Gläserne Menschen – Wenn dich Google besser kennt als die engsten Freunde.

Man selbst findet immer die Dinge am Schlimmsten, über die man bis ins Detail informiert ist. Nehme man an, man weiß, dass der Ex-Freund unangenehme Informationen verbreitet, die jedoch auch erlogen sein können. Die Vorstellung ist furchtbar, doch viel schlimmer Die bunten Farben des Google-Logos, alles andere als Vertrauens-erweckend.ist, dass jeder genau so eine Person in seinem Leben hat. Eher vielleicht ein Etwas, dass genau weiß, wann man schläft, wo man einkauft, wie viel Geld einem ungefähr zur Verfügung steht, wie die gekaufte Unterwäsche aussieht und selbstverständlich welche Kleidergröße man denn hat. Leider ist dieses Etwas nicht ganz so einfach zu stoppen, wie es vielleicht der Ex-Freund ist. Google ist mit knapp 89,6% der Suchanfragen in Deutschland wohl der Spitzenreiter aller Suchmaschinen und doch eine sehr hinterlistige Suchhilfe.

Dass Google die Suchverläufe aller Personen abspeichert, ob man ein Google-Konto besitzt oder nicht, sollte mittlerweile allseits bekannt sein. Selbst Geldstrafen in Höhe von 7 Millionen Dollar konnten das Unternehmen nicht davon abhalten. Die gesammelten Informationen helfen Google dann, unsere Interessen, Freizeitaktivitäten und eben potentielle Kaufgegenstände zu ermitteln. Bei Google AdWords wird dieses Wissen weiter genutzt, um es Kunden zu ermöglichen, gezielt Werbung zu schalten. Diese ist logischerweise genau an mögliche Käufer angepasst. Nun ist es einigen Menschen genau Recht, wenn sie auf der Suche nach bestimmten Produkten sind, gezielte Vorschläge zu erhalten. Anderen, vielleicht sogar der Mehrheit, steht dabei allerdings die Sorge ins Gesicht geschrieben. Wie wäre es, wenn der Nachbar genau die Informationen über uns hätte, die Google hat? Würde uns das immer noch gefallen?

Der Ansammlung persönlicher Daten wird über Google kaum eine Grenze gesetzt. Durch die Größe des Unternehmens und die Verbindung verschiedener über Google angebotener IMG_1930Dienste, wie zum Beispiel Youtube, Google Mail, usw. wird das möglich. Somit können die gesammelten Daten auch verknüpft und direkt bestimmten Personen zugeordnet werden. Sogar E-Mails werden automatisch ausgewertet (nicht gelesen), genau wie Internetadressen und Passwörter, die angeblich bereits mitgeschnitten wurden. Die über die eigene Person gesammelten Daten kann man (falls ein Google-Konto besteht) sogar über den Reiter „Mein Konto“ einsehen.

Der Schutz vor Datensammlung ist sehr schwierig und mit dem regelmäßigen Löschen der eigenen Suchverläufe nicht unbedingt getan. Empfehlenswert ist es zum Beispiel, andere Suchmaschinen zu verwenden, die keine Daten sammeln. Besonders bewährt hat sich hierbei ixquick und wird von sehr vielen Menschen empfohlen.

Auf meiner Suche nach Alternativen zu Google, fiel jedoch eine weitere Suchmaschine auf, die relativ unbekannt und doch besonders ist. Es dreht sich um Semager, eine semantische Suche. Das bedeutet, dass es sich vielmehr um die Bedeutung des Wortes und verwandte Begriffe, als um das Wort an sich dreht, welches gesucht wird.

Dringend ratsam ist es jedoch, verschiedene Suchmaschinen auszuprobieren, um eine eigene Alternative zu finden. Wer jedoch zu sehr daran hängt, personalisierte Werbung zu erhalten, der bleibt wohl besser bei Google.

18 Kommentare zu „Gläserne Menschen – Wenn dich Google besser kennt als die engsten Freunde.

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  1. Ich habe vor einigen Wochen schon einen Blogeintrag darüber geschrieben, dass mir Google zu wissbegierig ist. Seit etwa einem Jahr benutze ich auf allen Geräten nur noch Duck Duck Go als Suchmaschine. Ich mag das sehr.

    Noch weiter kann man gehen, wenn man z.B. Ghostery auf dem Mac (oder iOS) einsetzt. Das verhindert auch noch weitere Datensammlungen… Sehr gut!

