Über verspätetes Fernweh und Reiselust.

Nach dem Abitur, in der Entscheidungsphase, wie es weitergehen sollte, planten viele meiner Freunde und Bekannten eine große einjährige Weltreise, ob in Form von Work and Travel oder als Au-Pair. Diejenigen, die schon lange wussten, was sie machen wollten erzählten immer wieder von den Ländern, die sie bereisen wollten, von den Gerichten, die sie ausprobieren wollten, den Stränden, an denen sie arbeiten wollten und der Freiheit, die sie sich erhofften.

Die Welt sehen, nicht nur im Bilderbuch.
Die Welt sehen, nicht nur im Bilderbuch.

Während sie dann alle erzählten habe ich mich nur gefragt, welchen höheren Sinn eine solche Reise haben könnte. Schließlich geht so ein ganzes Jahr verloren, wenn man ab dem nächsten Wintersemester studieren möchte. Und wenn man studiert, ist man doch noch so viele Jahre finanziell (relativ) abhängig von den Eltern. Man steht einfach noch nicht auf eigenen Beinen. Das Ziel sollte doch also sein, das Studium (oder die Schulzeit generell) so kurz wie möglich zu halten, oder nicht?

Das war meine damalige Position, die ich denjenigen natürlich nicht gesagt habe, man möchte ja niemandem die Vorfreude verderben. Mein Ziel war es daher, sofort einen Studienplatz zu bekommen, mich ohne Selbstmitleid und möglichst in Regelstudienzeit durchzubeißen und mit meinem Abschluss schnellst möglich den Einstieg in das Berufsleben zu finden.

Wie ich aber schon einige Male beschrieben habe, war jedoch bereits das erste Semester im Studium eine Zeit, in der ich begonnen habe umzudenken. Ich war nicht wirklich zufrieden mit dem Fach an sich, damit, dass ich meine Stärken in dem Berufsfeld kaum ausnutzen kann. Und wahrscheinlich auch einfach die Tatsache, dass ich noch immer in dem Ort festsitze, in dem ich seit 19 Jahren lebe.

Rückblickend scheint das für mich nie ein Problem gewesen zu sein. Nie hatte ich das Gefühl weg zu wollen oder weg zu müssen. Doch dann sieht man auf Facebook die Bilder der Freunde, die auf Reisen sind und Menschen in Afrika helfen, Kinder in Chicago betreuen oder einen Roadtrip durch Amerika machen – ist es Neid? Wahrscheinlich nicht. Trotzdem ist es ein komisches Gefühl den Sommer in langweiligen Wirtschaftsrecht Vorlesungen zu sitzen und den Begriff „Erfüllungsgehilfe“ zu definieren, was so unnötig und unwichtig erscheint, neben der Arbeit , die Andere gerade leisten.

Wahrscheinlich ist es die Langeweile des Alltags, die mich gerade neugierig werden lässt. Vielleicht ist es auch die Tatsache, dass ich Erwachsener geworden bin, meine Gedanken besser formulieren kann und endlich weiß, was ich machen möchte. Was auch immer es ist, ich werde es herausfinden, werde berichten und einen Weg finden. Schließlich habe ich mir doch vorgenommen optimistischer zu denken.

Gibt es vielleicht jemanden von euch, der genauso denkt oder gedacht hat?

36 Kommentare zu „Über verspätetes Fernweh und Reiselust.

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  1. Ich wollte nach der Schule sofort ins Studium, habe das auch durchgezogen und in 15 Semestern drei Abschlüsse geschafft. Erst aus der Perspektive der zeitlichen Distanz kann ich sagen, dass so ein Jahr ganz anderer Tätigkeit(en) sicher nicht vertan gewesen wäre.

    Aber es ist eine Typfrage, die nicht pauschal beantwortet werden kann. Damals hätte ich mich damit eher unwohl gefühlt, heute überlege ich gelegentlich (oder auch häufiger), ob nicht ein Sabbat-Jahr in San Francisco eine wünschenswerte Zäsur im Berufsleben sein könnte.

    Und sollte es nie dazu kommen, kann ich auch damit leben. Leben ist Veränderung, auf allen Ebenen und permanent.

  2. Es ist nie zu spät, die Träume zu leben. Studierst Du noch? Wie wäre es mit einem Auslandssemester oder -Praktikum? Wie wäre es sonst mit ein Sabbatical? Manche Träume brauchen einfach Zeit zum Reifen. Ich habe erst mit ca. 35 angefangen zu reisen. Good luck!

  3. Wir mussten über dieses Thema in der mündlichen Prüfung von Englisch darüber diskutieren. Also ich musste mit meiner Freundin ein Dialog sprechen mit vielen Argumenten für so was.

