Was sind Helden?

Früher waren Helden für mich einfach diejenigen, die in den Zeichentrickserien und Comics Menschenleben gerettet haben. Für meinen jüngeren Bruder waren es Fußballspieler, die den Sieg der Mannschaft herbeiführen konnten oder schlicht und einfach Superman. Für mich war es eher Pippi Langstrumpf – wahrscheinlich aus dem Grund, dass sie ein freies Leben lebte, das beste daraus machte und nie Angst hatte oder Zweifel. Geschichten über sie halfen mir sogar bei Heimweh oder anderen Problemchen.

Für Viele sind Helden immer noch typischerweise Lebensretter, wie Feuerwehrleute oder die Polizei, Ärzte oder im besten Fall Psychologen. Manche sehen ihre Helden in Autoritätspersonen, wie Lehrern, die einen unterstützen und zu einem „mündigen Menschen“ formen (sollen). Einige glauben, dass es die Eltern sind, heldenhaft durch ihre aufopferungsvolle Art. Wo liegt der Unterschied zwischen hilfsbereit und heldenhaft? Muss es sich denn auf das Leben retten beschränken, wie Katniss Everdeen, die ihr Leben für das ihrer Schwester riskiert (läuft gerade im Fernsehen)?

Meiner Meinung nach ist es das Aufopfern, dass eine Person zum Helden macht. Man kann Zeit aufopfern, wie die Eltern es tun, ein Vorbild sein, für Rechte kämpfen, für Mitmenschen eintreten, Geld aufopfern und sogar einfach nur anwesend sein und zuhören wenn es Andere gerade nicht tun. Schon einmal von dem Begriff „Helden des Alltags“ gehört? Ist da ein Unterschied zu normalen Helden? Jeder kann ein Held sein. Jeder kann das Leben eines anderen Menschen verbessern, vereinfachen, glücklicher machen. Ist die Tatsache sich selbst als Helden ansehen zu können nicht schon Ansporn genug?

Für die meisten Menschen scheint es das nicht zu sein. Viele tun bereits Gutes. Sich selbst jedoch wegen kleiner guter Taten als Held zu bezeichnen würde wahrscheinlich arrogant klingen. Anderen das Kompliment zu machen: „Du bist mein Held!“, wäre vermutlich ebenfalls ein etwas merkwürdiger Akt. Trotzdem sollte man versuchen, sich in manchen Situationen unter Kontrolle zu haben, mutiger zu sein, als man vielleicht sein möchte und eventuell wird einem so ermöglicht ein wenig heldenhaft zu sein/ zu wirken.

Ein Held muss niemand mit besonderen Fähigkeiten sein. Es sind die Charaktereigenschaften, die einem zu einem Helden machen. Es sind Größe, Stärke, Mut, Tapferkeit, Kraft und Durchhaltevermögen, was wirklich zählt. Das heißt nicht selbstlos und ohne Sinn das eigene Leben zu geben.

Was oder wer ist für euch ein Held?

24 Kommentare zu „Was sind Helden?

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  1. Hi Sophie

    Helden sind selten. Manche ohne nachzudenken. Ich weiss nicht, ob ich z.B. einer unter Hitler gewesen wäre.

    LG Rudi aeerde.wordpress.com Do for all what YOU like

  2. Den Text von Lothar Zenetti möchte ich gebrauchen: Ein Held ist, der wagt, was keiner wagt. Der heraussagt, was keiner sagt. Der denkt, was keiner denkt. Der das ausführt, was keiner anfängt. Der Ja sagt, wenn niemand Ja sagt. Der Nein sagt, wenn niemand Nein sagt. Der glaubt, wenn alle zweifeln. Wer allein stehen bleibt, wenn alle mittun. Wer bedenkt, wo alle loben. Der nicht spottet, wenn alle spotten. Der schenkt, wo alle geizen. Wer Licht macht, wo alles dunkel ist:

  3. Irgendjemand hat mal gesagt: „Zeig mir einen Helden und ich zeige dir eine Tragödie“. Als Kind ist Papa, später irgendein Idol der Held, begreift man später, dass es selten um das Ziel geht sondern meistens nur um Verdrängung, dann kommen wir dem was einem alltäglichen Kampf nennen kann, ziehmlich nahe. Ohne Kampf gibt es keinen Helden. Der Kampf benötigt einmal den Mut sich selbst zu überwinden, statt wegzulaufen, sich zu stellen und zum anderen – wenn diese intensiven Gefühle aufkommen, wenn es in „den Kampf geht“ – weiter mit sich selbst zurecht kommt und darüber hinaus es zu überleben – viele Helden sind schlicht nur „Überlebende“ – dann ist heute derjenige ein Held, der sich traut (und durchsetzen kann) dass diejenigen, die das Recht beugen (oft selbst in die Hand nimmt – siehe die ganzen Marvel Helden, die einsamen Rächer, die es mit jedem aufnehmen, weil sie durch Leid stärker wurden) zurechtrücken.

