Durch die große Welt kleingemacht.

Kennt ihr das Gefühl sich – trotz möglicherweise vorhandener Körpergröße – unglaublich klein zu fühlen? Wenn man sich diese Zahlen ansieht, weiß man möglicherweise was ich meine: In unserem Sonnensystem gibt es acht bekannte Planeten, alleine auf der Erde gibt es 7,3 Milliarden Menschen. Jedoch sind Menschen nicht die einzigen Lebewesen auf der Erde. Die Anzahl der Tiere wird grob auf eine Trillion geschätzt. Ob auf anderen Planeten Lebewesen vorhanden sind, ist immer wieder umstritten, wobei ich dazu keine Vermutung aufstellen möchte. Aber warum erzählen uns unsere Eltern dann als Kind immer wieder wie einzigartig und nicht ersetzbar wir sind?

Wahrscheinlich machen sich nur Menschen Gedanken über solche Dinge, die ansonsten keine Probleme haben. Trotzdem scheinen sich momentan doch einige Menschen mit IMG_1736genau diesem Gedanken zu befassen. Aus welchem anderen Grund gäbe es sonst Hipster (nein nicht wie die Unterhose sondern), diejenigen Menschen, die sich alternativ kleiden, nur noch aus Glasflaschen trinken, veganer sind und Bart tragen? Na gut, das war leicht überspitzt, aber man sieht doch tagtäglich Menschen, die sichtbar versuchen, sich von der Masse zu unterscheiden, ob durch zahlreiche Tattoos, ungewöhnliche Hobbies oder eine alternative Einstellung. Natürlich sind diese Versuche anders zu sein nicht nur durch die reine Angst in der Masse unterzugehen motiviert, sondern teilweise auch dadurch, in bestimmten Branchen besonders aufzufallen und möglicherweise das eigene Kapital zu vermehren.

Wer will denn schon sein wie jeder Andere? Und das dazu noch in einer Welt, in der die Selbstverwirklichung so wichtig ist und dennoch so verrufen? Gerade wenn man oft Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen besucht und möglicherweise des Öfteren Personen sieht, die dem eigenen Aussehen nahe kommen, fragt man sich, was man machen kann, um anders zu sein aber ohne es zu stark zu versuchen.

Der einfachste Weg ist wahrscheinlich sich einzubilden, man sei jemand besonderes, so wie es kleine Kinder tun, die naiv alles glauben, was von ihren Eltern erzählt wird. Früher habe

winzig
winzig

ich mich wegen einer winzigen Narbe neben dem Auge einzigartig gefühlt, weil niemand von meinen Freunden eine ähnliche Narbe hatte und als Kind ist die Welt generell irgendwie kleiner. Ein alternativer Versuch ist, sich den Wunsch des Andersseins abzureden, es nicht zu wollen und farblos mit der Masse mit zu schwimmen. Man legt also einfach keinen Wert darauf.

Wer aber wirklich auffallen und besonders sein möchte, der sollte aufhören den Fokus auf das Äußere, also Kleidung, Tattoos oder Piercings zu legen. Außer bei Extremfällen wird es immer irgendwo auf der Erde irgendjemanden geben, der ein ähnliches Tattoo und den gleichen Körperschmuck hat. Worauf es letztendlich immer ankommt (wenn auch bei manchen Menschen weniger) ist doch der Charakter. Manche Menschen können noch so grau und angepasst wirken, doch sie strahlen von innen heraus. Diese Personen betreten den Raum beginnen zu lachen und sind ab diesem Moment für immer unvergesslich. Wie diese Art funktioniert und ob eine solche Einstellung erlernbar ist, kann man nicht analysieren. Meist sind das jedoch die Menschen, die gar nicht darüber nachdenken anders zu sein oder besonders zu wirken.

Wahrscheinlich ist der Punkt: je stärker man es forciert besonders zu sein, umso weiter rückt man von seinem Ziel weg.

Was sind für euch besondere Menschen?

26 Kommentare zu „Durch die große Welt kleingemacht.

Gib deinen ab

  1. Natürlich fallen mir als erstes die Menschen ein, die ich liebe… aber ich denke, jeder Mensch hat etwas Besonderes an sich. Es muss nur ehrlich entdeckt werden… und entdeckt erden wollen ☺

  2. Sich durch Äußerlichkeiten zu unterscheiden, ist nichts Besonderes. Dazu muss man sich nur irgendwas auf den Kopf setzen, was niemand sonst tragen würde o.ä. Aber eigentlich unterscheiden sich Menschen durch ihre Sicht auf die Welt, ihre Erfahrungen und Erlebnisse etc. Eben ihr Inneres. Wenn man sich darauf besinnt, weiß man, dass jeder etwas Besonderes ist. Hier gibt es einfach keine Duplikate.

  3. Mein Hausarzt ist für mich so ein besonderer Mensch:
    Bescheiden, geduldig, humorvoll, kompetent, lässig, akzeptierend.
    Seine Hausbesuche macht er bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad, und fährt einen alten Golf und keinen Porsche. Das Wort „Prestige“ ist für ihn wohl ein Fremdwort.
    Daher habe ich vollstes Vertrauen in ihn und seine Heilkunst.

