Die Sache mit der Hilfsbereitschaft.

Bereits vor einiger Zeit habe ich einen Artikel darüber geschrieben, inwiefern die Flüchtlingsdebatte durch einen starken Zuwachs von Menschen beeinflusst wird, die IMG_2252intolerant und teilweise beleidigend reagieren. Gerade im Internet und in Sozialen Netzwerken nimmt dies natürlich schnell Maße an, die nichts mehr mit freier Meinungsäußerung und Kritik zu tun haben. Das Thema der starken Flüchtlingsströme ist natürlich noch immer aktuell und sehr wichtig, auch wenn es in allen seiner komplexen Unterthemen nicht diskutiert werden kann. Ein besonderer Aspekt, der gerade in Deutschland auffällt ist die starke Hilfsbereitschaft und der auch körperliche Einsatz für Geflüchtete.

Wer sich entscheidet, helfen zu wollen, kann sich mit einigen Klicks im Internet über fehlende Gegenstände oder Hygieneartikel informieren und sie dann in der nahegelegenen Flüchtlingshilfe abgeben. Die noch einfachere aber ebenso wichtige Möglichkeit ist, eine Geldspende abzugeben. Auch die Hilfe direkt vor Ort geschieht in vielen Lagern tatkräftig. Hilfsbereitschaft ist also nicht unbedingt ein Fremdwort.

Trotzdem wird auf lange Sicht weiterhin der Einsatz vieler Menschen benötigt, da die IMG_2277Grenzkontrollen an der österreichischen Grenze nicht ewig anhalten werden, gerade da so Pendler unter langen Wartezeiten leiden müssen. Was gerade online auffällt ist, dass viele Stars ihre Meinung zum Thema offen beschreiben und diese sehr positiv ist. Viele veröffentlichen Aussagen, in denen sie sich als volle Unterstützer der Geflüchteten darstellen. Letztendliche Unterstützung außerhalb des Internets bekommt man allerdings selten mit. „Große Klappe, nichts dahinter?“

Selbstverständlich liegt es nicht in meiner Absicht, bestimmte Personen herauszusuchen und zu zeigen, dass sie sich nicht engagieren.

Wer sich jedoch engagiert und offen auffordert, dies auch zu tun, der muss gerade als Person des öffentlichen Lebens mit viel Kritik und Beleidigungen rechnen. Sich rechtfertigen, da dies doch alles nur gestellt sei und wichtig für das eigene Image. Ein Beispiel hierfür, welches aktueller nicht sein könnte, ist Til Schweiger. Man sollte ihn in seinem Lebensstil, den Schauspielkünsten und der Art zu sprechen nicht beurteilen müssen, um zu sehen, dass er Gutes tun möchte und dies öffentlich kundtut. Trotz Drohungen, Beleidigungen und sogar Beschädigungen seines Privateigentums hat er heute die Gründung seiner eigenen Stiftung präsentiert.

Auch Joko und Klaas haben sich zu den Geschehnissen gerade im Internet geäußert und mit dem Hashtag #mundaufmachen aufgefordert, negativen Äußerungen entgegen zu halten. Wer das zugehörige Video sehen möchte, kann dies hier tun.

Ebenso wie Personen des öffentlichen Lebens haben auch Blogger eine Aktion ins Leben gerufen, die für mehr Toleranz sorgen soll. Auf der einen Seite soll sie Spendenaktion und auf der anderen eine Kampagne sein, die mehr Toleranz gegenüber Geflüchteten fordert. Selbst die Space Frogs, die sehr einflussreiche Youtuber sind haben sich der Aktion angeschlossen und ein Video zum Thema gedreht.

Die wohl amüsanteste und humorvollste Art mit dem Thema umzugehen hat wohl Carolin Kebekus gefunden, die eine Parodie des Liedes „Wie schön du bist“ veröffentlichte. Das Video hierzu ist definitiv sehenswert und vielleicht auch die schönste und einfachste Art mit den eigenen Sorgen fertig zu werden.

11 Kommentare zu „Die Sache mit der Hilfsbereitschaft.

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  1. Ist enorm wichtig, dass solche Leute sich engagieren und die ganze Debatte nicht den Falschen überlassen. Die könnten sich am Ende noch bestätigt fühlen. Die ideologisch Verblendeten wird mit Sicherheit niemand erreichen, weder mit Worten noch mit Liedern, aber die große Mehrheit in der Mitte, die sich durch die Situation oftmals nicht zu Unrecht verunsichert fühlt, könnte hier Orientierung finden.
    Und die Kebekus ist sowieso jemand, die kein Blatt vor den Mund nimmt und sich auch durch Anfeindungen im Netz nicht beeindrucken lässt. Davon könnten wir ein paar mehr gebrauchen.
    Herzliche Grüße, Eberhard

  2. Til Schweiger hat einen wunderschönen Satz gesagt, den sich jeder mal zu Herzen nehmen sollte.
    „Man braucht es nicht , das einige immer alles schlechtmachen, immer das schlechte suchen, das ist so ne deutsche Eigenart.Wir brauchen Unterstützer auf vielerlei Wegen!

