Freizeit oder Zeitfrei? Teil 2 #CommunityPost

Ob wandern, geocachen, Fitness, ins Kino oder mit Freunden shoppen gehen: Jeder versteht etwas anderes unter seiner Freizeit! Aber wo fängt Freizeit an und wo hört sie auf? Gibt es nur die „Extreme“ Freizeit oder Arbeit? Und wie nutzt man die freie Zeit am effektivsten? Mit diesen Fragen haben Someone’s Suicide und ich uns beschäftigt und jeweils komplett unterschiedliche Artikel zum Thema verfasst.

Um in ein Thema einzusteigen, versuche ich immer, eine Definition des Schlagworts zu finden, und dann zu entscheiden, ob ich zustimmen oder mit Aspekten eine andere Sicht aufzeigen kann. Das Online-Wörterbuch von Duden schlägt zwei Beschreibungen vor:

1. Zeit, in der jemand nicht zu arbeiten braucht, keine besonderen Verpflichtungen hat; für Hobbys oder Erholung frei verfügbare Zeit
2. [mehrtägige] Zusammenkunft für Gruppen mit bestimmten gemeinsamen Interessen

Die erste Definition kam mir ebenfalls bei dem Stichwort Freizeit unverzüglich in den Sinn. Die Tatsache, dass Freizeit schlicht und einfach das Gegenstück zum Begriff Arbeit ist. Aber genauso schwer wie der Begriff Arbeit zu definieren ist, ist es auch mit dem Stichwort Freizeit. So sehen viele soziales Engagement nicht als Arbeit, da sie nicht vergütet wird, andere sehen es schon als Arbeit einen Blogbeitrag zu veröffentlichen. Zudem denke ich, dass im Begriff Freizeit viel mehr steckt, als das bloße Nicht-arbeiten.

IMG_1311Wahrscheinlich wird daher im Englischen ein deutlicher Unterschied zwischen freier Zeit und „genutzter Zeit“ gemacht. Man benutzt das Wort „leisure time“ lediglich für die Zeit, in der man nicht arbeitet und den Begriff „quality time“ für die Momente, die man wirklich genießen kann, wie unter anderem eben einen Kinobesuch oder den lange geplanten Abend mit Freunden. Daher ist es umso überraschender für mich, dass ich auf die schnelle keine Definition im Deutschen gefunden habe, die das Wort Freizeit weiter einschränkt.

Was wäre denn ein Leben ohne Freizeit? 

Könnte man es schaffen ohne „quality time“ sein Leben zu meistern? Wäre man dann denn nicht wahnsinnig erfolgreich, womöglich berühmt und reich? Anscheinend versuchen es doch viele Menschen? Eine ehemalige Freundin von mir hat alles aufgegeben (Privatleben, Freundschaften, Hobbies, Beziehung) um Ärztin zu werden. Und sie schien keine Freizeit mehr zu haben, jeden Schritt in ihrem Leben zu planen und lediglich darauf zu achten, gute Noten zu bekommen und ihrem Studienplatz näher zu kommen. Abgesehen von dieser sehr misslungenen „work life balance“ und der Tatsache, dass sie mit aller Kraft jegliche Beziehungen gegen die Wand gefahren hat, müsste sie doch ein tolles Leben haben, zumindest beruflich? Sie begann nach einem halben Jahr ihre Freizeit anders zu definieren. In einem Arztlexikon zu blättern und in der Sonne zu sitzen war ihre Art der Entspannung. Was ich damit sagen möchte ist, dass auch sie nicht komplett ohne Freizeit auskam, selbst während der Abiturprüfungen. Daher ist meiner Meinung nach ein Leben ohne Freizeit unmöglich.

Um trotz der Tatsache, dass Freizeit anscheinend ein starkes Bedürfnis der Menschen ist, genug Zeit für den Beruf, das Studium oder die Schule zu finden sollte man also die tatsächliche Freizeit effektiv nutzen. Wie das geht habe ich in wenigen kurzen Tipps zusammengefasst:

IMG_1318-Powernapping (eine sehr effektive Kurzform des Schlafs)

-To-do Listen führen (hilft mir persönlich sehr, meinen Alltag zu strukturieren)

-Keine Überforderung (Puffer und Freizeit immer mit einplanen)

-für Hobbies feste Zeiten einplanen

-nicht einhalten nicht als persönliches Versagen ansehen.

Wer sich gut organisiert und seine Zeit effektiv nutzt, muss keine Angst haben, Freundschaften oder den Job zu verlieren und lebt deutlich gesünder.