  2. Danke für den Text! – Ja: facebook, google, amazon…das ist alles hochproblematisch, aber man kommt als Kulturschaffender, der nicht im Mainstream ist, kaum daran vorbei. Schon so werden abweichende Meinungen unterdrückt, Literatur allein nach Marktgesichtspunkten von den Großverlagen verlegt…..um irgendwie noch Interessenten zu finden, ist man auf diese hochproblematischen Unternehmen angewiesen.

  3. ecosia finde ich als Suchmaschine ganz gut. Da pflanzt man gleichzeitig durch jede Suchanfrage einen Baum. Und wenn ich mal nicht das finde, was ich suche, kann man von dort aus mit 1 Klick auf google umschalten.
    Außerdem empfiehlt sich das anonyme Surfen. Allerdings weiß ich nicht, wie sicher das wirklich ist, und es ist umständlich, wenn man an die automatischen Vervollständigungen der Suchanfragen usw. gewöhnt ist.

  4. Toller Blogpost.
    Mir selbst ist das in letzter Zeit immer wie wichtiger geworden. So habe ich mich von Facebook und Twitter zum Beispiel ganz verabschiedet. Google finde ich selbst natürlich sehr praktisch und da wir es im Geschäft auch nutzen, war es schon immer meine Standard Suchmaschine.
    Mich stört es zwar nicht, wenn mir Werbung vorgeschlagen wird… aber das alle Daten gespeichert werden ist schon seltsam.
    Danke für die Alternativ Vorschläge! Gehe mir die gleich anschauen!
    Schönen Abend!

  5. Ein sehr interessanter Artikel.
    Viel mehr Leute sollten über Google „aufgeklärt“ werden.
    Dass Google jetzt im Prinzip jeden Aspekt unseres Lebens mit seinem „Alphabet“ beeinflussenwill, finde ich ziemlich krass und unverschämt. Auch irgendwie gruselig.
    Sie kontrollieren immerhin schon Youtube. Da musste ich so ein dämliches Google Konto anlegen, nur um meinen Kanal zu behalten.
    Dieses Profitgegeiere ist echt schlimm. Die großen Konzerne wollen alle immer mehr und mehr Geld machen. Kleine Unternehmen bleiben da weit zurück. Dabei finde ich, dass Konkurrenz unter den Unternehmen besonders heute sehr wichtig ist.
    Ich benutze schon seit einiger Zeit eine Suchmaschine namens DuckDuckGo. Die ist auch vom Design hübscher, finde ich 🙂

    P.S.: Vielen Dank für den Like 🙂

  6. Ein sehr interessanter Beitrag. Er hat mich auch inspiriert, auch eine andere Suchmaschine zu benutzen. Ich konnte mich gestern zum Beispiel nicht bei Youtube anmelden, um meine Videos zu öffnen, es wurde immer wieder behauptet, es wird an meinem Passwort manipuliert. Dabei war ich es, die immer wieder versucht hat reinzukommen. Und zwar mit meinem richtigen Passwort. Das war so stressig, ich musste aufhören. Auch die viele Werbung nervt mich sehr. Ich werde es mal mit DuckDuckGo versuchen. Danke für die Hinweise.

    LG Piri

  7. Die Datensammlerei stört mich auch eher als dass sie mir hilft. Vielen Dank für die Tipps. Mit DuckDuckGo habe ich allerdings auch schlechte Erfahrungenn gemacht. Die Suche ist oft nicht so passend wie bei Google gewesen. Clever sind sie schon…
    Viele Grüße Guido

  8. Finde ich ein super Thema! Leider ist das nicht nur bei Google, sondern auch bei Facebook und Co. so :/
    Da kommt es einem doch manchmal schwer vor heute kein komplett transparenter Mensch zu sein!

  9. Ich habe noch einen Tipp für Menschen, die auch bei den Emails wert auf Sicherheit, Daten- und Umweltschutz legen: Posteo.de Ich hatte vorher immer googlemail aber wollte diesem eben den Rücken kehren und habe schnell gesehen dass die kostenlosen Anbieter alle Datenkraken sind. Jetzt zahle ich einen Euro im Monat und habe etwas vernüftiges und webefreies!

  10. Startpage ist ebenfalls eine sehr gute Suchmaschine, die deine IP-Adresse nicht speichert und dein Suchverhalten nicht verfolgt 🙂 Neben Ixquick ist es auch die einzige Suchmaschine, die von Softwarespezialisten zertifiziert wurde.

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