Präsentation ist alles.

Die meisten Menschen versuchen oberflächlich, sich selbst mit den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten zurückzustellen, um nicht arrogant oder gar selbstverliebt zu wirken. Wie gesagt – oberflächlich. Und selbstverständlich ist nicht jede Person der Anderen gleich. Es wird jedoch erwartet, dass man sich keinesfalls mit den eigenen Errungenschaften, wie gewonnen Wettbewerben im Sport oder besonderen Bildungsabschlüssen, angibt. Schließlich könnten sich ja dann andere Menschen schlecht fühlen, weil sie nichts derartiges erreicht haben.

Auf der anderen Seite sollen wir uns von unserer besten Seite zeigen. Wehe deine Figur IMG_1700entspricht nicht dem Normalgewicht, du hast kein Abitur und am schlimmsten: eine Lücke im Lebenslauf! Bei einem Vorstellungsgespräch müssen wir perfekt gestylt sein, fehlende Kenntnisse über den richtigen Lidstrich und du bist raus? Wir sollen gleichzeitig Freundeskreis, Familie, Beruf und das eigene Glück managen und wer es nicht im Gleichgewicht hält, der gilt als schwach oder faul. Wenn man es dann doch schafft, alle Aspekte unter einen Hut zu bekommen und trotz aller Widerstände glücklich zu sein, müssen wir das unbedingt für uns behalten. Ist doch unsensibel.

Aber wie soll man bei allen Erwartungen, die die Gesellschaft an jede einzelne Person stellt ein gesundes Mittelmaß finden. Einen Weg, der niemanden verletzt und die eigene Persönlichkeit trotzdem nicht unterdrückt. Wer in der Schule „The Tortilla Curtain“ lesen durfte/musste, der weiß, dass gerade Erfolg im Beruf oder im generellen Leben nur sehr schwer definierbar ist und das Erfolg nicht gleich Glück und Glücklichsein bedeutet. Es ist nicht unbedingt nur der Aspekt des eigenen Erfolgs, den die Gesellschaft genau vorgibt. Jedoch erfasst der Begriff „Erfolg“ einen Pool von weiteren Aspekten und Erwartungen, die an jeden Menschen gestellt werden. Zum Erfolg gehört beruflich Karriere zu machen, genauso wie eine Bilderbuch-Familie zu besitzen und keine Schwächen zu zeigen.

Natürlich gibt es kein Rezept, wie man den Erwartungen gerecht werden kann. Allerdings muss man dem Verlangen von Anderen nicht immer standhalten.  Wer durch die Straßen in großen Städten geht, der merkt schnell, dass nicht jeder dem Ideal entspricht. Jeder Mensch geht je nach Erziehung, eigener Einstellung und Zielen, anders mit dem auferlegten Druck um. Wie immer ist die einfachste Methode das Ausblenden – oft die einfachste Art, jedoch IMG_1851kann es sein, dass man irgendwann daraufhin gewiesen wird, sich doch bitte anzupassen und dann möglicherweise aus allen Wolken fällt. Dann gibt es die rebellische Art Mensch. Das sind diejenigen, die sich der Erwartungen durchaus bewusst sind und dennoch mit vollem Bewusstsein und aller Kraft genau das Gegenteil des Idealbilds sein wollen. Diese Weise des Umgangs kann man durchaus als die coolste Art bezeichnen. Zu guter Letzt gibt es dann noch die Angepassten mit dem Ziel auf gar keinen Fall etwas falsches zu tun oder zu sagen. Das ist die wohl größte Gruppe und ebenfalls eine einfache Möglichkeit des Umgangs.

Wie auch immer man sich entscheidet, den „Druck“ übergeht – es sollte wohl die Möglichkeit sein, die am besten zum eigenen Charakter passt.

3 Kommentare zu „Präsentation ist alles.

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  1. Es ist wirklich eine Zwickmühle und mit Deinem Text wird mir das wieder einmal bewusst. Man möchte stolz sein, aber nicht arrogant, gerecht werden aber seine Individualität nicht unterdrücken. Im Alltag fällt das oft gar nicht so auf – ich tappe immer wieder in die Falle. Danke für den kleinen Fußtritt. lg Luise

  2. Hey,

    ein schöner Text. Es geht wohl vielen genau so, wie du es beschreibst. Die „coolen“ allerdings, werden mit ihrer Entscheidung, sich gegen alles gestellt zu haben, aber wohl innerlich oft zu kämpfen haben. Es bedeutet Stress, sich argwöhnischen Kommentaren und gutgemeinten Ratschlägen auszusetzen. Damit muss man klarkommen können, denke ich mir. Was also ist der Preis? Angepasstheit wiederum macht ebenfalls nicht glücklich. Der Alltag wird von dem Gefühl begleitet, etwas zu versäumen, oder eben nicht man selbst sein zu können. Wie ist nun der richtige Weg? Ist es, auf die Meinung anderer zu pfeifen? Das braucht ein enorm gutes Selbstbewusstsein und Mut, ist aber bestimmt berauschend. Oder ist es der Weg, das Leben einfach nicht als „Kampf“ zu sehen? Irgendwann findet hoffentlich jeder die Antwort, die für ihn die Richtige ist. Danke für deine Gedanken!

    Eins noch, zur „Gesellschaft“, die wir allzugern gegen uns gestellt wissen, gehören wir auch. Wir können, das Verhalten, das wir an dieser kritisieren, also ein Stück weit ändern.

    Lg

    Izzy

  3. Tu, was dich glücklich macht, so lange es keinem schadet – und wer ein Problem damit hat, soll sich erstmal um seinen eigenen Kram kümmern. 😎 Steht glaub ich sogar in der Bibel: „Bevor du den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehst, kümmer dich erstmal um den Balken in deinem eigenen Auge“, oder so ähnlich. Manchmal wünscht man sich wirklich, die Leute würden sich etwas mehr daran halten …

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