Von Bulimie-Lernen und Lebenswandel

Guess who’s back, back, back – back again! Meine Klausurphase ist glücklicherweise einmal wieder überstanden und als Außenstehender kann man wohl gar nicht IMG_3346einschätzen, wie stark so etwas an jemandem zerren kann. Wie oft habe ich doch von Bekannten ein Augenrollen als Antwort bekommen, wenn ich von den schwierigen bevorstehenden Prüfungen geredet habe oder ein: „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ein Studium so anstrengend ist.“

Verallgemeinern ist sowieso eine Eigenschaft, die scheinbar den meisten Menschen sehr gut gelingt. Studium ist eben nicht gleich Studium. Manche Studierende haben Module wie „Trommeln“ (Studiengang „Soziale Arbeit“ und das war kein Scherz) und andere Arbeitsrecht oder Investition und Finanzierung.

Die Klausurphase ist zumindest an meiner Hochschule immer wieder ein einzigartiges Ereignis, dass das wahre Gesicht so mancher Kommilitonen offenbart. Von Diebstahl der IMG_3361.JPGKlausurbögen über nächtliche Treffen mit Dozenten bleibt so ziemlich jeder Skandal abgedeckt – man könnte nahezu einen Film darüber drehen. Natürlich geschieht so etwas aus Verzweiflung und wahrscheinlich vor dem berüchtigten 3. Prüfungsversuch und es zeigt doch, wie hart das Studentenleben sein kann. Es ist leider nicht mehr wie in der Schule, wo man mehrere Klausuren schreibt, zusätzliche Leistungen hat und schlechte Noten ausgleichen kann. Man muss einfach zwei mal im Jahr wie auf Knopfdruck funktionieren. Und so kommt es, dass ca. 1 Monat vor den Klausuren eine Art Ausnahmezustand ausbricht, zu dem manche Studenten in der Bibliothek und von Fast Food leben.

Fraglich ist einfach, ob es nicht andere Möglichkeiten gäbe, die Studenten zu prüfen, als einmal im Semester eine Masse an Klausuren auf sie einprasseln zu lassen, die unmachbar scheint. Es werden bewusst Situationen geschaffen, die für alle Parteien stressig sind und nur weil es ein bestehendes System ist soll das jetzt nicht abgeändert werden? Im Vergleich zwischen Schulsystem und Universität hat sich zumindest für mich kaum etwas verändert, was nicht für jeden der Fall ist. Aber eigentlich wissen wir ja alle, dass „Studenten nur faule Schüler sind, die überall Rabatte und Ermäßigungen bekommen und eigentlich nichts dafür tun.“

17 Kommentare zu „Von Bulimie-Lernen und Lebenswandel

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  1. Liebende des weisheitsvollen Lebens

    … noch bist Du eine Menschin die das Unmenschliche jenes Bildunssystemes fühlend erkennt
    Da das „System“ auf Konkurrenz gründet siehe Globalismus und „Sozialdarwinismus“ Träger der
    Leistungsgesellschaft züchtet anstatt einer Talentegemeinschaft ist nur der Systemzusammenbruch zu gewärtigen
    Du und Ich werden Es nicht ändern doch Deine Gesinnung wirkt schon verändernd dahingehend
    Sprich ruhig in einer Vorlesung oder in einem Kollegium von Deiner Wahrnehmung
    Trage in das Wissenszuvermittelnde die Frage nach dem Wesen der Liebe
    Ob Leistung Intellektualität ohne Wesenshaftes eben die Kraft des Liebens nicht einem Verselbstzweckungs
    geschehen entspricht das unglückliche Funktionsträger und freudlose Erfüllungsgehilfen hervorbringt
    Ich bin auf Deine Erfahrungen gespannt
    Wenn Ich in einem nächsten Leben Kultusminister bin wirst Du Meine erste rechte Hand…
    Und Ich habe täglich Klausur Die Prüfung lautet immer nur Angst oder Liebe
    Von früh bis spät
    Tag für Tag
    „Die Ästhetik der Wahrhaftigkeit“
    Das ist hier die Frage…

    danke
    Dir Joachim von Herzen

  2. Uhhh… Jetzt weiß ich, warum ich nicht in Deutschland geblieben bin 😉 Ich habe mich entschieden in Riga zu studieren – nicht wegen des NCs für Medizin in Deutschland sondern wegen der Internationalität und dem Prüfungsaufbau und bin froh, das getan zu haben… Wir schreiben 3 bis 4 kleine testate im Semester und haben am ende in einem Fach ein Examen mit note. Alle anderen testate sind entweder Pass oder fail… Das ist deutlich entspannter und viel sinnvoller irgendwie… Die ersten Universitäten in Deutschland fangen mittlerweile auch an, mit dem System zu arbeiten, weil auffällt, dass es momentan nicht wirklich funktioniert…
    Viel kraft für alle weiteren Klausuren, Testate und Examina 😉

