SelbstbewusstSEIN.

Es reicht! Was ist so schlimm daran mit fremden Menschen zu sprechen? Was ist so Angst einflößend an einer Präsentation vor IMG_3527Kommilitonen? Was könnte schon passieren, wenn man sich an einem Gruppengespräch beteiligt? Alltägliche Situationen können die Hölle sein, wenn man nicht die Fähigkeit besitzt, besonders selbstbewusst aufzutreten. Immer wieder die Fragen: weshalb habe ich gerade nicht gesagt, was ich dachte? Warum war ich gerade so nervös und ängstlich? Wenn es doch an diesen Situationen nichts Gefährliches oder Bedrohliches gibt? Selbstverständlich sind das überspitzte Situationen.

Selbst-bewusst: Wissen welche eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse man besitzt. Aber das ist nicht so einfach. Das Selbstbewusstsein muss nämlich, um wirklich einen Nutzen zu haben, größer sein als es Selbstzweifel sind. Größer als die Momente, in denen man nur daran denkt, was alles schief gehen kann, wie man sich blamieren kann. So passiert es, dass man eine Präsentation in und auswendig kann und trotzdem vor der Gruppe steht und nicht einmal mehr den eigenen Namen weiß.

Und wer diese Situationen nicht bei sich kennt könnte jetzt fragen, was daran denn eigentlich so schlimm ist. Es fühlt sich ungefähr so an wie verfolgt zu werden von dem eigenen Ich. Egal ob man weiß, dass man sich unterschätzt, oder nicht. Und wer sich bestimmte Situationen nicht zutraut, der meidet sie. Wer die Situationen vermeidet, dem fehlt die Übung. Wem die Übung fehlt, der traut sich nichts zu. Ein Teufelskreis.

Das Schlimmste daran ein geringes Selbstbewusstsein zu haben ist nicht einmal, dass es IMG_2690unglaublich schwierig ist, sich dieses aufzubauen. Es gibt einfach eine Reihe an Umständen, die wieder demotivierend sind, wenn man versucht sich selbst aufzubauen. Ein Beispiel wäre, dass fremde Menschen einen meist für arrogant halten, wenn sie nicht wissen weshalb man sie nicht überschwänglich begrüßt und ein langes Gespräch aufbaut. Man ist auch schnell der oder die „Komische“ wenn man in bestimmten Momenten lieber einmal alleine sein möchte oder Veranstaltungen meidet, sich anders verhält. Und häufig kommt dann ein Satz wie: „Aber du bist doch so *beliebiges positives Attribut*! Warum bist du so still?/Warum gehst du nicht mehr aus dir heraus?“ Dabei ist doch genau das unmöglich. Ich kann nicht aus meinem Körper, aus meinem Kopf heraus. Ich kann nicht einfach 10 Minuten lang meine Gedanken anhalten und ihnen sagen, dass sie doch bitte am nächsten Tag wiederkommen sollen, weil es mir gerade nicht passt.

Es ist aber leider nicht so einfach mal nebenbei ein selbstbewusster Mensch zu werden, IMG_3484wie es auf dem meisten sogenannten Ratgeber-Seiten erzählt wird. Listen mit eigenen positiven Eigenschaften, Selbstannahme. Nie hat das funktioniert. Und noch nie habe ich von jemandem gehört der solche Ratgeber gelesen hat und am nächsten Tag ein völlig neues Wesen hatte. Aber wie kann man jetzt tatsächlich „wachsen“, sich selbst mehr zutrauen? Die Frage bleibt.

 

 

 

 

 

 

 

15 Kommentare zu „SelbstbewusstSEIN.

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  1. „Die werden Dir schon nicht den Kopf abreißen“. JA! Danke, das weiß ich selbst *nerv*
    Hast Du es schon mal mit Schauspielern versucht? Auf der Party so tun als wärst Du gern da und jeder möchte mir Dir reden? Und Dir gefällt das sogar?
    Dauert seine Zeit, aber irgendwann hat das bei mir prima geklappt. Ich musste da gar nicht auf eine Party, sondern ich war da, um eine Rolle zu üben 😉
    Und damit kommt die Übung.

  2. Sich selbst so akzeptieren wie man nun einmal ist.
    Sich gar nicht ändern wollen. Da es ja eh nicht geht. Denn Du bist wer Du bist. Und das ist gut so.
    Das hilft mir immer wieder.
    Sei ganz lieb gegrüßt von Froschi und mir

  3. Deine Persönlichkeit brauchst Du nicht ändern und sollst Du nicht ändern, Windbeutel und Schaumschläger gibt es schon genug, die Welt braucht introvertierte Menschen ! Aber mit Entspannungsübungen, die nach längerem Training perfektioniert so funktionieren, dass bereits ein selbst gewähltes Symbol vor dem inneren Auge den gewünschten entspannten Gemütszustand in schwierigen Situationen herbeiführen kann, ist es einfacher, solchen Herausforderungen entgegenzutreten. Professionelle Hilfe zu suchen ist nach meiner Erfahrung meistens eine gute Idee und spart einem viele Umwege.

  4. Oh ja das kann ich seeeehr gut nachvollziehen, vor allem das mit dem arrogant wirken und „die komische“ sein. Manche Menschen können einfach nicht verstehen, dass es nicht nur laute Menschen gibt…eigentlich echt schade.
    Aber sehr schöner Beitrag! Habe ich sehr gern gelesen 😊

  5. Du schreibst wirklich richtig toll, Sophie! 🙂

    Und ja, ich kenne das, was Du beschreibst. Zum Glück überflutet mich mittlerweile eher die freudige Aufregung und der Adrenalin, aber früher hatte ich das auch. Diese Leere und dieses Zittern vor einem langen, öffentlichen Vortrag.