Wer jetzt gespannt ist auf den Artikel von Someone´s Suicide der sollte jetzt schnellsten den Link ansehen und seine Meinung zum Thema begutachten:

https://someonessuicide.wordpress.com/2015/05/03/freizeit-oder-zeitfrei-teil-1/

und wer ebenfalls Lust auf einen gemeinsamen Beitrag hat kann sich gerne bei mir melden.

12 Kommentare zu „Freizeit oder Zeitfrei? Teil 2 #CommunityPost

Gib deinen ab

  1. Ich habe die letzten drei Tage meine Freizeit eher vor sich hin laufen lassen. Ich wollte längst mal wieder was schreiben, aber gerade fehlt etwas. So richtig entspannt bin ich einfach nicht. Ich werde das Planen mal aufgreifen und auch überlegen, ob ich mir momentan nicht zu viele Aktivitäten auf die freie Zeit gelegt habe. Ein guter Plan für einen verregneten Sonntagabend 🙂

  2. Mich würde einmal eine Sozialgeschichte der Freizeit interessieren. Das Wort geht laut der Wiki auf „Freye-zeyt“ Zeit zurück und war im Kern ein Rechtsbegriff, der des Marktfriedens für die Zeit, wo irgendwo ein Markt abgehalten wurde. Wusste ich nicht. Ich hab auch keine Ahnung, wie die Work-Life in früheren Zeiten ausgesehen hat. Zur Zeit der Frühindustrialisierung arbeitete man 12 Stunden und mehr, Urlaub gab es kaum. Es gibt hier Dörfer, von dort mussten die Leute sogar noch zwei oder mehr Stunden Fussweg zur Arbeit mit in Kauf nehmen – und hatten zu Hause noch eine Landwirtschaft. Da war nicht mehr drin als nur Powernapping.

  3. Dass Freizeit wichtig ist durfte ich die letzten Jahre lernen. Als Gestalterin hat man ja quasi sein Hobby zum Beruf gemacht, und da wird die Unterscheidung von Arbeits- und Freizeit gern mal komplex. Einfach zwischendurch an „was Lustigerem“ zu arbeiten funktioniert allerdings nicht. Entspannende und auch mal „unkreative“ bzw. thematisch von der Arbeit entfernte Beschäftigungen sind wichtig um sich entspannen zu können und die kreativen Säfte am Fließen zu halten. Auch Leisuretime gehört dazu, um mal wirklich zur Ruhe zu kommen.

    Zusammengefasst: Freizeit als Ausgleich und um die eigene Arbeitsfähigkeit und Leistung zu verbessern.

  4. Wie wichtig Freizeit im Berufsleben ist, merkt man erst so richtig, wenn einen plötzlich stressbedingte Krankheiten ausbremsen. Bestes Beispiel ist mein Mann. Er war jahrzehnte lang ein extremer Workaholic. Überstunden, kein Wochenende, nie in Urlaub gefahren. Dann änderte sich von einem Moment auf den anderen sein komplettes Leben. Zusammenbruch während der Autofahrt … psychogene Epilepsie war die Diagnose. Von einem Tag auf den nächsten war er nicht mehr fähig seinen Beruf auszuüben … Resultat: Frührentner. Jetzt sagen vielleicht viele: super, dann hat er JETZT ja endlich Freizeit. Worauf ich hinaus will … es ist wichtig im Alltag und ganz besonders im Berufsleben, kleine und große Auszeiten mit einzuplanen. Sonst … irgendwann … streikt der Körper und holt sich das was er braucht in Form einer Krankheit.

  5. Ich finde es schön zu sehen, wie sich unsere Beiträge gegenseitig ergänzen. Von zwei unterschiedlichen Ausgangspunkten gestartet, treffen wir uns irgendwo in der Mitte. Ich fand das Beispiel mit der Ärztin gut, das zeigt, dass der Mensch immer Freizeit braucht und immer welche findet, egal wie kurz sie dann ist oder wie sehr sie umdefiniert werden muss. Faszinierend, dass im Englischen ein anderes Kriterium herangezogen wird, um unsere „Freizeit“ zu definieren. Ich sprach in meinem Artikel ja ebenfalls von der Unterscheidung zwischen Erholung und Produktives tun. Interessanterweise kann der Mensch aber auch nicht auf Arbeit verzichten, da ihm sonst die Lebensstruktur verloren geht. Du hast eine sehr schöne, flüssige Sprache, mit der du gerne auch noch längere Artikel schreiben könntest 😉

  6. Der Beitrag und Beleuchtung des Themas gefällt mir.
    Eine spannende Auslegeordnung die zum nachdenken anregt.

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