  4. Ich finde es gar nicht so verkehrt, wenn man nicht in der Regelstudienzeit fertig wird. Ich meine man ist dann verdammt jung und hat eigentlich Ahnung von nichts- zumindest was das Berufsleben angeht. Reisen oder auch andere Wege einschlagen, das hilft einem manchmal viel weiter und verändert einen. Ich habe auch nie so ein ganzes Jahr irgendwo verbracht, aber erst eine Ausbildung gemacht und gearbeitet, bis ich dann gemerkt habe, dass ich ganz andere Dinge interessant finde. Sieh es nicht so verkrampft.

    1. GENAU meine Meinung. Was nützt es, sich schnell durchs Leben zu stressen, um dann brav den Rest der Zeit zu arbeiten… Ich war nach dem Abi ein Jahr im Ausland (Australien… wie so viele) und es war die beste ENtscheidung, die ich hätte treffen können. Ich bin schneller unabhängig, selbstständig und reifer geworden. Seit dem lässt mich zwar das Fernweh nicht mehr los und hat mich dann nochmal während des Studiums ein Jahr nach Kuba verschlagen, aber wenn nicht jetzt, wann denn dann!?! Je älter man wird, desto ängstlicher und bequemer wird man. Man muss die Zeit nutzen, in der man jung ist!! Also raus, Welt sehen, Erleben, Reifen. Reisen ist so schön!
      P.S: Und mein Studium wird nicht in Regelstudienzeit fertig, weil ich keine Lust habe Nervenzusammenbrüche wie meine Kommilitonen zu erleiden.Dafür kann ich nebenher noch ein bisschen das machen, was mir Spaß macht.

  5. Man sollte sich durch andere von dem eigenen Weg nicht abbringen lassen. Es macht keinen Sinn in dieser Phase des Lebens ein oder zwei Semester zu verplempern. Um nach einem wichtigen Lebensabschnitt, wie das Abitur, sich zu erholen, wäre für mich o.k. Dazu reichen ein paar Urlaubswochen.
    Und was kann man noch sein ganzes Leben lang alle möglichen Landstriche und Länder und Kontinente besuchen.

  6. guter Artikel! vorallem hab ich vor meinem Auslandsjahr wirklich genauso gedacht 😉 denn ich hatte auch vor meinem Jahr schon Vorfreude auf das Studium (etwas lernen, wofuer ich mich entschieden habe) und hab mich dann trotzdem fuer das Auslandsjahr entschieden – und bis jetzt war es eine gute Entscheidung, denn ich habe wirklich viel gesehen und erlebt, meine Vorfreude auf das Studium ist deshalb aber auch nicht kleiner und ich hab das Jahr nie als ein Jahr Pause gesehen, denn ich glaube, dass man durch das Jahr nochmal extrem viel lernt. Ich wollte zum Beispiel sehen, wer ich bin, wenn ich in voellig anderen Strukturen als den letzten 18 Jahre lebe. 😉 deine Reiselust kannst du ja auch noch in der Zulunft ausleben 😉

  7. Wenn ich heute noch mal in der Situation wäre, würde ich nach dem Schulabschluss ein halbes Jahr oder ein Jahr jobben und Geld verdienen und dann mindestens ein halbes Jahr reisen. Ich habe die Gelegenheit damals verpasst. Und unsere Lehrer haben uns eingetrichtert, dass wir nach der Schule sofort studieren sollten, weil uns sonst die Zeit davonlaufe. So ein Schwachsinn sage ich heute. Und inzwischen ist es sogar so, dass potentielle Arbeitgeber so einen Auslandsaufenthalt durchaus positiv bewerten.
    Dir viel Glück bei der Entscheidung.
    Froschi und Anudasa ❤ ❤

  8. Ich persönlich habe mein Abitur mit 17 gemacht. Also war mir sofort klar, dass ich nicht sofort studieren möchte. Ich mache jetzt bereits meinen vierten Austausch und kann die sagen, das sind Lebenserfahrungen, die dir niemand mehr wegnehmen kann. Ich habe Freunde, verteilt auf der ganzen Welt gefunden und das ist für mich etwas ganz besonderes. Ich würde es dir nur empfehlen 😊👍🏼

