Mensa.

Wen dieses Wort in der Überschrift genauso wütend macht wie mich, der ist hier genau richtig und sollte unbedingt weiterlesen. Mensen – man hat sie im Kopf als keimverseuchte, Fertigessen anrührende, abzockende und hässliche alte Gebäude. Wer behauptet, er habe noch nie eine schlechte Erfahrung mit Schulessen gemacht, der hat entweder großes Glück gehabt oder lügt.

Warum – Sophia – warum schreibst du über Schulessen? Die Frage wäre hier wohl angebracht und sollte daher kurz erläutert werden. Die Universität, die ich momentan besuche, ist die einzige Uni, an der das Mensa – Essen tatsächlich gut schmeckt und frisch  IMG_1496gekocht wird. Zumindest laut der Meinungen, die meine Schulfreunde, die mittlerweile an den Unis Deutschlands verteilt sind, haben. Immer wieder höre ich Sätze wie: „Da muss man sich schon selbst um sein Essen kümmern und dann schmeckt nicht einmal das Essen.“ An meiner Hochschule ist das eben nicht so. Ein Grund den geplanten „Neustart“ abzubrechen? Definitiv Nein!

Aber wer die Skandale der letzten Wochen/Monate über deutsches Schulessen verpasst hat, der hat eigentlich doch gar nicht so viel verpasst, wenn man absieht von Würgereizen und einigen Sorgen um den eigenen Magen. So konnten wir doch dank der hoch professionellen und wahnsinnig spannenden Reportage von Günter Wallraff Einblicke in die Pulver anrührenden Mensen unserer Schulen erlangen. (Achtung Stolpern über Ironie auf eigene Gefahr!)

Wie auch immer man die Gerichte an der eigenen Schule findet oder fand: es geht immer besser, hochwertiger und gesünder. Natürlich geht es bei Unternehmen (danke an die Erkenntnisse des BWL-Studiums) immer um Gewinnmaximierung und das nicht zuletzt, um zu bestehen. So muss man doch auch den Sinn der Mensen genauer betrachten. Es geht darum, gesundes, günstiges und vor allem nahrhaftes Essen für die Schüler anzubieten, damit diese nicht dazu verleitet werden, sich an der nächsten Ecke einen fettigen Döner zu kaufen. Natürlich sollte man sich auch einmal etwas gönnen, jedoch sollte das selbstverständlich keine Angewohnheit werden. Zudem sollte man bei der Organisation von Nahrungsmitteln für die Schüler beachten, dass gerade in Gymnasien lange Tage bis 17 Uhr abends kein Einzelfall sind.

Schüler bilden doch die neue Zukunft. Das werden díejenigen Menschen, die später unsere Rente zahlen, unsere zukünftigen Ärzte, Psychologen und Lehrer. Sie werden irgendwann die Menschen sein, die sich in Seniorenheimen um uns kümmern. Warum jetzt diesen jungen Menschen den Zugang zu solche etwas wichtigem versagen. Die Organisation der Mensa ist logischerweise nicht das einzige Problem an deutschen Schulen, aber wäre es nicht ein einfacher Anfang, um Schulen zu verbessern? Und wäre es nicht ein Schritt, um zu zeigen, dass sich etwas bewegt? Möglicherweise ein Schritt, um Gesundheit zu fördern?

2 Kommentare zu „Mensa.

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  1. In unserer Schule wurde frisch gekocht. Die Eltern haben gemeckert. Also hat man einen neuen Essensanbieter gesucht, der auch frisch kocht. 4 lange Wochen haben die Eltern nicht über das Essen gemeckert. Dann gings los. Nach einem Jahr wieder ein neuer Essensanbieter, der ebenfalls frisch kocht. Gleich um die Ecke der Schule, nur für unsere Schule. ( ansonsten Events) Und es geht schon wieder los. Nur ….die Eltern essen dort gar nicht.
    Es gibt natürlich Essensanbieter die Grottenschlecht sind, aber in den Großküchen wird nun mal nicht nach dem Geschmack (m)eines Kindes gekocht.
    Bei uns essen täglich 300 Personen, wenn davon 20 über das Essen meckern, dann wäre es wohl falsch, sich nach den 20 zu richten.
    Eltern sind auch der Meinung, das es viel Gemüse geben muss. Die Kinder sollen in der Schule Gemüse essen, da sie es zu Hause nicht mögen. Muss ich nicht verstehen.
    Rohkost und Obst das geht weg, aber warmes Gemüse fast nicht. Wenn Eltern mir sagen das ich ihrem Kind Gemüse auf den Teller machen soll, dann mach ich das. Das macht das Kind 2x mit, dann kommt es gar nicht mehr zum essen. Die Schule ist nicht für alles da. Es muss gesundes frischgekochtes Essen geben, das ist richtig, aber was man den Kindern zu Hause nicht vorlebt, das wird in der Schule auch nichts. Oh je, das ist jetzt ein halber Roman geworden.
    LG

  2. Ja, da sollte auf jeden Fall umgedacht werden. Wegen der Gesundheit und auch um vielleicht schon früher Bewusstsein für gutes Essen zu schaffen. Ich kenne eine Kantine, in der jeden Tag frisch, abwechslungsreich und gesund gekocht wird und trotzdem sind viele unzufrieden. Es ist zu gesund. Und zu ausgefallen, weil es MAL couscous oder was mit Curry gibt. Und das ist ein Bürogebäude, da arbeiten Ingenieure, Programmierer, Wissenschaftler…

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