Gefangen in dem eigenen Körper? #Maulemittwoch 4

Jeder braucht ihn, jeder hat ihn, kaum jemand liebt ihn und nur wenige kennen den Eigenen richtig. Den Körper. Der „normale Mensch“ sieht den Körper lediglich als Mittel zum Zweck. Man braucht ihn, um die alltäglichen Aufgaben zu schaffen. Viele Menschen, deren Körper nicht so funktioniert, wie er soll, werden depressiv. Sie können kleinste Dinge nicht mehr erledigen und verzweifeln schlicht daran. Andere suchen sich ihren eigenen Weg, arbeiten sich hoch, sind kreativ und setzen sich neue Ziele, die sie in kleinen Schritten erreichen.

IMG_1652Doch schränkt unser Körper uns nicht auch jeden Tag in dem, was wir tun, ein? Natürlich ist der Körper eines jeden Menschen anders, demnach hat jeder andere Voraussetzungen, Möglichkeiten und Ziele. Der eine muss seine körperlichen Grenzen jeden Tag überschreiten, um den Tag zu überstehen, wie es alte Menschen tun, deren Körper immer schneller an Muskelmasse abbaut. Andere haben täglich mit chronischen Krankheiten zu kämpfen, deren Symptome sie immer zu verstecken versuchen, um nicht schwach zu wirken, weiterzumachen – geweint wird nur verschlossen im eigenen Zimmer.

Trotzdem kann es für bestimmte Personen schon eine Herausforderung sein, jeden morgen den Weg zur Arbeit zu schaffen, weil sie mit Lungenproblemen kämpfen, die jede Bewegung so anstrengend wie einen Marathon machen. Für besondere Menschen ist ein tägliches Lauftraining mit einer Dauer von 2 Stunden gar kein Problem. Die genetische Veranlagung kann man nicht, wie den eigenen Willen nach belieben ändern.

So gelangen nicht nur viele Tänzer an ihre Grenzen, wenn sie für bestimmte Tanzrichtungen zu klein, zu groß, zu dünn sind, wenn die Beine zu lang sind, die Hautfarbe zu hell, das Gesicht zu breit. Auch im alltäglichen Leben, im immer bedeutender werdenden Bereich Mode spielen die körperlichen Voraussetzungen eine Rolle. Jeder möchte aussehen wie ein Model, dünn sein, ein hübsches Gesicht haben und gesehen werden. Jeder möchte die Welt bereisen und auf die Laufstege der Welt erobern, auf Plakaten in verschiedenen Ländern zu sehen sein und bewundert werden. Doch nicht jeder kann einfach so dünn werden, auch mit gesunder Ernährung und viel Sport kann nicht jeder die optimale Figur erreichen. Manche Menschen haben nun einmal eine große Nase, zu kleine Augen, zu schmale Lippen, zu niedrige Wangenknochen. Und wenn man sich selbst schaffen könnte, wäre jeder perfekt.

Da genau das nicht geht, versuchen viele ein Schlupfloch zu finden, welches sich Schönheitsoperation nennt. Viele nennen die Menschen, die dem Druck schön zu sein, nicht standhalten, schwach und glauben sie haben eine instabile Psyche. Jedoch geht es jeden Tag in den meisten Berufen, in Zeitschriften, bei Freunden, im Fernsehen, im Internet und in der Gesellschaft um den perfekten Körper. Was sind die perfekten Maße? Welche Gesichtsform ist am vorteilhaftesten? Welcher Star hat gerade Figurprobleme?

Wer nicht ästhetisch wirkt, der wird ausgeschlossen egal, ob der Charakter gut ist. „Der Körper ist das Kapital“ hat mal ein It-Girl auf einem bildungsfernen Fernsehkanal gesagt, deren Namen meinem leider sehr ähnelte, weshalb ich das Gesagte im Kopf behielt. Menschen, die bis sie hundert Jahre alt sind gesund leben, haben sicherlich gute Gene gehabt, genau wie Menschen, die dem ästhetischen Idealbild als Naturschönheit sehr nahe kommen. Ein gepflegtes Äußeres (was nicht perfektes Styling und den perfekten Körper bedeutet) und einen gesunden Lebensstil kann man allerdings selbst schaffen. Aus eigener Kraft und mit einem starken Willen. Ob man das jedoch als wichtig empfindet ist immer noch die eigene Entscheidung.