  9. Früher habe ich immer gesagt ich werde gleich nach meinem Abitur studieren (ja mit 12 habe ich schon daran gedacht :D), doch jetzt bin ich 16 also nicht viel älter ich kann auch nicht wirklich sagen, dass ich viel reifer geworden bin 😀 Obwohl ich nicht mal weiß was ich studieren will fange ich schon an alles zu überdenken. Meine Zukunftspläne umplanen, denn ich würde schon gerne mehr von der Welt sehen, als wie dass was mir von der Medienwelt gezeigt wird. Ich will die Realität erleben und nicht nur etwas davon erfahren. Denn ich finde solange ich jung bin und mit Freuden von meiner Familie unterstützt werde sollte ich versuchen so viel Wissen wie nur möglich aufzugreifen. Aber das ist nur mein Gedanke. Jeder sollte entscheiden was für einen richtig ist. Und nur weil du jetzt studierst und deine Freunde alle die Welt erleben heißt das nicht das du aufhören solltest. Wir sind jung, solange wir unsere Träume nicht aufgeben laufen sie nicht vor uns weg. Wenn du aufhören möchtest und eine Pause einlegen willst ist das auch nicht falsch solange du denkst es ist das richtige für dich, dann solltest du es auf alle Fälle durchziehen wie gesagt wir sind jung uns bleibt noch genug Zeit. Alles Liebe ♡

  10. Liebe Sophie, vielleicht hast du es schon mitbekommen, dass ich der meistgereiste Deutsche (nach den Kriterien von MTP) bin und tatsächlich in allen Ländern dieser Erde war. Das bin ich – und das sind meine Träume und meine Gene. Du musst ganz genau prüfen, was du wirklich willst. Lass dich nicht von anderen inspirieren, sondern geh deinen Weg. Ich würde dir vorschlagen, mach in den nächsten Semesterferien eine Fernreise von sagen wir mal sechs Wochen. Vorschlagen würde ich Thailand, das ist ein gut organisiertes Land, mit Englisch kommt man gut voran und so arg teuer ist es auch nicht. Auf keinen Fall solltest du mit Indien anfangen, das ist viel zu chaotisch für einen Anfänger. Nach dem Test kannst du entscheiden, ob du ein Jahr oder so Auszeit vom Studium nimmst und in die Welt hinausreist. Unterwegs kannst du durch „Work on Travel“, Deutsch- oder Englischunterricht den Aufenthalt finanzieren. Meine Tochter ist jetzt 50, hat nach dem Abi ein Jahr Ausszeit genommen, hat dann Germanistik und Sinologie studiert und auf meinen Rat hin hat sie ihr Fernreisen auch in Thailand begonnen. Lebe deinen Traum, ob du ein Jahr früher oder später mit dem Studium fertig bist spielt wirklich keine Rolle. Meines Erachtens lernt man nirgends so viel wie auf Reisen. Aber die Entscheidung musst du ganz alleine fällen. Viel Glück!

    1. Thailand ist jetzt tatsächlich in der engeren Auswahl. Allerdings für August, wo ja Regenzeit sein soll. Wissen sie zufällig, ob das die Reise deutlich beeinträchtigt?

      1. Der August ist eigentlich gar keine gute Reisezeit für Thailand: Regenzeit und drückend heiß. Die Inseln Koh Samui, Koh Phangan, Koh Tao machen da allerdings eine Ausnahme, dort ist die Regenzeit in unserem Herbst. Hauptreisezeit ist dort Juli bis September und während den Sommerferien im August ist besonders die Insel Koh Samui stark frequentiert und damit teurer als sonst im Jahr – und sehr schwierig einen guten Preis für den Flug zu bekommen, wenn überhaupt noch Plätze frei sind. Thailand ist eigentlich ein Ziel, um die Kultur zu erleben, Strand und Baden sollte da m.E. nur ein Nebenprodukt sein. Um das wahre Thailand zu entdecken, wäre speziell der Norden und Nordosten zu empfehlen, aber im August ganz schlecht. Ich würde die Reise auf einen anderen Zeitpunkt verschieben, wenn ich einen Rat geben darf.

  11. Mir ging es so ähnlich, ich hatte ebenfalls Freunde, die nach der Schule erstmal für ein Jahr etwas anderes gemacht haben. Das wollte ich nicht, aus ähnlichen Gründen wie du und auch, weil ich mir so ein Auslandsjahr alleine einfach nicht zugetraut habe. Es hat mir damals aber auch nicht gefehlt. Während meiner Ausbildung, Arbeit und auch im Studium hab ich mich manchmal schon gefragt, was gewesen wäre, wenn ich es gewagt hätte. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich Glück hatte und zumindest im Sommer doch immer mal wegfahren konnte. Das war dann vielleicht nur eine Auszeit für 2 oder 3 Wochen, aber auch das hat mir schon geholfen 🙂
    Jetzt im 2. Semester würde ich da auch nicht verzweifeln. Wie schon mal angemerkt wurde, kannst du ja vielleicht ein Auslandssemester machen. Oder hast auch mal die Chance im Sommer einen Auslandsurlaub mit Freunden zu machen 🙂 Das Leben ist noch lang und Chancen bieten sich auf alle Fälle noch!

