aber zum Glück gehörte das für mich nicht zu mir und ich konnte es bei ständiger Beobachtung meiner Selbst wieder abstellen.

    1. Ich finde beides gut, je nachdem wie viel Arbeit man hineinsteckt. Wenn viel mit hochwertigen Bildern illustriert ist: Reiseblog, individueller und einzigartiger wäre der NewsBlog.

  5. Das ist ein guter Diskussionsbeitrag. Ich möchte es auch, dass mich Menschen auf mögliche Angewohnheiten ansprechen. Dann kann ich mich hinterfragen ob ob mein Verhalten zwanghaft ist und ich vielleicht etwas daran ändern kann.
    Ansonsten halte ich es wie Imort. Wer sagt uns, was gut und was schlecht ist? Kann es sein, dass wir die selben Verhaltensmuster bei guten Freunden eher tolerieren als bei Menschen die uns aus irgendeinem Grund unsympatisch oder auch nur fremd erscheinen?
    Tatsächlich haben wir den Luxus, uns über Dinge Gedanken machen zu können, die für viele Menschen auf der Welt belanglos sind. Ich denke da an Menschen die keine Toilettendeckel haben und vielleicht nicht einmal eine entsprechende Keramikschüssel.

    Wenn mich das trotzdem stört und mir die Person wichtig ist, dann ist es nur ein kleiner Handgriff und ich kann den Deckel (Toilette, Zahnpasta, etc.) so drehen, dass meine Welt wieder in Ordnung ist.

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