    Im wilden Westen war der der Held, der für das Recht einstand bzw. diejenigen, die denen, die das Recht des Stärkeren, brachen und ein allgemeingültiges Recht (das Recht des Stärkeren endet in Willkür) etablierte – und in aller Regel, aber erst nach getaner Arbeit, dann schnell aus der Stadt herauskomplimentiert wurden, weil das Recht, für das sie eintratten, durch sie selbst, durch ihre persönliche Macht und Überlegenheit, in dieser Gruppe gefährdeten. Ein Held, ein einsamer Helden – oder Reiter. Das war der Tragödie erster Teil. Der zweite ist, dass es nötig ist, einen Held zu haben – meist fehlt er. Meist herrscht das Recht des Stärkeren. In einer Demokratie und Rehtsstaat hat das nichts zu suchen. Werden Helden in einer Demokratie nötig, dann zeigt das nur, dass es mit der Demokratie nicht so weit her ist, wie man meinte.

    Ein politischer, gesellschaftlicher Held wäre heute bereits ein echter Demokrat, Wirtschaftliche Helden – auch, wenn das gerne anders dargestellt wird – ist auch nicht der, der sich Rücksichtslos durchsetzt. Der Antiheld ist heute der Held von morgen.

  4. Helden des Alltags sind für mich z.B. Menschen, die sich um andere kümmern, wie Pflegekräfte. Knochenjob, wenig Geld, aber die Leute sind einfach klasse.
    Es gibt immer Menschen, die für einen anderen der Held sind, jeder kann das für jeden werden.

  5. Die Ehre gebührt auch den „Alltagshelden“. Die Menschen, welche einem ganz still und leise, den Alltag erleichtern. Die einem einfach ein Lächeln schenken, die Tür aufhalten oder die Blumen im Urlaub gießen. Wenn es solche Menschen nicht gebe, wüsste ich nicht wie ich so durch jeden Tag komme. Danke an meine Alltagshelden. 🙂

  6. Reblogged this on bookwannabe and commented:
    Liebe sohieleben.
    Ich danke dir für deinen Blog über Helden den ich heute Morgen bei der zweiten Tasse Kaffee, zwischen dem Wecken von Kind 1 und Kind 2 mit großem Interesse gelesen habe.
    Er hat mich in eine andere Welt entführt und ich habe über „meine Helden“ nachgedacht. Genau wie du sehe ich die Helden meiner Kindertage in hellem Licht und ich bin sofort wieder mittendrin in Pippis Villa und erinnere mich leise lachelnd an den lange vergeblich in unserem heimischen Garten gesuchten Limonadenbaum.
    Mit den Augen einer Erwachsenen heute sind es doch aber eigentlich die eher tragischen Figuren die zu meinen Helden wurden: Pippi lebt als Kind allein in der großen Villa, die Mutter im Himmel und der Vater monatelang auf den Weltmeeren unterwegs; die Eltern von Superman Bruce Wayne einem heimtückischen Mord zum Opfer gefallen und auch Harry Potters Eltern von dem lebenslangen Feind Voldemort getötet.

    Die Beispiele könnten beliebig fortgesetzt werden so das ich heute sehe, dass fast alle Helden meiner Kinder- und Jugendtage eigentlich tragische Helden sind, mit einem erschreckend traumatisierenden Hintergrund der für die Entwicklung der meisten Menschen eher hinderlich wäre.

    Vielleicht prägt sich auch daher mein Heldenbegriff der heutigen Tage als Erwachsene.
    Meine Helden dieser Zeit, mit dem erlaubten Blick hinter die Fassade, sind daher all diejenigen die es schaffen über sich hinauszuwachsen, eine eigene innere Stärke zu finden in den kleinen wie den großen Dingen des Lebens.