  12. Das kenne ich gut. Ich habe seit dem Abi und das komplette Studium hindurch gearbeitet, damit ich überhaupt studieren konnte. Da war nie viel Zeit für extravagante Reisen. Und trotzdem hat es immer etwas an der Hirnrinde genagt, wenn die Unterhaltung auf den Urlaub kam bzw. mein „ich muss arbeiten/ lernen“ gegenüber „wir fliegen nach Japan“ recht klein klang … hmmm. Mittlerweile denke ich mir: Wenn das Fernweh kommt, sollte man dem nachgehen. Wenn es damals nicht Deine „Zeit“ war, ist sie es vielleicht jetzt. Wenn Du jetzt Lust hast, zu reisen, solltest Du das tun. Manche reisen erst im Rentenalter. Ich glaube, dass Alter keine Rolle spielt … solange Du nicht Gorilla tracking in Uganda planst 🙂 Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich damals abgewogen habe zwischen Reiseabenteuern und finanzieller/materieller Sicherheit durch Ausbildung und Beruf. Ich sehe den Job … der perspektivisch 3/4 Deines Lebens beanspruchen wird … als Basis, mir Dinge wie Reisen überhaupt erst ohne schlechtes Gewissen leisten zu können. Also war es für mich nicht schlimm „zu warten“, um zu reisen. Wenn Du aber das Gefühl hast, dass der Job, auf den Du zusteuerst, nicht das Richtige für Dich ist, solltest Du dem Gefühl nachspüren. Ich habe nach 5 Jahren noch mal gewechselt und ich bin ein Gewohnheitstier bzw. ein Umbruchschisser vor dem Herrn. Es war also keine leichte Entscheidung. 🙂 Aber wenn man die Möglichkeit hat, noch mal umzusatteln, dann gerade am Anfang. Ich finde Dein Vorhaben gut, dem Ganzen mit mehr Optimismus nachzugehen. Die Sinnfrage kann aber manchmal ein ziemliches Arschloch sein, weswegen man nicht nur Optimismus gebrauchen kann, sondern auch Geduld und Verständnis dafür, dass man sich mies fühlen darf, solange man weiß, dass Langeweile genauso wie Trauer und Glück temporär sind. Macht das Sinn? 😀

  13. Danke für den schönen Artikel. Ich hatte nach dem Abi genau die gleiche Einstellung und dazu kam noch, dass ich mich ehrlicherweise wahrscheinlich auch gar nicht allein so weit weg von zu Hause getraut hätte. Heute, fast 10 Jahre später, bereue ich diese Entscheidung aber. Man hat einfach nie wieder so viel Zeit wie nach der Schule und auch während des Studiums. Also wenn du noch studierst, hol dein Reise-Abenteuer doch einfach nach ❤ Wenn du erstmal anfängst zu arbeiten, musst du bis zum Rentenalter warten, bis du länger als 3 Wochen wegkommst – das wird mir gerade schmerzhaft bewusst 😦

      1. Dem kann ich nur zustimmen. Eine Freundin von uns hat auch ihren Job gekündigt, um ein Jahr in der Welt herumzureisen. Sie hat danach schnell wieder einen neuen Job gefunden.
        Außerdem: wer sagt, dass Du einen angestellten Job haben musst. Vielleicht bist Du mal Selbstständige und entscheidest dann auch ganz selbstständig, wann und wie lange Du reist.
        Was wohl am wichtigsten ist – aber das ist ja auch schon ganz oft gesagt worden: Was willst DU ganz tief im Innersten WIRKLICH. Vielleicht gar nicht reisen sondern etwas ganz Anderes 😉

  14. Hmm ja, ich wünschte mir auch, dass ich nach dem Abi erstmal reisen gegangen wäre. Ich hab so nach zwei Semestern gemerkt, dass ich mich noch austoben musste und mit Uni und lernen passt das nicht so optimal. Ich plane aber jetzt nach dem Bachelor ne große Reise. Ich habe im Studium viel gelernt, auch Sachen außerhalb der Uni, aber ich würde jedem empfehlen sich erstmal umzuschauen und sich selber richtig kennenzulernen. Ich glaub aber, dass es gut ist, dass du selber erkannt hast das du einige Sachen anders machen willst. Es ist auf jeden Fall nicht zu spät 😉

