Smartphone Sucht – Einige Gedanken

Das Smartphone kann süchtig machen. Eine gewagte These? Eher weniger. Das Smartphone kann nach verschiedensten Quellen ganz genauso süchtig machen wie Glücksspiele. Das Gefährliche daran ist, dass das nicht Jedem bewusst ist. Gerade anfällig sind junge Menschen, vor allem diejenigen, die mit Smartphone und Social Media aufgewachsen sind. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich mit seinem Smartphone zu beschäftigen. Youtube-Videos müssen schon lange nicht mehr nur unterhaltsam sein. Sie ersetzen auch die große Schwester, die einem das Schminken beibringt. Schließlich hat man doch Mrs. Bella. Sie zeigen, wie man das gerissene Display seines iPhones mit einem 3 Euro Kit von Ebay reparieren kann oder geben einen Einblick in das echte Leben von wirklichen Menschen in Form von Vlogs. Wer braucht da noch GZSZ?

Wir können mittlerweile nicht nur Kleidung online bestellen. Man kann sich einfach regelmäßig Essenszutaten nach Belieben zusenden lassen. Wozu noch rausgehen?  Auch die Suche nach einem Partner geht von zu Hause aus über Tinder und Lovoo. Warum das Geld für teure Clubs bezahlen und sich zumindest tageslichttauglich stylen? Auch Fragen zum Haushalt oder dem Erwachsen werden können wir uns auf Gutefrage.net beantworte lassen und für News brauchen wir uns schon lange keine Zeitung mehr kaufen. Das Internet bietet für uns einen Ausweg aus unserem Alltag vor allem in schlechten Zeiten und das Handy macht es für uns jederzeit verfügbar.

IMG_4416Man könnte meinen das wäre doch toll? Allerdings geben wir für alle diese Dinge auch Einiges auf. Rausgehen zum Einkauf bringt uns dazu Menschen zu treffen, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben und zwingt uns dazu unsere Kontakte nicht zu vernachlässigen. Das ständige Checken, ob wir nicht doch eine Nachricht bekommen haben während Unterhaltungen ist nicht nur unhöflich, sondern macht uns auch unfähig wirklich zu kommunizieren. Das Licht des Smartphones kann abends sogar dafür sorgen, dass man schlechter schläft, und dass unsere Konzentrationsfähigkeit mit der ständigen Nutzung eines Smartphones sinkt, ist nichts Neues. Wenn wir sozialen Interaktionen ausweichen kann es sogar sein, dass sich Angststörungen bilden. Wollen wir das?

Wer bereit ist, zumindest ein wenig zu verzichten, der wird im Folgenden einige Tipps finden:

Was wäre zum Beispiel damit ein Nutzungstagebuch zu führen, um herauszufinden wie lange man das Handy am Tag nutzt? Der Schnitt liegt ungefähr bei 3 Stunden am Tag. Man kann es sich allerdings auch ein bisschen einfacher machen und sich eine App runterladen, die die Nutzung des Smartphones trackt. Anstatt einfach nur zu messen wie lange man das Handy nutzt kann man natürlich auch feste Tage bestimmen, an denen man das Handy gar nicht nutzt. Ein witziges Experiment dazu hat der Youtuber, Käseliebhaber und Blogger Michael Buchinger gemacht, dessen Text mit einem Augenzwinkern zu begutachten ist. Den Beitrag zu seinem Handyverzicht, findet ihr hier.

Und wer wirklich verzichten möchte, der kann es sich mit einigen kleinen Alltagshelfern deutlich leichter machen. Magazine, Zeitungen und Bücher am Morgen statt den Nachrichten-Apps sind doch viel schonender für die Augen. Und von einem richtigen Wecker geweckt zu werden ist schon fast retro. Übrigens eine Armbanduhr ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern hat auch eine echte Funktion. Wer seine Mails nur noch abends am PC checkt, kommt nicht nur total kompetent rüber, sondern denkt eventuell sogar häufiger daran, zu antworten. Und wer glaubt, nicht auf Whatsapp verzichten zu können, der sollte seinen Status einfach mal auf „nur wichtige Nachrichten“ umstellen.