  7. Helden sind meistens die, die sich dessen gar nicht bewusst sind, weil sie tun, was getan werden muss. Helden werden sie in den meisten Fällen in unseren Augen.
    Herzliche Grüße, Eberhard

  8. Jeder kann ein Held sein, jeden Tag. Eine Begrüssung für den so sonst angeschwiegenen Busfahrer, ein nettes Wort für die gestresste Verkäuferin oder ein Lächeln für jemanden, der sonst keines bekommen würde. Den Arsch in der Hose haben auch mal jemanden zu fragen, ob er Hilfe braucht statt vorbeizugehen, obwohl man sieht, dass er sie braucht. Mal beim Kinderwagen an der Treppe mit anpacken, den Müll in die Tonne werfen, selbst wenn es nicht der eigene ist.
    Helden sind Menschen, die etwas tun, was die grosse Masse aus welchen Gründen auch immer nicht tun würde, weshalb sie auch als etwas Besonderes dastehen. Also geht los und zeigt wie viel Held in Euch steckt. Ihr müsst weder Räuber fangen, noch riesige Dinge bewegen, es sind die vielen, kleinen Sachen, die wirklich bewegen.

    Die o.g. Berufsgruppen sind für mich keine Helden, nein, sie sind die wirklichen, echten SUPERHELDEN unserer Welt !!!

  9. Schiller schrieb einmal über das Erhabene. Tugend sei nur die, die ungeplant und ohne Ziel geschieht. Laut ihm darf nicht einmal das Ziel sein jemanden glücklich zu machen, wenn man wahrhaft Tugend sei, dann mache man es, weil es schlichtweg richtig erscheint.
    Ich weiß nicht, ob ich das für mich auch so formulieren kann… Ich finde den Gedanken nur interessant. Meine Mama ist für mich eine Heldin.
    Liebste Grüße, Rea

  10. ………..Hallo Sophie, ich unterschreibe direkt Deinen Letzten Absatz,……..möchte aber auch kurz etwas schildern: Vor wenigen Jahren war ich am Wochenende mit einem Freund spät abends in der Kölner Innenstadt unterwegs; eine junge Frau (etwas wankend, zögerlich) stand am Geldschalter und wurde von zwei Typen, die hinter ihr standen und wohl ebenfalls Geld abehben wollten, ziemlich derb angemacht, da Ihnen der Vorgang wohl zu lange dauerte. Als einer der Typen die Frau anfasste, entschieden wir uns dazwischen zu gehen.
    Es waren zwei Menschen, die sofort Kopfnüsse verteilten, Worten wenig zugänglich waren, mit der Konsequenz eines Nasenbruchs des Freundes, ich kahm ohne Verletzung davon………………Wer sich allerdings aus dem Staub gemacht hatte, war die junge Frau!!!!
    Manche Situationen, die ich erlebt habe, machen nicht unbedingt Mut, einzugreifen……………………..Aber ich schaue nicht weg!!!
    LG Micha

  11. Hallo Sophie,

    vielen Dank für die Denkanregung durch deinen Beitrag. Heldenhaftes Verhalten ist für mich, wenn ein Einzelner seine eigenen Bedürfnisse hinter die Bedürfnisse Anderer/Vieler stellt und selbstlos handelt. Jemand der selbstlos handelt, würde sich selber jedoch nie als Held bezeichnen. Es liegt also im Auge des Betrachters.
    Gruß

    ADS-Unleashed

  12. Hallo Sophie, vielen Dank für diesen Eintrag…. Helden sind für mich die Eltern. Auch ich habe einen Beitrag über Helden verfasst, vielleicht magst du ihn dir mal ansehen. 😉

  13. Mein Held ist und war immer mein Papi. Ob ich nun nicht mehr weiss, welchen Weg ich im Leben einschlagen soll, mit Tränen vor einem Matheproblem sitze, dass sich einfach nicht lösen lässt, oder mich einsam und alleine fühle, er weiss einfach immer eine Lösung und setzt seine Bedürfniss hinter meine. Wenns dringen ist, lässt er alles stehen und liegen und rettet mich aus jeder noch so aussichtslosen Lebenslage.

  14. Ich weiß nicht wieso, aber mich haben deine Worte an das erinnert, was Gandalf mal gesagt hat:
    ,,Saruman believes it is only great power that can hold evil in check. But that is not what I have found. I’ve found it is the small things, everyday deeds of ordinary folk that keeps the darkness at bay. Simple acts of kindness and love. Why Bilbo Baggins? Perhaps it is because I am afraid… and he gives me courage.“- Gandalf (the hobbit)

  15. Guten Abend,

    für mich sind alle Menschen Helden, die helfen und den Mut haben Dinge zu tun, die andere nicht wagen, und die man ihnen nicht zutraut.

    Liebe Grüße

    Christiane

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