  15. Schöner Artikel – wahrscheinlich hat Dich eine Suche auf meinen bewusst nicht gut verlinkten Blog geführt – in der Hoffnung, Antworten zu finden…
    Mein Leben war ursprünglich sehr geradlinig ;-). Das Studium am Heimatort, Abschluss in der Regelstudienzeit, direkter Einstieg mit guter Position ebenfalls in der Heimat.
    Mehr als ein Jahrzehnt später wurde ich aus heiterem Himmel gefragt, ob mir einen Job in China vorstellen könnte – ich hab’s mir 4 (!!!) Tage angesehen und habe dann zugesagt. Und ich bereue es nicht – es ist eine herrliche Erfahrung – der typische Expat-Spruch lautet: Das erweitert den Horizont :-).
    Aus meiner Sicht solltest Du auf das vertrauen, was Dir Spaß macht und was in Dir steckt – ob Du die Erfahrungen der anderen wirklich so toll findest, steht nämlich auf einem anderen Blatt. Es gibt nämlich auch sehr viele Menschen, die verzweifelt in ihre Heimat zurückgekehrt sind – nur verkünden die das nicht so lautstark und öffentich.
    Und schließlich warte auf die Chancen, die sich auftun und nutze sie dann!

  16. Sehr schöner Artikel….ich bin mittlerweile im 4. Semester und froh, dass mir mein Studium quasi eine Ausrede gibt, viel herumzureisen. Ich bin tatsächlich so ’ne dauerhaft Fernweh-Erkrankte und da ich noch zuhause wohne, zumindest das nächste Jahr, kann ich es immer gar nicht erwarten, wegzukommen. Das ist auch nicht immer gut, aber im Moment geht es nur so bei mir. Ich bin jetzt das zweite Mal in 3 Wochen spontan für ein paar Tage unterwegs, hab, glaube ich, mehr Blogs für alleinreisende Frauen gelesen als studienrelevante Texte 😉 Es ist dein Leben und du musst glücklich sein, ich bin eine absolute Verfechterin von diesem Sein-eigenes-Glück-suchen-wo-auch-immer…die Angst davor kann man allerdings ablegen 😉

  17. Do it. Mach Deinen Kram im Studium zu Ende und dann hau ab für ein paar Monate oder ein Jahr. Man entdeckt seine Flügel, seine Wurzeln und seine Fesseln und bekommt ein neues Gefühl für das, was in einem steckt.

  18. Für mich stand immer fest, dass ich nach der Schule eine Pause machen möchte … Ich habe damals einen Blog über mein halbes Jahr im Ausland geschrieben … falls Dich das interessiert, kannst du gerne reinlesen … http://kleinigkeiten.org/2015/05/14/mein-winter-in-ruanda/
    Eines kann ich Dir versprechen … so eine Auszeit ist keine Zeit die man verliert, wie du es am Anfang beschreibst sonder es ist ein riesiger Gewinn .. und ich würde wirklich jedem so einem solchen Erlebnis – was, wie und wo auch immer, raten … vor oder nach dem Studium spielt keine große Rolle .. aber tu es, solange Du noch so viel Freiheit hast 🙂 ❤

  19. Wow, echt interessant deine Gedanken, denn ich gehöre genau zu denen, die erstmal reisen wollten (und immernoch wollen). Ich habe nie so genau verstanden, warum andere erstmal zu hause bleiben wollten und erst jetzt, nachdem ich schon viel gereist bin, kann ich so langsam anfangen darüber nachzudenken, wie es wohl wäre, an einem Ort länger als nur ein Jahr zu sein.

  20. Es ist nie zu spät was verrücktes zu machen. man braucht mit zunehmendem alter nur mehr arsch in der hose. für uns war es nicht einfach, die leinen los zu machen, job und wohnung zu kündigen. es gab viele schlaflose nächte bevor wir los sind. viele ängste, wie sieht das im lebenslauf aus, wann willst du eigentlich deine kinder kriegen, etc… nun sind wir seit 7 monaten unterwegs und bereuen nichts mehr!

  21. Liebe Sophie,

    auch ich spüre oft Fernweh in mir. Ich habe kürzlich gesagt „Ich will LEBEN!“ – und mir wurde bewußt, daß für mich dazu gehört, andere Länder mit ihren Menschen und Kulturen kennenzulernen.

    Ich war in meiner ersten Ausbildung mit 22 Jahren für 6 Wochen zum ersten Mal für eine Weile im Ausland – in Paris. Später war ich für ein halbes Jahr in Luxemburg, ebenfalls zum arbeiten. Das war für mich eine faszinierende Erfahrung, mal eine andere Lebensweise kennenzulernen und Deutschland mal sozusagen von außen zu betrachten und zu sehen, daß Vieles auch anders geht als in Deutschland üblich und Dinge und Abläufe zu überdenken, die bisher immer als selbstverständlich vorgegeben waren.