    Mein Tipp: tief einatmen und sooo lange ausatmen, bis man denkt, kein bisschen Luft mehr in sich zu haben. Oder beim Sprechen leicht nach hinten oder vorne wippen. Die Konzentration wird nun darauf liegen, nicht zu fallen 😉

  6. … solltest du eine Antwort auf die Frage finden, sag Bescheid! Ich finde mich in deinem Text wieder. Schlimm finde ich auch die Smalltalk-Situationen und bin immer ganz erstaunt, wie viele belanglose Gesprächsbälle charmant hin und hergespielt werden können und wie viele Beziehungen sich auf diese Weise knüpfen lassen..

    Danke für deine passenden Worte!

  7. ….Nur Menschen mit einem inneren Sehfehler strotzen vor Selbstbewußtsein. 😉

    Tja und die Ratgeberliteratur… Sie hilft meist dann besonders, wenn man auf die Höhe der Auflagenzahlen schaut und sie dann grinsend ins Regal zurückstellt. Man kann natürlich auch kaufen und lesen und üben… Mit Glück…. 😉

    Verstehen, wirklich verstehen, werden wir nur das, womit wir in Resonanz sind und ein Orchester besteht nicht nur aus Pauken. 😉

    Liebe Grüße,
    Frank

  8. Du schreibst da so wahre Worte.
    Ich hatte letztens eine Präsentation vor der ganzen Klasse und nächste Woche wieder eine.
    Es war schon immer so, dass ich vor dem Vortragen noch ganz selbstbewusst war und mir imer wieder meine Sachen im Kopf gesagt habe, dass ich auch gar nichts vergesse.
    Doch wenn man dann in der Präsentation ist, ist die Nervosität plötzlich da. Früher hatte ich natürlich dann noch eine sehr herzliche Klasse, die mir total geholfen hat – Nicht. So bald das Getuschel anfängt, geräd man ins Stottern. Es gibt mehr Getuschel und du versuchst dich dann einzig und allein nicht so viel Füllwörter zu benutzen wie Ehm und Äh.
    Und da ist der Teufelskreis.
    In der Berufsschule sind die Leute da schon um einiges sozialer in meiner Klasse. Doch auch da schafft man es nicht ganz. Aber wie du sagtest, man braucht Übung und man muss über seinen Schatten springen.
    Die Leute in meinem Umfeld wissen nicht, da ich da eigentlich so unsicher bin, da ich alles unter meinem großen Schnutte zum vielen quatschen, verstecke.

  9. zu früh geklickt…
    Gesprochen habe ich nicht mehr als unbedingt nötig. Ich war eher passiv an meinem Leben beteiligt. Es funktionierte ja ganz wunderbar, auch ohne große Selbstdarstellung. Ich habe meine Leistungen für mich sprechen lassen.
    Später habe ich mich gefügt, wenn es nicht anders ging, vor großem Publikum Vorträge gehalten, Seminare über Rhetorik, Kommunikation und Präsentation oder Persönlichkeitsbildung besucht. Wirklich geändert hat das nichts. Erst als ich Mutter wurde und die Interessen meines Kindes vertreten musste, war mir alles egal. Erst dadurch habe ich gelernt, dass ich nichts zu verlieren habe, wenn ich mich selbst behaupte.
    In Ansätzen ist die Zurückhaltung immer noch da. Ich mag mich nicht im Vordergrund sehen. Ich lasse andere viel zu oft die Lorbeeren für meine Arbeit einstecken. Ich habe gelernt, damit zu leben, auch mit den Konsequenzen. Karriere wollte ich eh nie machen.

  10. Es ist doch sehr selbstbewusst hier einen so persönlichen Text zu verfassen, findest du nicht? 😉 Mir helfen die kleinen Schritte. Ein Fuss vor den anderen. Liebe Grüße, Esther

  11. Toller Blog, 🙂
    er gefällt mir sehr gut. Du schreibt über sehr interessante Themen. Wenn du Lust hast, kannst du Ja bei mir rein schauen:)Jedenfalls Daumen hoch!:)

  12. Ein guter, wichtiger Artikel! Ich kann das sehr gut nachempfinden, mir ging es früher ständig so wie du beschrieben hast und auch heute bin ich noch oft froh, wenn ich nicht überall mit hin und dort dann weltoffen sein muss ^^

    Liebe Grüße, Cathi ❤

  13. Ich weiß genau was du meinst, mir geht/ging es oft genau so. Ich bin wohl auch so eine „komische“ für manche 😉 Da hörte man dann auch schon mal den gut gemeinten Kommentar „Du bist ja ganz normal wenn man mit dir redet“ – nachdem ich mich in der neuen Klasse nicht wirklich traute die Leute anzusprechen. Lange her, aber es gibt halt immer noch so manche Situation in der man sich mehr Selbstbewusstsein wünscht und sich fragt, warum das für andere so einfach scheint. Ich glaube es gibt kein Rezept dagegen, der eine ist eben so und der andere so…. Übung hilft natürlich um mit Vorträgen etwas gelassener umzugehen. Es ist halt einfach nicht jeder dafür gebaut so vor Selbstbewusstsein zu strotzen und irgendwann kommt man auch mit Leuten zusammen die das absolut akzeptieren und es verstehen, wenn man auch einfach mal seine Ruhe haben will (und DAS gibt tatsächlich einen kleinen Selbstbewustseins-Schub).
    LG Donna

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