Wem das nicht reicht, der sollte sich mal an die Regel halten, das Handy nicht während Unterhaltungen zu berühren und die Anzahl von Spiele Apps auf dem Handy reduzieren.

Ich bin gespannt auf eure Ideen und Anregungen zu dem Thema also lasst gerne einen Kommentar da.

17 Kommentare zu „Smartphone Sucht – Einige Gedanken

Gib deinen ab

  1. Da hast du ein ganz heikles Thema angeschnitten und ich stimme dir vollkommen zu. Wenn ich mich umschaue, dann sieht man nur noch Leute mit dem Smartphone hantieren. Wenn ich mit der Straßenbahn fahre, bin ich oft die einzige, die nicht telefoniert. Schlimm ist, dass man sich ganze Familiengeschichten anhören muss, ob man will oder nicht!
    Da finde ich es schon gut, wenn man sich da einige Regeln annimmt, um das Ganze einzugrenzen. Du hast gute Ratschläge vorgegeben, darüber sollten sich einige Leute mal Gedanken machen.
    LG Piri

  2. Eine Smartphone – Abhängigkeit habe ich bis heute bei mir nicht feststellen können, auch wenn ich es am Tag immer bei mir habe. Ich nutze es nur zur zeitweiligen Kontrolle eingehender Kommentare auf meiner Web-Seite bzw. auf FB, wenn ich außer Haus bin.
    SPIELE jedweder Art sind für mich keine Nutzungsoption.
    Alle meine Texte schreibe ich nach den erforderlichen Überlegungen handschriftlich vor, bevor ich diese dann über den PC nach erfolgter Bildzuordnung ins Netz stelle.

  3. sehr wichtige gedanken die du da äußerst über ein krasses problem im alltag. bezogen auf meine sehbehinderung hat das smartphone und dessen sprachausgabe aber auch vorteile. beispielsweise kann ich mit meinem sehrest die zeitung auch noch als printausgabe lesen. das strengt meine augen aber manchmal sehr an. das smartphone bietet in diesem fall zwei lösungen: entweder lasse ich mir mit hilfe einer app und der kamerafunktion die printzeitung vorlesen oder ich lasse mir eine online ausgabe vorlesen.es gibt auch spezielle navi apps für blinde und sehbehinderte, die auch völlig blinden ein stück weit mobilität ohne ständige begleitung ermöglichen. sogar fotografieren können wir jetzt, weil uns die sprachausgabe des smartphones das motiv genau beschreibt. wohlgemerkt, ich nutze es lediglich als hilfsmittel. hinsichtlich aktivitäten fällt mir sehr viel besseres ein als ständig mit dem ding zu hantieren.
    falls dich ds thema smartphone für blinde und sehbehinderte interessiert, schau dir doch mal meinen beitrag über die app aipoly an..https://schoeneecke.wordpress.com/2017/04/29/hoeren-statt-sehen-neue-app-aipoly-eklaert-blinden-die-gegenstaende-der-umgebung/

    beste grüße von peter

  4. Ganz einfach: ich habe kein Smartphone. Alles was ich brauche kann ich mit meinen Laptop machen. Es ist eine ganz bewusste Entscheidung, mich nicht ständig zu vernetzen, und mich abhängig zu machen.

  5. Ich habe ein ganz einfaches veraltetes Handy, welches ich selten zum Telefonieren benutze. Eher mal zum SMS schreiben wenn ich unterwegs bin um Verabredungen zu treffen. Das Handy spielt keine wichtige Rolle in meinem Leben und dafür werde ich von meinen Freundinnen oft belächelt…. Ich lasse sie darüber lächeln und verschaffe ihnen dieses „kleine Glück“, denn für mich weiß´ich, dass ich oftmals glücklicher bin und viel mehr ganz real erlebe. Sie wundern sich dann immer wieder, was ich so alles erlebe und dann lächel ich….. Mit Menschen die nur an dem kleinen eckigen Ding beschäftigt sind, treffe ich mich nicht mehr, da eine tiefere Begegnung nicht mehr möglich ist. Und ich treffe immer wieder Menschen, die ganz bewusst ohne Handy leben oder es nur einmal am Tag benutzen, um Mails zu checken oder so…. Für mich geht es in meinem Leben um qualitätsvolle Begegnungen und Beziehungen und nicht um Quantität, das war ein längerer Prozess, mitunter auch schmerzhaft, da naturlich auch mir wichtige Menschen aus meinem Leben verschwunden sind. Doch ich liebe das Leben und die Menschen und bin mit denen zusammen, die auch so unterwegs sind…. Herzliche Grüße Sabina