  3. Ich habe Hochachtung vor Menschen, die ein Studium aufnehmen. Natürlich gibt es überall „Schwarze Schafe“ die sich mit einem Studium die Zeit vertreiben und x Semester absolvieren. Der wahre Student ist schon fleißig und will sein Ziel erreichen. Das weiß man schon. Nicht umsonst heißt es auch:
    “ Ohne Fleiß kein Preis!“

    LG Piri

  4. Kann mir gut vorstellen, dass euch viel abverlangt wird. Genauso wie viele Leute nur klagen und dabei wenig Leistung bringen und kaum Durchhaltevermögen zeigen, arbeiten viele sehr angestrengt!

  5. Wie wahr und wie froh bin ich, endlich da raus zu sein. Durch die Vereinheitlichung der Studiengänge und die Modularisierung wurde es noch schlimmer. Viel Glück, Du schaffst es schon 🙂

      1. Ich habs heute zu einer Studentin gesagt: Ihr werdet so in einen bestimmten Denkkosmos gesetzt, der mit dem späteren Job nichts zu tun hat und das ist seit Bologna noch schlimmer. Im Bachelor schon auszusieben, wer in die Praxis und wer in die Forschung geht, indem man Module doppelt vergibt, finde ich ziemlich daneben. Aber Bologna und ich werden nie Freunde.

  6. Dankeschön für diesen wundervollen Beitrag, auch wenn es immer wieder traurig ist zu sehen wie beknackt unser Bildungssystem ist.
    Ich habe selber letztes Jahr erkennen müssen wie hart ein Studium sein kann -Duales Studium, Montag bis Freitag Ausbildung, Samstags Uni. Nach knapp 1 1/2 Semestern, 4 durchgefallenen Prüfungen (in jedem davon hätte ich in die mündliche gemusst) und seitdem chronischem Sodbrennen habe ich letzten Sommer mein Studium an den Nagel gehangen. Das ist es dann doch nicht wert. Ich bleib bei meiner Ausbildung und habe Hochachtung vor Menschen wie dir, die trotz des enormen Stress weiter studieren und ihren Bachelor, Master, etc…. machen!
    Ich wünsche dir noch viel Erfolg und gute Noten! 🙂

    Liebe Grüße,
    Julia

  7. Davor hätte ich Angst wenn ich jetzt noch studieren würde. Wobei meine Therapeutin immer meint ich sei mit meinem Job unterfordert. ( Wo sie auch recht hat).

  8. Oh man und ich dachte, sie verlangen uns in der Oberstufe schon alles ab :/ Schön geschrieben, gerade die Stelle mit den Studenten, die in der Bibliothek und von Fast Food leben ^^

    Liebe Grüße
    Svenja

      1. Dann werd ich vorher mal bei den Schnupper-Lesungen recherchieren, was mich so erwartet ^^ Sobald ich nen Plan hab, welches Fach es überhaupt werden soll…
        Liebe Grüße
        Svenja

  9. Du sprichst mir aus der Seele 😉
    Ich hab leider noch ein paar Wochen vor mir und fieber dem Ende der Klausurenphase jetzt schon seit Mitte Januar entgegen 😀 Für mich ist es immer am frustrierendsten, dass ich mich in 2 Monaten an nichts von dem erinnern kann, das ich heute perfekt auswendig runterbeten könnte. Das sollte ja wohl wirklich nicht das Ziel eines Studiums sein…
    Ich muss aber auch dazu sagen, dass es bei mir im Masterstudium besser geworden ist und sehr viel anwendungsorientierte, zu meinen Paukklausuren sind also noch Projektberichte und Hausarbeiten dazugekommen 😉
    Ich hoffe du kannst deine freie Zeit bis zum Semesterstart genießen, Annka
    PS: Ich hab auch vor kurzem einen Beitrag zu dem Thema verfasst, ich freu mich wenn du bei mir vorbeischaust 🙂

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