  3. Ich habe Angst, dass diese Hilfsbereitschaft nur eine „Modeerscheinung“ ist, die vorbei ist, wenn die Niederungen des Alltags beginnen. In Moment helfen Bananen, Wasser und Decken, aber langfristig sollten die geflüchteten Kinder auch Bildungschancen in unseren Schulen erhalten und die Erwachsnen Arbeitsplätze..schon jetzt gibt es den Trend, seine Kinder auf Privatschulen zu schicken, damit sie nicht mit einer Mehrzahl nicht deutsch sprechender Kinder in der Klasse sind. Und es kann vorkommen, dass die gleichen Menschen, die ihre Kinder auf „flüchtlingsfreie“ Privatschulen schicken so hilfsbereit in der Öffentlichkeit auftreten wie Til Schweiger. So manche Hilfsbereitschaft ist doch eine hoch egoistische Feier des eigenen Gutseins und hält dem ganz normalen Alltag in einer „bunten“ Gesellschaft vielleicht nicht stand. Der Weg von Geflüchteten von bedauernswerten Objekten unserer Hilfsbereitschaft zu Mitbürgern mit gleichen Rechten ist noch ziemlich weit, denn ob er wirklich – auch politisch gewollt ist – ist noch sehr die Frage.

  4. sehr gut dein artikel. es ist äußerst wichtig, dass sich möglichst viele menschen immer wieder und notfalls unermüdlich in ähnlicher weise äußern.wir müssen in unserer bunten vielfalt lauter sein als die rechten schreihälse. schöner sind wir sowieso.

  5. Ich in meiner Kleinstadt habe mich mit selbst auf das Geldspenden geeinigt.
    Das Problem in der Debatte ist nur dieses fürchterliche Schwarz/Weiß-Gedenke, bei dem die einen sagen, es kommen nur Verbrecher die uns alles wegnehmen, während die anderen sagen, dass es Menschen sind die uneingeschränkt und ohne Vorbehalt unsere Hilfe brauchen.

    Den vernünftigen Grau-Ton der Debatte vermisse ich sehr.

  6. Geliebte Sophie

    Dein Namensinn ist ja Weiheit
    Also wenn Du Dich als Opfer des Systems verletzt erkennst und Deinen Wesenskern zerplittert siehst
    So gibts Du den Tätern Macht über Dich das ist ein starkes energetisches Band
    Heile erschaffe Dich neu jetzt aus Deiner Weisheit und Herzenskraft
    Lebe Die Ästhetik der Wahrhaftigkeit Zitat aus dem Buch Die rote Blume
    Und zeige der Welt Uns Menschen hier kein Scherbenselbstporträt das mir weh tut
    Vielmehr die Schönheit einer jungen Frau
    Als Neukreation für Dein Selbstbildnis lege einen leisen Gazeschleier vor Deine Persona
    So kann Ich Dein Gesicht Dein Antlitz der Liebe erahnend schauen

    Danke Joachim
    Selbstdarstellerbildhauerfotagrafenlyrikschauspielmensch

  7. Ich wollt mich auch noch einmal anschließen:
    Ich denke, viele machen schon tolle Sachen für die Flüchtlinge. Ich hatte letztens eine Austauschschülerin aus Europa und als wir uns über Flüchtlinge unterhalten haben, erzählte sie mir, dass ihre Eltern sie fast gar nicht zu mir lassen wollten, weil sie vor den Flüchtlingen Angst hätten (?). Natürlich gibt es noch viel zu machen und zu helfen, aber ich bin froh, dass wir so aufgeklärt (?) worden sind.
    Und toller Post 🙂
    LG Anna

  8. Till Schweiger gehört nun wirklich nicht zu meinen Lieblingsschauspielern, aber mir hat dieser Shitstorm auch nicht gefallen. Jeder soll das tun, was er zu leisten im Stande ist. Man sollte die Leute, die wirklich etwas tun, dann nicht auch noch dafür bestrafen. Die große Masse wird ohnehin in ihren Sesseln kleben bleiben – und motzen. Das können „die Deutschen“ nämlich am besten. ;-).

  9. Hallo Sophie,

    du hast wieder einen sehr schönen Beitrag geschrieben. Ich bin selber oft entsetzt, was ich alles bei Facebook lesen muss. Dies hat wirklich nichts mehr mit Kritik zutun, sondern sind wirklich einfach nur noch Beleidigungen und haben oft keine Aussage.
    Die elften Klassen an meiner Schule hatten letzte Woche ein Flüchtlingsprojekt. Dort hatten sie zum Beispiel Gespräche mit Flüchtlingen, haben sich mit Bürgern unterhalten und haben versucht einen Deutschkurs zu planen und vieles mehr. Die Idee fand ich persönlich gar nicht mal so schlecht, da kaum einer mit Flüchtlingen schon einmal ein privates Gespräch geführt hat.

    Liebe Grüße,
    Lisa

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