  6. Ich kann eine gelegentliche Smartphone-Auszeit empfehlen. Sobald verfügbar werde ich mir das Nokia 3310 kaufen und iPhone & Co eine gewisse Zeit „zur Seite legen“ …
    PS: Ich habe schon beruflich (auch privat) schon 10.000e Stunden vor dem Bildschirm verbracht und kann nur warnen der Verlockung der Technik und dem ewig „Neuen“ nicht komplett zu erliegen … raus in die Natur, Smartphone/Tablet/Notebook-Pausen machen, Freunde treffen …
    Dieses Thema wird uns in Zukunft sehr beschäftigen – wir müssen acht geben, dass wir als Gesellschaft nicht komplett vereinsamen – Soziale Kontakte sind wichtig.
    Tausend FB-Freunde können nicht einen einzigen, wahren, REALEN Freund ersetzen …lg

  7. Mir fällt dazu der Raucher ein der sagt: „Ich bin nicht süchtig nach Zigaretten, ich kann jederzeit mit dem rauchen aufhören – ich habe es schon siebzehn mal bewiesen.“ … es ist wie bei jeder Sucht – man sollte mal in sich gehen und nachdenken, warum man in eine Sucht „flüchtet“ …letztendlich ist jede Sucht selbstschädigend …

  8. Die Frage ist, ob das Smartphone nicht die Lücke füllt, die bei vielen Menschen auch schon vorher da war. Ich glaube nicht, dass jemand, der sehr kommunikativ ist, sich gerne mit Leuten trifft, plötzlich am Smartphone „verasselt“. Ich denke eher, dass das Smartphone zeigt, wie einsam sich viele Menschen in unserer Gesellschaft fühlen und nach Kommunikation sehnen.

    Worauf aber jeder anspringt, ist die Kommunikationsflut und deswegen finde ich deine Tipps sehr gut. Ich habe zum Beispiel meine „likes“ auf Facebook ausgemistet, damit ich nur Themen angezeigt bekomme, die mich wirklich interessieren (ich nutze FB mehr so als „Newsletter“). Zudem lese ich kaum noch online Magazine, weil ich eh die Tendenz habe, negative Artikel zu lesen und einen das runterzieht. Ich empfehle mal an dieser Stelle das Magazin fluter, das kann man gratis abonnieren.

    Danke für deine Tipps!
    (PS: Ich habe überhaupt keinen coolen Internet-Vertrag für mein Handy, obwohl es als Smartphone nutzbar wäre. Damit spare ich Zeit und Geld^^)

  9. Ich finde es immer wieder ganz furchtbar, wenn junge Muttis nur das Handy vor der Nase haben, anstatt sich mit ihren Sprösslingen zu beschäftigen. Oft wenn ich an der Haltestelle warte, kommen Mütter mit Handy in der Hand, quaken Sprachnachrichten rein und der Spross läuft 5 m hinter ihr und balanciert an der Strassenkante. Wenn du das Kind dann auf den Gehweg holst, kommt noch ein böser Blick von der Mutter.
    Da kannste nur noch mit dem Kopf schütteln!
    LG JJacky

  10. Keine Spiele, verwende es nur wo W-Lan ist um vielleicht kurz auf FB zu schauen. Ich telefoniere sehr selten und fotografiere vielleicht mit dem Smart-Phone. Ansonsten nutzlos für mich. Ich war auch mit Telefonzellen glücklich 😉

  11. Leider ist das sehr wahr und ich habe selbst ein iPhone und mir fällt es schwer, das Ding weg zu legen. Zum Glück gehöre ich noch nicht zur Generation, wo über Gruppen bei WhatsApp jeder Pups ausgetauscht und kommentiert wird… früher war es der Fernseher… jetzt das Handy… nur ich glaube die dauernde Verfügbarkeit ist viel schlimmer als

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