Einblick in das Leben der Weltstars? #PurgatoryConvention

Während in den letzten Tagen möglicherweise einige Menschen froh waren – wegen der Stille, die auf meinem Blog herrschte – verbrachte ich dieses wunderschöne lange Wochenende in Düsseldorf. Warum Düsseldorf? Wer die Serie „Supernatural“ kennt (Hauptzielgruppe geschätzt: 17-26 Jahre, meist weiblich), der wird bestimmt davon gehört haben, dass sich einige der Schauspieler der Serie in Düsseldorf versammelt haben, um ihre „europäischen“ Fans/Zuschauer zu treffen. Ursprünglich hatte ich nicht vor diese sogenannte Purgatory Convention zu besuchen, wenn man bedenkt, dass die Tickets

Panel: Misha Collins
Panel: Misha Collins

zwischen 59 (schnell ausverkauft) und 699€ variierten. Zusätzlich Fotos oder Autogramme von den weltweit bekannten Schauspielern zu bekommen kostet dann weitere zwei- bis dreistellige Geldbeträge. Durch die Überredungskünste von meinen Freunden, konnte ich mich jedoch dazu entschließen, die Chance zu nutzen und es hat sich im mehr oder weniger positiven Sinne gelohnt.

Wer noch nie von der Serie gehört hat bekommt hier eine Kurzzusammenfassung: Die Serie Supernatural gibt es seit 2005 und mittlerweile in 10 Staffeln. Die Serie handelt im Großen und Ganzen von den beiden Geister-/Dämonen-/Leviathanjägern Sam und Dean. Wie bereits beschrieben ist die Serie weltweit (vor allem in Amerika) sehr erfolgreich und vergleichsweise in Deutschland noch relativ unbekannt. Dementsprechend fand dieses Wochenende die erste Convention zur Mysteryserie in Deutschland statt.

Die Convention bestand aus zwei Tagen und umfasste verschiedene Workshops, Foto- und Autogrammtermine und sogenannte Panels, in denen die Schauspieler im direkten 20150607_102107Gespräch mit Zuschauern Fragen zur eigenen Person oder der Serie beantworteten. Die Organisation war einwandfrei, Termine wurden eingehalten und es kam glücklicherweise zu keinerlei Sicherheitsproblemen trotz den teilweise sehr anhänglichen Fans.

Trotz allem fiel bei der gesamten Veranstaltung immer wieder auf, dass es nur um die schnelle Einnahme von großen Geldsummen ging. Wie bereits beschrieben waren bereits die Eintrittspreise (je nach Ticketart) sehr hoch, zusätzliche Leistungen mussten einzeln bezahlt werden und Essen sowie Getränke auf der Veranstaltung waren entweder unglaublich teuer oder sehr minimalistisch proportioniert. Es wurden zudem weitere Abende mit den Schauspielern (beispielsweise ein Cocktailabend) angeboten, bei dem man als Eintritt weitere 100€ bezahlen sollte. Bei einer Verlosung von bspw. Autogrammkarten, Fotos oder Plakaten erhielten Personen mit höherem Ticketpreis eine größere Gewinnchance. Die Fototermine, für die Fans teilweise mehrere 100€ bezahlten, wurden innerhalb weniger Sekunden (wie in einer Fabrikfertigung) abgearbeitet und man konnte einigen Teilnehmern die Enttäuschung darüber buchstäblich ansehen.

Da ich kein Fan, sondern nur Zuschauer der Serie war, kaum Erwartungen und keinen Fototermin hatte, war die Convention für mich auf psychologischer Ebene sehr interessant. Fankultur (Fandom) finde ich persönlich immer wieder interessant. Womöglich ist es die Art und Weise, wie Personen andere Menschen zu ihrem Idol machen, obwohl sie diesen noch nie begegnet sind. Sie glauben jemanden zu kennen obwohl diese Person offensichtlich eine Rolle spielt und sind entweder betrübt oder positiv überrascht, was bei diesem Aufeinandertreffen eine bunte Mischung war.

Besonders Kim Rhodes (spielte auch die Mutter bei „Hotel Zach and Cody“) überzeugte durch ihre lässige und freundliche Art, wohingegen Mark Pellegrino durch die Gänge schlich, in denen sich die Zuschauer aufhielten und trotzdem versuchte jeglichen Kontakt zu eben diesen zu meiden. Wahrscheinlich gibt es diese extremen Verhaltensmuster bei populären Schauspielern besonders ausgeprägt.

Insgesamt war die gesamte Veranstaltung extrem interessant und vor allen Dingen lehrreich.

