Man nehme an…

Nehmen wir an ich sei ein 12-jähriges Mädchen. Nehmen wir an meine Eltern würden mich nicht darüber informieren, welche Gefahren das Internet bietet, Sie würden mich nicht zu einem kritischen Menschen erziehen, der Sachverhalte hinterfragt. Niemand würde mir aufzeigen, dass nicht immer alles so ist, wie es manchmal scheint, dass Menschen sich als jemand Anderes ausgeben, sie eigene Charaktereigenschaften vortäuschen. Täuschen – für den eigenen Zweck, um Geld zu verdienen, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Stellt euch also vor, es sitzt ein kleines, naives Mädchen vor dem Laptop – es ahnt nichts Böses, hat Vertrauen in die Menschheit, quasi ein Urvertrauen.

Natürlich landet das kleine Mädchen auf Youtube, da alle ihre Freunde ihr von dieser Website erzählt haben. Sie würde eigentlich lieber draußen spielen, aber sie will endlich mitreden können über das, was alle ansprechen. Babsi und Dagi oder so hat sie heraushören können. Gesagt getan – schnell findet sie sich zurecht, Einfach einen Begriff eingegeben und auf die gewünschten Videos gestoßen. Das sind sie also: Beauty Youtuber. Eigentlich ganz witzig – denkt sie sich. Sie sieht sich Videos an – immer mehr Videos. Sie kann in das Leben dieser Menschen hineinsehen, ihren Alltag in „Vlogs“ verfolgen, sie kann sich diese Menschen immer realistischer vorstellen und wird womöglich ein Fan.

Was das kleine Mädchen neben dem Spaß, den ihr diese Videos bereiten nicht sieht: auch Youtuber sind in Realität nicht 24 Stunden lang, wie sie sich in ihren Videos zeigen, sie verdienen letzten Endes ihren Lebensunterhalt mit diesen Videos und am Ende des Tages ist das für viele der Grund weiterzumachen. Sie schalten Werbung vor ihre Videos, für Dinge, für die sie selber keinen Cent ausgeben würden und machen Produktplatzierungen, in der Hoffnung, dass genau diese naiven kleinen Mädchen so sein wollen wie sie. Sie wollen ihren Idolen nahe sein und kaufen die Kleidung, Accessoires und technischen Geräte, die ihre Stars auch haben. Aber filtern zwischen Gut und Böse – das können diese kleinen Mädchen nicht.

Bringt also eine Daruum ihre neue Schmuck-Kollektion heraus, dann wird die nicht unbedingt gekauft, weil sie einzigartig und wunderschön ist, sondern wegen ihrem Status als Idol. Wer das auf den Punkt gebracht hat seht ihr hier:

oder ihr besucht einfach direkt seinen Kanal auf Youtube: Someone’s Suicide

10 Kommentare zu „Man nehme an…

Gib deinen ab

  1. Tja…auf den Punkt gebracht … aber leider wirds immer wieder und wieder genügend „willige“ junge Leute geben die genau das glauben, was Person XY in den Medien als wichtig erklärt. Schönes Thema.

  2. Also ich bin auch kein Fan von daruum – labert mir einfach zu viel. ABER, wenn sie gern selber Schmuck machen möchte und eben durch ihre YoutuuberKarriere die Möglichkeit dazu hat, dann soll sie sich doch selbst diesen Traum erfüllen! Und wenn der Schmuck anderen gefällt, dann ist das doch ne schöne Sache! Natürlich werden viele junge Menschen von Youtubern und Co beeinflusst – aber ob ich meinen Schmuck nun dort kaufe, bei H&M oder New Yorker – macht das so einen großen Unterschied?

  3. Hui, ein Ring für 69 €, da freut sich doch der Teenager mit Taschengeld. o.O
    Ich habe nichts dagegen, wenn jemand den eigenen Traum verwirklicht, selbst Schmuck oder Mode zu designen – aber irgendwie scheint es mir unfair den Leuten gegenüber, die eine Ausbildung/Studium in der Richtung gemacht haben und nicht zum Zug kommen, obwohl sie vielleicht talentierter sind – dafür aber keine Fanbase haben. Und dass die Zielgruppe von einigen Youtubern ausgenommen wird, ist leider immer noch deprimierende Realität. Lebensunterhalt verdienen schön und gut, aber was einige Leute da abziehen ist pure Abzocke, bei der jede Möglichkeit genutzt wird noch ein wenig (oder viel) mehr Geld zu verdienen.

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