    Was deine Entscheidung angeht, da du nach einem Rat gefragt hast:
    Folge deinem Herzen, spüre in dich rein und entscheide dann. Überstürze nicht einen plötzliche Abbruch deines Studiums, solange du dir noch nicht sicher bist, was du wirklich willst.
    Aber wenn du tatsächlich etwas Anderes machen willst (und es fühlt sich für mich so an), dann spüre in dich rein und informiere dich über das, wonach dein Herz sich sehnt. Denn erst mit genügend Informationen kann man sich leichter entscheiden als einfach so ins Blaue hinein. (Und dann hast du auch die passenden Argumente für deine Eltern, die dir ja vielleicht das Studium zumindest noch teilweise finanzieren?)

    Wenn du die Möglichkeit hast, ins Ausland zu gehen und über den deutschen Tellerrand zu sehen, dann kann ich dir empfehlen, das einfach mal auszuprobieren. Die Empfehlung von Wolfgang Stoephasius, das erstmal für eine kürzere Zeit auszuprobieren, finde ich ganz gut. Dabei sammelst du erste Erfahrungen mit einem Auslandsaufenthalt, und danach kannst du immer noch weiter entscheiden, was du machen willst.
    Es muß ja auch nicht gleich Thailand sein, auch wenn das sicherlich ein sehr faszinierendes Land ist, das einer Freundin von mir sehr in ihrer persönlichen Entwicklung weitergeholfen hat. Aber sie hat dort auch ein Seminar besucht und anschließend noch Thailand bereist, was für sie als alleireisende Frau dort gar kein Problem war. Falls dich der Kontakt zu ihr interessiert, kann ich dir diesen gerne vermitteln. Sie hatte damals auch einen Reiseblog geschrieben.

    Ich habe soeben mal nach dem Seminar gegoogelt. Das Thema ist für dich sicherlich sehr interessant: „Was dir wirklich wichtig ist“. Das Seminar inkl. Unterkunft ist allerdings für eine Studentin sehr teuer. (Und dann kommt ja auch noch der Flug dazu.) Aber ich stelle es trotzdem mal hier rein, da ich deine genauen finanziellen Möglichkeiten ja nicht kenne und es da auch noch andere Möglichkeiten gibt: http://www.seminar-und-reisen.de/index.php/de/buchungsanfrage-thailand/view/form.html Weitere Informationen zu diese Seminaren, die aber auch in Thüringen und auf Teneriffa möglich sind, findest du hier: http://www.evelinrosenfeld.de/index.php/de/ Von hier aus kann man sich durchklicken, je nachdem, was einen interessiert. Falls dir das alles zu teuer sein sollte, reicht dir ja vielleicht auch das Buch, das sie mit o. g. Titel geschrieben hat: http://www.amazon.de/gp/product/387387587X?ie=UTF8&tag=wwwseminarund-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=387387587X%22%3E%3Cimg Dieses Buch hatte ich mir auch mal bestellt – und kurz danach von meiner Freundin erfahren, daß sie genau da hin flog, obwohl wir nie darüber gesprochen hatten. 🙂

    Auf jeden Fall kann ich dir nur empfehlen, auf dein Herz zu hören und JETZT zu leben oder zumindest schonmal die Weichen zu stellen. ❤

  22. Tatsächlich ging es mir nach der Schule ähnlich. Direkt duales Studium. Direkt Geld verdienen und unabhängig sein. Mittlerweile weiß ich, dass das nicht unbedingt klug war, da ich sicher sagen kann, dass ich nicht in einem technischen Beruf arbeiten möchte. Deswegen dann Reissnadel gestartet hab. Um die Zeit neben dem Studium wenigstens zu nutzen um vielleicht eine Zukunft in dem Bereich in dem ich arbeiten möchte vorzubereiten. Gerade das Jahr nach der Schule kann man gut nutzen um solche Träume zu verfolgen, weil man im Zweifel noch sehr weich fällt.

  23. Heutzutage ist es ziemlich normal, keinen geraden Lebensweg zu haben. Eigentlich zeigt gerade ein „Bruch“ im Lebenslauf, ob und wie du mit Krisen zurechtkommst. Außerdem lernst du dadurch, ob deine Träume überhaupt für dich realisierbar sind.

