Jugendliche – Ist schlechte Laune ansteckend?

Wenn das Alter von 14 Jahren erreicht ist, die Hormone und die Familienmitglieder verrückt spielen und alle Freundschaften kompliziert werden – IMG_2371herzlichen Glückwunsch du oder deine Kinder haben die Pubertät erreicht. Jetzt wird alles dreifach in Frage gestellt, selbst die eigenen Fähigkeiten und das Aussehen. Regeln werden sowieso gebrochen und die Grenzen bis zum Ende ausgereizt.

Als wäre die körperliche Veränderung nicht genug, so müssen jetzt auch alle Beziehungen ausgetestet und neu definiert werden. Von Freundschaften, die plötzlich nicht mehr so einfach sind wie vorher über ständige Streitereien bis zum Wechsel des Freundeskreises dürft da alles einmal dabei sein.

Das wohl weitaus größte Problem an dieser Phase ist jedoch, dass jegliche IMG_2340Veränderungen einem meist unglaublich peinlich vorkommen. Man verschließt sich, wenn man nicht genug aufpasst schnell vor anderen Menschen, um ja nichts Falsches oder Dummes zu sagen. Mit den Eltern kann man sowieso nicht mehr so unbeschwert über alles reden und Freunden muss man unglaublich gut vertrauen können. Dabei sind Offenheit und ehrliche Gespräche für die Entwicklung so wichtig. Schließlich hört man oft genug davon, dass man nicht alle Sorgen in sich selbst hineinfressen sollte. Bindungen zwischen Menschen können nur durch erfolgreiche Kommunikation entstehen. Anerkennung innerhalb von Gesprächen kann so wichtig sein, um sich selbst wertvoll zu fühlen und bestätigt zu werden. Das ist allerdings nur schwer möglich, wenn man sich solchen verwehrt.

Es ist völlig normal, sich irgendwann von den Mitbewohnern abzuschotten, keinen Kontakt zu wollen und die eigene Privatsphäre zu wollen – zumindest in einer quasi gesunden Dosis. Der Grund für den Wunsch alleine zu sein könnte man darin sehen, dass man unabhängig sein möchte und Zeit zum nachdenken braucht. In gewisser Weise will man wohl auch verdeutlichen, dass man die anderen nicht braucht. Die beste Art und Weise sich als Eltern in die Lage der Jugendlichen zu versetzen ist wohl, den Film „LOL“ anzusehen, aber bitte in der französischen Fassung, auch wenn da Demi Moore nicht mitwirkt. Der Film zeigt alle Seiten deutlich und unverblümt und ist für einen „Teenie-Film“ sehr ehrlich. Außerdem fasst er alle Themen des Zusammenlebens, Erwachsenwerdens und auch der Schulzeit zusammen wie wenige andere.

Nicht ohne Grund leiden (laut Spiegelonline) ca. 20 Prozent der Jugendlichen IMG_2342unter einer psychischen Erkrankung. Wie soll man auch gleichzeitig die eigenen Grenzen austesten, die Eltern auf Distanz halten und Freundschaften aufrechterhalten? Es ist nicht leicht Jugendlicher zu sein. Und es scheint als würden sich psychische Krankheiten gerade bei Jugendlichen ausbreiten, wie eine Epidemie. Fehlende Dialoge mit Ansprechpartnern ist da selbstverständlich nicht der einzige Grund.

Man kann sich wohl glücklich schätzen, wenn man die Jugend selbst überstanden hat, aber wer Kinder hat, der darf das gewiss alles noch einmal durchleben.

18 Kommentare zu „Jugendliche – Ist schlechte Laune ansteckend?

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  1. Richtig spannend und bestimmt auch schmerzhaft wird es, wenn man fragt, warum 20% der Jugendlichen unter eine psychischen Erkrankung leiden. Ich kann nur schreiben, dass ich eine großartige Jugend hatte und das es das tollste ist selber Kinder zu erziehen.

  2. „Pubertät ist, wenn die Eltern anfangen schwierig zu werden“
    Diesen Spruch als Button habe ich letztens meinem Pubertier gekauft ^.^
    Man sollte als Eltern manches einfach hinnehmen, aussitzen und aushalten können. Soviel Nachsicht wie möglich haben, ohne sich auf der Nase herum tanzen zu lassen.
    Bisher kommen wir ganz gut klar, aber wer weiß, was da noch kommt. Wir stehen gerade erst am Anfang….

  3. Danke für den Filmtipp, suche sowieso grad nach geeigneten französischen Filmen fürs Sprachverständnis üben. Was die Pubertät betrifft, ja wird nicht einfacher (manchmal hab ich das Gefühl, ich bin da nie rausgekommen ^^) und falls ich selbst mal Kinder in die Welt setze weiß ich jetzt schon: Das wird spannend.

    Viele Erwachsene unterschätzen glaub ich nach wie vor das geballte Hormonchais (ein Teeny kommt ja selten allein) das da auf die jungen Menschen einprasselt und die gewaltigen Veränderungen die in seinem Leben vorgehen.
    Klar, es ist lang her bei uns (da ich ab nächsten Monat schnurstracks auf die böse 3 zugehe zähl ich mich mal technisch zur Erwachsenenwelt) und vieles aus der Zeit verdrängt man sicher nur zu gern.

    Aber es schadet nicht, sich in die Situation eines jungen Menschen mit Hormonoverkill reinzuversetzen und zu versuchen zu verstehen, sich zu erinnern, was man selber damals wollte (u.a. ernst genommen werden, Verantwortung tragen ohne zu viel Verantwortung aufgehalst zu bekommen, eigene Entscheidungen treffen dürfen…) und sich fragen, wie man sich damals gewünscht hätte behandelt zu werden. Kann man nat. so als Eltern nicht 1:1 umsetzen, ist aber ein guter Richtwert.

  4. Meine Tochter ist 14! Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: JEDE Zeile deines Beitrags ist wahr!! Übrigens ist LOL ihr Lieblingsfilm (ich mag ihn auch..) Ich bin einfach nur froh, wenn der Sturm weitergezogen ist.. Liebe Grüsse, Heike

  5. meine Tochter ist 21, also ist diese „schwierige Phase“ überstanden, mit ein bissl Gelassenheit ist es nicht ganz so dramatisch gewesen, wie zuerst befürchtet.
    Man erinnere sich an seine eigene Jugend und schon verläuft es heutzutage doch um einiges einfacher.

  6. Es ist witzig als Teenager diesen Artikel zu lesen und mal zu sehen wie Erwachsene uns betrachten 😀 Ich kann aus Erfahrung sagen, dass Jugendliche (besonders Mädchen…) einige Dinge zu dramatisch sehen, aber dass 20% eine psychische Erkrankung haben, hätte ich persönlich nie gedacht 😮 Persönlich finde ich ehrlich gesagt, dass der Film LOL die Themen behandelt, die extrem klischeehaft für Teenager sind (Beziehungen, Liebe, etc. …), dabei sind doch nicht alle Jugendliche so 😉
    Toller Beitrag 🙂

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