9 Kommentare zu „Einblick in das Leben der Weltstars? #PurgatoryConvention

Gib deinen ab

  1. Ich war eben ganz überrascht, hier auf einen SPN-Zuschauer zu stoßen. 😉 Ich bekenne mich zum ehemaligen Extrem-Fan, jetzt bin ich auch nur noch Zuschauer. Meiner Meinung nach hat die Serie extrem an Niveau verloren.
    Ein wenig muss ich dich korrigieren: Es war nicht die erste SPN-Convention in Deutschland, soweit ich weiß gab es schon mindestens 2 zuvor, die letzte war in Frankfurt. Und den weltweiten Einschaltquoten nach ist SPN nicht sehr erfolgreich, nur die Fans sind extrem und pushen die Serie total. Die Schauspieler mit ihrer Internet-Präsenz sind daran auch nicht ganz unschuldig.
    Wegen dieser hohen Preise war ich nie auf einer dieser Conventions. Ich habe früher nur Fanberichte und Fotos verfolgt, nach denen zu urteilen sind die italienischen Veranstaltungen die besten. Manchmal denke ich, ich sollte mir dieses Treiben doch mal leisten.
    Viele Grüße, Idgie

    1. Dann tut mir die Fehlinformation leid, es wurde bei der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass es wohl das erste Event in dieser Art sei, aber danke für die Korrektur 🙂 Falls es dich interessiert, kann ich nur empfehlen mal ein Ticket der günstigsten Klasse ohne Zusatzleistungen zu kaufen und dann den anderen bei ihrem Treiben zuzusehen – ist schon wirklich spannend 😀

      1. Die ersten 4 Supernatural Conventions (AECON 1 – 4) wurden vom Veranstalter Rogue ins Leben gerufen. Orte waren Bad Neuenahr, Heidelberg, Bad Wildungen & Frankfurt. Die geplante Con für 1014 in Frankfurt wurde aufgrund der geringen Nachfrage abgesagt & die deutschen Cons finden auch nicht mehr statt.

        Die Purgatory Con hat einen anderen Veranstalter (Entertainment Events) & es war deren erste Supernatural Convention in Deutschland.
        Auch veranstalten sie die Infection, eine Walking Dead Convention 🙂

  2. Danke für deine Zusammenfassung. Du sprichst mir aus dem Herzen.

    Meine beste Freundin & ich sind auch keine Fans, nur Zuschauer. Wir haben auch nur die Standard-Tickets gekauft & auch keinerlei Fotos, Autogramme, Meetings oder Workshops dazu gebucht. Getränke & Essen haben wir uns mitgebracht, da war vom Veranstaltungsort nur 15 Minten mit dem Auto entfernt wohnen.

    Wir waren nun schon auf mehreren Supernatural Conventions (früher von Rogue aus England organisiert) & haben eine Katastrophe (wie jedes Jahr mit Rogue) erwartet & waren postiv überrascht. Die Organisation war top & auch der Veranstaltungsort hat gepasst.

    Die „Stars“ haben wir auch auf den Gängen gesehen, aber nicht angsprochen oder gar hinterhergedackelt (aus dem Alter sind wir mit 33 Jahren raus) – Mark & Travis haben uns allerdings angesprochen, da ich meinen Hund dabei hatte & dieser dann erstmal gestreichelt & geknuddelt wurde.

    Wenn die Gäste passen, werden wir nächstes Jahr auch wieder hingehen 🙂

  3. Haha! Wunderbar! Ich schau den süßen Blödsinn auch seit Anfang an, aber für so eine Convention so viel Geld auszugeben ist schon krass – wenn man Fotos möchte und was weiß ich… Dass es so viele Fans gibt, die dafür Geld ausgeben ist eine Sache, aber wenn ich so ein Schauspieler wäre, würde ich mir doch schon fast prostituiert vorkommen, wenn ich wüsste (und das tun sie sicherlich) dass es Geld kostet, mit mir ein Foto zu schießen oder bei einem Sekt zu quatschen. Das macht mir die Schauspieler leider etwas unsympathischer…
    Ich möchte aber nochmal betonen, dass an sich über die Serie und deren Inhalt mit anderen Fans diskutieren zu können, eine super Sache ist.

  4. Supernatural ist doch recht bekannt in Deutschland – meine ich doch zumindest.
    Egal. Ja, von der psychologischen Seite aus ist Fandom durchaus interessant. Diese Art von Zuneigung, die schon fast religiöse Züge annimmt, begründet sich in der Idealisierung einer Gestalt. An sich meist harmlos, kann sich die Sache schnell zum Wahn steigern. Ich hab einen guten Freund, der sich sosehr hineingesteigert hat, dass er das Ziel seiner Zuneigung für die heilige Maria hielt.

  5. Gut für mein Alter ist das nicht die Zielgruppe. Aber für mich ist schon interessant, wie man jungen Menschen die Kohle aus der Tasche ziehen kann, ohne eine echt Gegenleistung zu bringen. Ist das krank? Oder denke ich da falsch?

  6. Ich bin seit Jahren Supernatural Fan^^ Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass es davon nicht viele gibt, weswegen mich dein Beitrag gerade richtig überrascht hat=) ich muss aber sagen, dass ich so richtig nur die Staffeln 1-5 immer wieder ansehe, danach ist es mir irgendwie zu doof geworden… ich würde aber denke ich nicht zu einer Convention fahren. Ich mag das Unerreichbare und den Abstand zu den Serienstars=D
    Danke, dass du uns einen Einblick gegeben hast und hier den ein oder anderen Fan herausgelockt hast!=)
    Liebe Grüße, Enny

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