  4. Mir gefällt wie du den Gedanken darstellst wir seien alle nur Sandkörner in diesem riesigen Strand des Universums. Ist eine gute Ausführung, ich hätte ein paar Bilder von Menschen Schön gefunden. Ansonsten ein guter Beitrag

  5. Das Problem der Verhältnismäßigkeit, die ja nur durch den Raum als Ganzes und das Nichts (ebenfalls sozusagen als Ganzes) begrenzt ist, ist ein zutiefst philosphisches Problem, welches ich auch bereits in einem Blogbeitrag beleuchtet habe. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass es nur einige wenige Grundgedanken gibt, die allen philosophischen Überlegungen zugrunde liegen…

  6. Besondere Menschen sind Menschen, die echt sind.
    Nicht diese Energievampire, die einem aussaugen und kleinschrumpeln, um die Leere zwischen ihrem Schein und Sein füllen zu können.

  7. Hm, also ich finde du hast nur teilweise Recht. Natürlich ist wichtig, dass der Charakter und die Ausstrahlung eine extrem große Rollen spielen (sollten) bei der Einzigartigkeit. Es gibt ein wunderbares Zitat von Boonaa Mohammed: “If the whole world was blind, how many people would you impress?” Das passt ganz wunderbar dazu und ich liebe es, weil es die Wichtigkeit der Gütigkeit und Nächstenliebe unterstreicht und nicht die Äußerlichkeiten, auf die viele Wert legen.

    Dennoch finde ich, dass es wichtig ist, sich selbst zu verwirklichen und das beginnt auch mit der Kleidung. Ich kleide mich so, wie ich es schön finde, egal, ob es gerade in ist oder out, ob es gefällt oder nicht – ich tue das für mich. Dass ich dabei auffalle, aus der Masse steche oder beeindrucke, ist weder geplant noch stört es mich. Ich freue mich jedoch sehr, wenn ich dadurch zusätzlichlich jemanden ermutige, aus sich herauszukommen.

    Ich bilde mir auch nicht ein, dass ich einzigartig und unersetzbar bin – ich weiß es. In diesem Moment denkt niemand das Gleiche wie ich, fühlt das Gleiche wie ich, ist für die gleichen Menschen da oder liebt jemanden so wie ich es tue. Niemand kann mich ersetzen – wenn ich sterbe, dann hat mein Freund vielleicht nach mir eine neue Freundin, aber sie ist nicht so wie ich. Sie ist anders, hat aber ihren eigenen Zauber, der meinen Freund erreicht und anspricht.

    Ich finde es schade, dass du nur die „entweder … oder“-Variante sehen kannst, eine Art schwarz-weiß-Denken. Dabei ist die Welt so bunt!

  8. Schöner Gedanken anregender Text!
    Ich persönlich finde anders bzw. einzigartig zu sein nicht so erstrebenswert. Ich möchte lieber glücklich, attraktiv, freundlich, stilvoll, gesund, gebildet und schlau sein – und je mehr Menschen genau so sind, desto besser!

  9. Besonders finde ich bei Menschen, die sich trauen an sich etwas zu verändern. Der Mut, sich einen pinken Irokesenschnitt zu verpassen (vor allem in einem konservativen Teil Deutschlands, wie Bayern), beeindruckt mich schon bisweilen. Andererseits sind es eben die interessanten Menschen, die etwas erlebt haben, besondere Ziele verfolgen, unglaubliche Blickwinkel auf die Welt beleuchten und sich nicht unterkriegen lassen.

  10. Ich finde durch das übermäßige Streben nach Individualität gleichen sich die Menschen eher immer mehr an. Ich mag am liebsten Menschen, die auf den ersten Blick eher unscheinbar sind und die Dinge, die sie tun aus Überzeugung machen und nicht, weil sie damit irgendwie individuell, hip oder sonst was sind.

  11. Ich finde auch äußere Auffälligkeiten nicht besonders, dafür aber das innere eines Menschen, vor allem seine Gefühle und Erlebnisse und Gedanken, ja, Gedanken empfinde ich als sehr kostbar. Ich lese deine zum Beispiel gerne! Grüße
    Maxithinks

  12. ich hab irgendwie genau das umgekehrte „problem“. ich hab immer das gefühl, nirgends so richtig dazuzupassen und immer irgenwdie anders zu sein als die anderen. ist auch nicht so der hit…

  13. Ich denke wir haben es in Deutschland oder in Europa noch sehr gut gehalten mit der Individualität auch von Staatswesen her! Reist man einmal in Länder wie beispielsweise Indien so wird einem schnell klar wie „klein“ doch jeder einzelne dort ist und wie „groß“ wir uns fühlen können auch wenn wir vermeidlich „klein“ sind!

  14. Gedanken gefallen mir. Zu dem Thema fällt mir spontan das Buch von David Foster Wallace „This is water“ ein. Da geht genau um den Punkt, dass jeder sich selbst immer als Mittelpunkt wahrnimmt. Liebe Grüße, Kerstin

  15. Liebe Sophie,
    wieder einmal hast du einen so wundervollen Beitrag gepostet. Für mich sind besondere Menschen, Menschen die reflektieren und nicht alles einfach so hinnehmen. Menschen, die bewusst leben und auch wissen und akzeptieren, dass jeder Mensch ein Individuum ist.

    Mit deinem Blog machst auch du dich zu einem besonderen Menschen. Deshalb habe ich dich für den Liebster Award nominiert. Ich würde mich sehr freuen, wenn du daran teilnehmen möchtest und bin auf deine Antworten sehr gespannt.

    deine mariansmama

    http://www.mariansmama.com

  16. Ich will Dir da keine Illusionen nehmen, aber rein galaktisch gesehen, sind wir alle völlig unwichtig….es ist alles eine Frage der Perspektive 😉

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