  24. Liebe Sophie,

    obwohl ich mein Abi nie beendet habe, kann ich mir vorstellen wie du dich manchmal fühlst. Viele meiner Freunde haben das Abitur gemacht, sind gereist & studieren mittlerweile. Ich hingegen habe eine Ausbildung absolviert, vorher ein FSJ gemacht & mich danach für das Abi entschieden. Eigentlich! Erst in der Schule selbst ist mir nach und nach bewusst geworden, dass ich dort nur „festsaß“ weil ich es unbedingt allen beweisen wollte. Ich wollte zeigen: DAS ABITUR KANN JEDER SCHAFFEN! Nachdem ich meine erste 1 in Mathe, meine erste in meinem Leben ;), geschafft hatte, war meine Motivation dann total verfolgen. Die Leute passten mir einfach nicht. Ich hatte längst einen ganz anderen Tagesablauf & war viel mehr Geld als „das bisschen“ Bafög gewöhnt. In meinem alten Beruf wollte ich aber auch nicht zurück.

    Heute arbeite ich als glückliche Redakteurin für ein neues Gesundheitsmagazin, habe nicht viel mehr Geld als zu Schulzeiten & mit meinem Blog gestartet. Zwischenzeitlich haben mich auch Zweifel ergriffen – vor allem dann, wenn ich Angst hatte nicht gut genug zu sein oder dann, wenn ein Kunde nicht zu 100% mit meiner Arbeit zufrieden war. Dann dachte ich oft: wäre ich direkt zum Gymnasium gegangen, hätte ich nur auf meine Eltern gehört, wieso bin ich eigentlich noch nicht verreist?

    Doch die Zweifel sind auch vorbei gegangen. Wenn sie gekommen sind & auch wenn sie heute kommen, dann versuche ich joggen zu gehen oder zu kochen. Oder ich treffe mich mit Freundinnen und wir quatschen einfach über all die witzigen Dinge, die uns schon passiert sind. Und um ehrlich zu sein sind Reisen nach Neuseeland und Australien auch gar nicht mein Ding. Da war ja jeder schon und dementsprechend viel Bildmaterial habe ich auch schon über diverse soziale Netzwerke erhalten. Hihi.

    Ich bin froh mein Abi nicht gemacht zu haben, hoffe mir zukünftig einen Namen in der Welt der Schreiberlinge machen zu können & versuche jeden Tag neu zu genießen! Wer kann schon von sich behaupten, dass er von zuhause aus arbeiten kann? Dass er so mehr Zeit für Freunde und Hobbys hat? Meine Freunde nicht – dafür haben sie andere Dinge erlebt, die ihr Leben ausmachen. 🙂

    Also lass den Kopf nicht hängen & folge deinem Herzen! (Was nicht heißt, dass du den Verstand komplett abschalten sollst ^^ )

    Liebe Grüße,

    Fräulein Nadia

    P.S.: In dieser Woche werde ich eine kreativ imperfekte Zeichenübung zum Thema Loslassen uploaden. Schau doch vorbei wenn du magst! ❤

  25. Liebe Sophie,

    wenn mich heute jemand fragt: „Reisen – ja oder nein?“, kann ich immer nur eine Antwort geben: Unbedingt! Ich bin seit August 2014 unterwegs und verlebe gerade die beste Zeit meines Lebens.

    Und ich habe früher komischerweise genauso gedacht wie du: Auch wenn es „zu meiner Zeit“ noch nicht so sehr verbreitet war, nach dem Abi erst einmal ein Jahr ins Ausland zu gehen, haben immerhin einige meiner Freunde genau das getan – und ich habe es nie verstanden. Es hat mich nie gereizt.

    Vielleicht wäre es damals für mich auch einfach nicht das Richtige gewesen. Ich habe in den letzten Monaten unzählige (deutsche) Traveler getroffen, die direkt von der Schule kamen und ich habe immer wieder festgestellt, dass sie das Unterwegssein ganz anders wahrnehmen als ich. Viele sind einfach nur zum Party machen hier, kommen überhaupt nicht damit klar, wenn sie mal für einige Stunden am Tag arbeiten müssen, lassen sich an jeder Ecke über den Tisch ziehen…
    Gespräche mit gleichaltrigen Reisenden (mit denen ich mich zugegebenermaßen weitaus mehr befasst habe 😉 ), die in ihrer Jugend bereits einmal länger unterwegs waren, haben auch genau das ergeben: Sie erleben alles viel intensiver, viel bewusster und einfach ganz anders als damals.

    Daher würde ich nicht unbedingt sagen, dass du dich jetzt sofort in die Weltgeschichte schmeißen musst, nur weil es alle anderen auch machen. Ich habe mehr als eine handvoll junger Leute getroffen, die sofort wieder nach Hause wollten, weil sie teilweise schon nach wenigen Wochen gemerkt haben, dass sie ihr Zuhause noch zu sehr vermissen – und sich nur ins Ausland begeben hatten, weil sie es aus ihrem Freundeskreis so kannten.

