Das „Sommerloch“ #MauleMittwoch 7

Wenn man die Beschwerden der Menschen in den letzten Wochen, vielleicht sogar IMG_1866Monaten ernst nimmt, mit nervigen Bemerkungen über das schlechte Wetter, so sollte man doch meinen, dass sie jetzt in der Wärme der Sonne endlich ihren inneren Frieden gefunden haben. Falsch gedacht! Gerade wenn es vom Frühling auf die Sommerzeit zugeht, dann hört man, wenn man denn noch hinhört alle Menschen davon reden, wie ekelhaft kalt und unangenehm es doch draußen sei. Auf Facebook werden erwartungsvoll Bilder des letzten Sommerurlaubs gepostet #tbt und man hofft nur noch, dass doch endlich der Sommer mit seinen positiven und negativen Seiten kommt und diese Menschen verstummen lässt.

Doch es scheint etwas zu geben, dass genau diese Menschen über den Winter degenerieren lässt. Diese nicht allzu seltene Krankheit, das Sommerloch, lässt sie sich in eine Art Vampir verwandeln, den die ersten Sonnenstrahlen nahezu umbringen. Sie können nicht mehr nach draußen gehen, fürchten sich vor der Sonne und vor allem verabscheuen sie die Hitze. IMG_1861Anstatt sich also über die frierende Kälte des Winters und die kurzen Tage zu beschweren, gilt es ab den ersten Sonnenstrahlen, den Sommer mit all seinen Aspekten fertigzumachen. Und das geschieht natürlich auf dieselbe Weise: Facebook, Twitter,…

Wer also dachte, dass das Meckern jemals ein Ende hätte: NEIN!

Und wieder einmal stellt sich die Frage, ob die Menschheit es jemals schaffen wird, das Gute in der Situation zu sehen, anstatt über jeden noch so kleinen negativen Aspekt zu maulen. Anscheinend liegt jedoch genau das in unserer Natur, so wäre es doch viel zu einfach, sich über einen schönen Moment zu freuen, bevor er wieder verfliegt.

Möglicherweise ist es auch ein wenig kulturell bedingt und um das noch einmal einzugrenzen, gemeint sind keine Verallgemeinerungen wie „alle Deutschen“ oder „alle Europäer“. Jedoch scheint es in der „westlichen Region“ üblich zu sein, nach höher, schneller, weiter und besser zu streben. Ein „genug“ scheint es nicht zu geben.

Manchmal scheint doch auch Armut zu bereichern. 

12 Kommentare zu „Das „Sommerloch“ #MauleMittwoch 7

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  1. Ich hatte da grad spontan einen Gedanken zum Thema Permanentmeckern:

    Meckern verbindet. Sich gemeinsam über Negatives auszulassen schafft Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl. Und das Wetter, ganz egal zu welcher Jahreszeit, bietet eigentlich immer Anlass dazu, man ist also auf der sicheren Seite, es gibt immer genügend Leute, die mitmeckern.

    Leider lässt sich das auch auf weniger harmlose Themen übertragen, Stichwort Feindbilder, aber prinzipiell find ich den Gedanken nicht doof.

    Schöner Artikel, so nebenbei 😉

  2. Der Mensch ist zum meckern geboren, so ist das nunmal 😉 Ich persönlich schwitze mich lieber tot als dass ich erfriere. Das einzige was ich an unserem Wetter nicht mag, das sind diese Themperatursprünge von 10-15°C. Das macht mich fertig.
    Ansonsten halte ich es mit dem Spruch: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung (und wenn´s warm ist, dann zur Not auch keine/kaum welche 😉 )

  3. Die Gedanken die du dir zum Thema machst sind bemerkenswert und gut geschrieben. Ob aber Armut wirklich bereichert ist eine andere Frage. Zur Unzufriedenheit gibt es übrigens einen guten Spruch, der lautet sinngemäß wie folgt: „Was er will das hat er nicht und was er hat das will er nicht!“ In diesem Sinne ein schönes Wochenende!

  4. Du glaubst es nicht, genau denselben Gedanken hatte ich als ich letzte Woche mit ein paar Verwandten über den zu heißen Sommer sprach;-) Du hast vollkommen recht. Hauptsache es gibt was zum Meckern!