10 Kommentare zu „Gefangen in dem eigenen Körper? #Maulemittwoch 4

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  1. Es geht generell um Selbstoptimierung bis zur vermeintlichen Perfektion!
    Das Äussere ist eben nur leichter zu beurteilen als Leistung bei der Arbeit, Fitness, Mutterrolle, Libido, Intelligenz, Empathie und Generosität, Biss, moralische Integrität, Hilfsbereitschaft, Können, Wissen, ökologisches Gewissen.
    Ausser man trägt sie zur Schau. Tragen anstatt haben.
    Welchen Hochleistungsbereich habe ich vergessen?

  2. Das Thema, dass du ansprichst ist ungeheuer wichtig und betrifft wohl viel mehr Menschen, als man denken könnte. Unser Körper ist unser Zuhause und wer ständig gegen ihn ankämpft wird auf Dauer nicht glücklich, sondern, wie du schreibst, depressiv. Wir sollten wieder mehr lernen, auf die Signale unseres Körpers zu hören und uns danach zu verhalten. Ich bin überzeugt davon, dass es dann auch unserer Seele besser geht.

  3. Ist es nicht schade? Wer gibt Idealmaße vor und letztendlich verfallen sie doch dem Älterwerden. Wie wichtig ist das Äußere also wirklich? Wahre Schönheit kommt von innen und strahlt nach außen. Ein Allgemeinplatz, ein Klischee, wie die Idealmaße…und doch…ist er wahr. Ein Mensch, der es zuwege bringt, sich anzunehmen, so, wie er ist, andere unbeurteilt zu lassen indem wie sie sind, der sich in Balance mit sich und der Welt befindet, der wird oft als angenehm empfunden. Wenn er es schafft zu lächeln, selbst wenn das Leben ihm ungerecht mitspielt und hinhört, wenn andere etwas sagen wollen, wird er vielleicht sogar strahlen. Dann spielt es keine Rolle mehr, ob er dick, dünn, schnell oder eher langsam ist, denn er hat gelernt, mit den Schätzen dessen, was die Natur jedem Menschen individuell in die Wiege legt zu punkten, seine Schwächen gut kennengelernt und liebt seinen Körper, selbst, wenn er vielleicht nicht so leistungsfähig ist wie der Körper anderer oder sogar krank. Vielleicht hat dieser Mensch dafür einen besonderen Humor oder ist sehr klug. Sich mit sich selbst zu versöhnen ist immer ein lohnenswerter Weg. Fein, was Du dazu zu sagen hattest.
    Gern gelesen, da gewesen.
    Liebe Grüße in den mauligen Mittwoch😊✨

  4. Ich finde es generell erschreckend, wie sehr der Fokus bei vielen Menschen inzwischen auf dem Körper und seiner „Formung“ bzw. Optimierung zu liegen scheint. Aber genau das wird ja auch medial vermittelt. Wir sollten lernen, den Körper wieder als etwas natürliches, als etwas, das zu uns gehört, zu betrachten anstatt zu versuchen, ihn so zu formen, wie andere uns einreden, dass es richtig oder schön oder sonst irgendwie erstrebenswert wäre!

  5. Es geht immer um eine „Entscheidung“! Sich anzunehmen, so wie die Natur es vorgesehen hat, ist nicht leicht aber machbar. Ich habe mein ganzes leben gegen mein Äußeres gekämpft und nun eine Entscheidung getroffen! „Das bin ich Jetzt und das ist Gut so!“ Ich möchte aufhören gegen Windmühlen zu kämpfen und einen „Waffenstillstand“ erzielen!

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