    Wenn du aber fühlst, dass für dich genau JETZT die richtige Zeit gekommen ist – dann zögere es nicht hinaus! Sei spontan und schwing dich ins nächste Flugzeug! 🙂

    Ich bin gespannt, wie es für dich weitergeht!

    Viele Grüße
    Josi

  26. Einiges in Deinem Artikel und in den Kommentaren kommt mir unheimlich bekannt vor – ich habe mich schon nach dem Abitur gefragt, ob ich nicht für ein Jahr weg gehen sollte (Aupair, Work & Travel,…) habe mich dann aber für das Studium entschieden. Einerseits, weil es die einfachste Entscheidung war, andererseits, weil ich schon „so alt“ war und ich dachte, dass es Zeit wurde mit dem Studieren anzufangen. Jetzt im Nachhinein kann ich mir eingestehen was ich damals schon dachte – Bullsh***…

    Das Studium war anders als erwartet und ich habe es bis zum Bachelor durchgezogen, nicht weil es mein Traum war, sondern weil ich weder die Zeit, noch das Geld meiner Eltern verschwenden wollte!
    Jetzt habe ich meine Bachelorarbeit fertig und bin ein Jahr als Aupair in Taiwan und es tut mir gut – in allen erdenklichen Aspekten. Alleine zu Reisen ist toll, über den eigenen Schatten springen zu lernen ist eine super Erfahrung und lässt einen wachsen, mit Leuten unterschiedlicher Herkunft und Hintergrund ins Gespräch zu kommen ist unglaublich spannend und eine neue Umgebung wird Dir helfen neue Seiten an Dir selbst zu entdecken.

    Ich will damit bestimmt nicht sagen, dass alle Probleme durchs „Reisen“ (das Reisen an sich ist ja nur ein kleiner Teil dieses Lebensabschnitts) gelöst werden oder Du auf wundersame Weise alle Antworten auf Deine Fragen kriegst, aber diese Zeit wird Dich vieles lehren und ist definitiv nicht vergeudet.

    Und seien wir mal ehrlich: yolo klingt unheimlich bescheuert und ich würde das Wort nie in den Mund nehmen, aber es stimmt! Wir leben nur ein Mal und sollten das beste aus unserer Zeit machen. Ich zumindest will nicht später Dinge bereuen müssen, die ich nicht getan habe. Und noch haben wir keine Verpflichtungen wie zum Beispiel Familie!

    Allerliebste Grüße und viel Mut beim Entscheidungen-Treffen,
    Rotzi

  27. Hi Sophie, kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen! Ich bin nun 21 und noch voll mit meinem Dualen Studium beschäftigt aber noch viel mehr bin ich damit beschäftigt, meine Entscheidungen zu hinterfragen, die ich nach meinem Abi getroffen habe: „So schnell wie möglich Hochschule und Arbeiten und ganz schnell ganz viel Geld verdienen.“ Mit der Zeit hat sich das relativiert. Ich denke nicht mehr daran, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen, ich denke fast pausenlos an den Moment indem ich die Chance bekomme, mich in den Flieger zu setzen und meiner Sehnsucht zu folgen. Umso härter ist die Tatsache, dass dies frühestens in 2 1/2 Jahren möglich ist, wenn ich das Duale Studium beendet habe. Ich denke, dass du das gut verstehen kannst.

  28. Hey Sophie!
    Ich muss gerade so schmunzeln wenn ich diesen Blogpost von dir lese, weil es mir ganz genau so geht.
    Nach dem Abi dachte ich mir damals auch ‚Sofort weiter machen. Alles andere ist doch Zeitverschwendung!‘ Zwei Jahre später merke ich wie sehr ich mich verändert habe. Mehr und mehr bekomme ich Hummeln im Hintern und will nur noch weg aus der Stadt in der ich bereits seit 21 Jahren lebe. Ein Jahr einfach weg von allem und alleine mit einem gepackten Rucksack um die Welt reisen wäre mein absoluter Traum. Nur bin ich gerade im 4. Semester BWL Studium (auch nicht wirklich glücklich damit) und weiß nicht genau was ich machen soll… Unvernünftig sein und einfach weggehen? Immerhin habe wir alle nur ein Leben und das erscheint mir viel zu wertvoll um in irgendeinem stickigen Vorlesungsraum mit 600 anderen Leuten sein Dasein zu fristen. Oder vernünftig sein und erstmal in München bleiben und brav für Prüfungen pauken? Ich bin noch zu keiner Lösung gekommen…
    Und du?
    Ich bin unendlich froh, dass ich nicht die Einzige bin die so fühlt…

    Alles Liebe,
    Raphaela
    https://boriser.wordpress.com/

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