  5. hehe das Ingwerspray habe ich auch. Ist echt sehr angenehm.
    Über irgendwas muss man immer meckern können und das wetter ist dafür immer zu haben, egal zu welcher Tages oder Nachts Zeit und egal wie kalt oder warm es ist.
    Gruß

    hagenspepper

  6. Wenn man über das Wetter meckert, dann geht es meiner Meinung nach garnicht um das Wetter, sondern darum, die Beziehung zu seinen Mitmenschen zu prüfen. Und über kein Thema lässt es sich so unbeschwert reden, wie übers Wetter. 🙂

  7. Wie Recht du doch hast… viele meiner Freunde/Bekannten etc. beschweren sich zur Zeit über das viiiieeeel zu heiße und schwüle Wetter, und wenn es dann mal regnet, heißt es wieder, dass es hier in Deutschland ja keine richtigen Sommer mehr gibt … 😉

  8. Irgendwie muss man doch die Extremwetterlagen zwischen Frühling und Herbst, bzw. zwischen Herbst und Frühling durchstehen. Gemeinsames Meckern kann dabei gerade in längeren Dürreperioden durchaus unterstützend wirken… 😀

  9. Hmmm…
    Der Sommer ist schön… ich liebe jede Jahreszeit.
    Im Winter, wenn der Neuschnee ganz frisch und unberührt auf dem Boden liegt und dann auch noch die Morgensonne scheint! Wow! Da glitzert die ganze Welt… wie zersprungene Diamanten!

    Der Frühling steht für mich für das Leben (ich glaube, für viele Andere auch)…. die Bäume beginnen zu blühen, Blumen strecken ihren Hals, Man sie die ersten Schmetterlinge bald wieder und alles tanzt und blüht und duftet…

    Der Herbst ist bunt! Allein deshalb ist es schon meine Lieblingsjahreszeit (trotz viel Regen und Wind).

    Nun, der Sommer… ja…er IST heiß, genauso wie der Winter kalt IST.
    Ich bin auch jemand, der über jede Banalität gemeckert hat. Im Winter bin ich zitternd durch die Straßen gelaufen und hab über den Matsch geflucht, der braun und hässlich an den Straßenrändern dahinschmorte. Ich sehnte mich nach Wärme …
    Im Sommer ärgerte ich mich fürchterlich darüber, dass man aus der Tür tritt, und sofort in Schweiß ausbricht – ohne auch nur den Finger zu bewegen.

    Aber diesen Sommer, fiel mir gerade auf, habe ich noch kein einziges schlechtes Wort über den Sommer verloren. Ich finde den Sommer einfach so fröhlich!!! Mir verblieb dieses Jahr einfach die Lust, mich über die Hitze zu beschweren.
    Denn, klar gibt es Nachteile im Sommer (vor allem wenn man auf der Südseite eines Hauses wohnt und von einem stickigen Draußen in ein stickiges Drinnen kommt (Gott sei Dank zieh ich bald um!)).
    Zum Beispiel kann ich bei 35 Grad unter keinen Umständen mehr Sport machen. Selbst meine lächerlichen Workouts bringen mich binnen weniger Minuten zum Schwitzen, als wäre ich von einem Marathonlauf gekommen. Genauso wie ich erst abends putzen kann, wenn es anfängt etwas kühler zu werden, weil ich sonst schreckliche Kreislaufprobleme kriege. Das Einkaufen mit schweren Tüten ist auch nicht gerade feierlich. Aber hey! Dafür ist alles so schön hell und friedlich und freundlich.
    Außerdem macht der Sommer (die Sonne, die Wärme), so viel davon aus, wie es mir geht. Im Sommer werde ich zum Bleistift nur sehr selten sentimental oder melancholisch, während es mich im Winter schon weitaus häufiger trifft (was nicht schlimm ist: ich mag Sentimentalität und Melancholie bis zu einem gewissen Maß).

    Über die Motzereien von Mitmenschen lächel ich nur noch oder blende sie aus. Man kann es sowieso niemandem recht machen.

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